Schröters Corona-Update

Kostenpflichtige Coronatests: Gleiche Pizza, doppelter Preis

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Jan Schröter
Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt.

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt.

Foto: Jan Schröter / Schröter

Es tut sich so einiges in Sachen Corona-Maßnahmen. Das passt aber nicht jedem. Unverständlich, findet Jan Schröter.

Kreis Segeberg.  Neueste Entwicklung in Sachen Corona: die Tests müssen ab jetzt vom Getesteten selbst bezahlt werden. Natürlich beschweren sich nun Etliche. So eine Gemeinheit: erst wird vorgeschrieben, dass an Events, Restaurantbesuchen etc. nur teilnehmen darf, wer geimpft, genesen oder eben getestet ist – und dann soll man für den Test auch noch löhnen.

So ist das nun mal, liebe Leute. Unsere Autos, beispielsweise, müssen alle zwei Jahre zum TÜV. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, ansonsten darf man damit nicht auf die Straße. Weil eine unregelmäßig gewartete Karre ungeprüft möglicherweise nur noch von Rost und Dreck zusammengehalten wird und dann ein Verkehrsrisiko für alle Mitmenschen darstellt. Die TÜV-Prüfung nebst ASU und Plakette zahlen wir selbst. Dagegen geht auch keiner protestieren und beklagt eine Beschneidung der persönlichen Freiheitsrechte.

Verglichen mit der TÜV-Gebühr ist ein Corona-Test noch günstig. Leider gilt der nicht für zwei Jahre, sondern das Ergebnis muss stets frisch sein. Heute in die Pizzeria, Freitag ins Kino und Sonntag zum Fußball – schon zahlt man, zusammen mit den drei erforderlichen Tests, quasi jedes Mal für Zwei. Gar nicht gut fürs Budget.

Zweimal Pieks und schon spart man sich die Testkosten

Es gäbe ja eine schlichte Lösung: die Impfkosten werden von der Allgemeinheit beglichen. Zweimal „Pieks“, Fall erledigt. Und schon könnte man mit den gesparten Testkosten mal wieder eine Freundin oder einen Freund zur Pizza einladen, das macht doch viel mehr Spaß als Tiefbohrungen in Gesichtsorganen.

Ich wünschte mir, dass jetzt, nach dem Ende der Gratis-Tests, doch noch eine größere Zahl Ungeimpfter diese Rechnung anstellt und pragmatisch zur Tat (nämlich: zum Impftermin) schreitet. Das wäre wirklich schön. Nicht, weil ich über „Zögerlinge“ triumphieren möchte. Sondern weil es einfach vernünftig wäre und es für Vernunft nie zu spät ist. Weil wir endlich wieder ohne Maske aufatmen wollen, in Demut und Erleichterung. Und weil wir uns dringend um andere Probleme kümmern müssen.

Von den ganz großen Kloppern wie Klimakrise, Artensterben und Weltfrieden will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Ein paar Nummern kleiner läuft ja auch vieles nicht mal mehr mittelprächtig. Wenn nun nach dem Ende der Gratis-Tests fast alle Teststellen schließen, wird es uns schmerzlich auffallen, wie viele Läden in unseren Städten und Ortszentren dauerhaft leer stehen.

Die Wiederbelebung wird schwierig, vor allem, solange die Pandemie noch andauert. Testzentren wollen wir dort, bitteschön, möglichst nicht mehr haben. Es soll wieder alles „normal“ sein – in diesem Wunsch sind sich ja alle einig, sogar die beharrlichsten Impfverweigerer.

Für dieses Ziel kann man auf die Tests verzichten. Die bieten immer nur eine Scheinsicherheit: wer negativ getestet ist, kann schon in der nächsten Minute infiziert sein. Auf welcher Seite man in der Impfdebatte auch steht, bei dieser Pandemie läuft es auf nur zwei Möglichkeiten hinaus: entweder man ist geimpft oder man macht die Krankheit früher oder etwas später durch.

Mit allen Risiken und allen Nebenwirkungen.

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