Kreis Segeberg

Norderstedt bleibt fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein

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Menschen laufen durch eine Fußgängerzone. Norderstedt ist nach wie vor die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein (Symbolbild).

Menschen laufen durch eine Fußgängerzone. Norderstedt ist nach wie vor die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein (Symbolbild).

Foto: Edith Geuppert / dpa

Stadtverwaltung zählt aktuell 81.323 Einwohnerinnen und Einwohner. Doch das Statistikamt Nord hat andere Zahlen.

Kreis Segeberg.  Gefühlt ist Norderstedt längst die viertgrößte Stadt in Schleswig-Holstein – und hätte damit Neumünster abgelöst, das nach Angaben des Statistikamtes Nord bei 79.905 Einwohnerinnen und Einwohnern steht. Die Statistik der Norderstedter Stadtverwaltung zählte hingegen zum Stichtag 6. September einen Einwohnerbestand von 81.323 Norderstedterinnen und Norderstedtern.

Norderstedt fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein

Die älteste Norderstedterin hat das Geburtsjahr 1912 und ist damit 109 Jahre alt. Und 483 Neubürgerinnen und Neubürger wurden in diesem Jahr bereits neu in der Stadt angemeldet. Doch das Statistikamt Nord macht einen Strich durch die Rechnung der Stadtverwaltung Norderstedt – und bezieht sich auf ganz andere Zahlen. Jene nämlich aus den offiziellen Volkszählungen.

Durch die sprichwörtlichen Karteileichen, also nicht gemeldete Todesfälle, oder Menschen, die sich nicht an-, oder abgemeldet haben, komme es zu der Diskrepanz. Und Verfassungsrichter hatten einen Abgleich der örtlichen Melderegister mit den Ergebnissen der Volkszählung aus Datenschutzgründen untersagt.

Den Zahlen des Statistikamtes Nord nach hat es also auch nach aktuellen Erhebungen wieder mal nicht gereicht für Norderstedt, um auf Platz vier in der Einwohnertabelle Schleswig-Holsteins zu springen. Danach lebten nur 79.155 Menschen zum Stichtag 31. Dezember 2020 in Norderstedt.

Neumünster noch größer als Norderstedt

Beide Städte haben, wie auch Kiel, Lübeck und Flensburg, im Vergleich zu Ende 2019 sogar an Bewohnerinnen und Bewohnern verloren. Die Zahl sank in Norderstedt im Jahresverlauf um 202, in Neumünster gibt es 291 Menschen weniger. Norderstedt war den Nachbarn im Norden schon mal dichter auf den Fersen. Ende 2018 fehlten in den Zahlen des Statistikamtes Nord nur noch 328 Einwohner, um an Neumünster vorbeizuziehen. Doch im Folgejahr wuchs die Differenz kräftig auf 839, in der letzten Statistik liegt sie jetzt bei 750.

Die elf Landkreise hingegen legen zu, so dass sich für Schleswig-Holstein ein insgesamt positiver Saldo ergibt: 2.910.875 Männer, Frauen und Kinder leben im Norden, 7102 mehr als Ende 2019. Auch im Kreis Segeberg hat die Bevölkerung zugenommen. Ende 2020 wohnten 278.007 Männer und Frauen zwischen Bornhöved im Norden und Norderstedt im Süden. Das sind 832 mehr als am 31. Dezember 2019, eine moderate Zunahme von 0,3 Prozent.

Bescheidenes Wachstum melden die Statistiker auch für die anderen Kreise, am stärksten hat der Kreis Schleswig-Flensburg mit einem Plus von 0,74 Prozent zugelegt. Bevölkerungsreicher als der Kreis Segeberg ist nur der Nachbarkreis Pinneberg mit 317.085 Einwohnern.

Kaltenkirchen legt am stärksten zu

Als Ursache für das Wachstum nennt das Statistikamt Wanderungsgewinne – es ziehen mehr Menschen in den Norden als wegziehen. Auf der anderen Seite übersteigt die Sterberate die Zahl der Geburten. Die Zuzüge führen unter dem Strich aber zum Bevölkerungszuwachs. Das kräftigste Plus im Kreis Segeberg ergibt sich für Kaltenkirchen. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Einwohner um 868 auf 22.877 gewachsen – ein Plus von fast vier Prozent.

Auch Bad Segeberg und Bad Bramstedt verzeichnen überdurchschnittliches Wachstum. In der Kreisstadt stieg die Einwohnerzahl im Jahr 2020 um 260 auf 17.641 (+1,5 Prozent). In Bad Bramstedt leben 15.128 Menschen, 155 mehr als Ende 2019 (+1 Prozent). Henstedt-Ulzburg hingegen schrumpft um 103 auf 28.001. In Ellerau sinkt die Zahl der Einwohner auf 6299, 20 weniger als ein Jahr zuvor, in Tangstedt um 29 auf 6456. Zuwachs hingegen melden Nahe (+58/2502 Einwohner), Kayhude (+51/1233) und Kisdorf (+32/3995).

( abm/ms )

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