Bundestagswahl

Wer vertritt den Kreis Segeberg in Berlin?

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Frank Knittermeier
Die Wählerinnen und Wähler entscheiden in den Wahlkabinen über die Bundesregierung – und den Vertreter des Kreises Segeberg in Berlin.

Die Wählerinnen und Wähler entscheiden in den Wahlkabinen über die Bundesregierung – und den Vertreter des Kreises Segeberg in Berlin.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Im Wahlkreis 8 muss sich Gero Storjohann gegen zwei Neulinge von SPD und Grünen behaupten. Allgemein wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Kreis Segeberg . 249.841 Wählerinnen und Wähler aus dem Wahlkreis 8 (Segeberg/Stormarn-Mitte) können bei der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, nicht nur mitbestimmen, welche Parteien in der kommenden Legislaturperiode die Regierung stellen, sie entscheiden auch darüber, welche Abgeordneten sie im Bundestag vertreten. Der Wahlausgang im Wahlkreis 8 ist spannend: Erstmals gibt es drei Direktkandidaten, die sich Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag machen können.

Bei der letzten Wahl vor vier Jahren wurde der CDU-Kandidat Gero Storjohann direkt in den Bundestag gewählt. Aus dem Wahlkreis 8 ist er aktuell der einzige Bundestagsabgeordnete. Da die Wahlkreise 3 (Steinburg/Dithmarschen-Süd) und 6 (Plön/Neumünster) aber auch in den Kreis Segeberg hineinragen, gibt es zurzeit insgesamt sechs Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen und Linken, die den Kreis im Bundestag vertreten. Neben Storjohann sind das aus dem Wahlkreis 3 Mark Helfrich (CDU, direkt), Ingrid Nestle (Grüne, Liste) und Wolfgang Kubicki (FDP, Liste). Aus dem Wahlkreis 6 sind es Melanie Bernstein (CDU, direkt) und Lorenz Gösta Beutin (Die Linke, Liste).

Von den Wahlberechtigten im Wahlkreis 8 leben 185.063 Personen im Kreis Segeberg, 69.778 im Kreis Stormarn. Etwa ein Drittel der Wahlberechtigten aus dem Kreis Segeberg wiederum ist in Norderstedt (60.094) zuhause. Diese Wähler aus Norderstedt können ihre Stimmen in 40 Wahllokalen abgeben, in denen im Idealfall 420 Wahlhelfer aufpassen, dass am Wahlsonntag alles richtig läuft. Wahrscheinlich werden es etwas weniger sein, da sich nicht genügend Freiwillige gemeldet haben.

Ein Teilergebnis der Wahl steht schon längst fest: Weit über 18.000 Norderstedter haben bereits per Briefwahl entschieden, wen sie gern im Bundestag hätten. Das sind etwa 5000 Wähler mehr als vor vier Jahren. 2422 Erstwähler dürfen in Norderstedt mit entscheiden, wie sich der nächste Bundestag zusammensetzt.

Im Wahlkreis 8 liefern sich die Direktkandidaten von CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei vermutlich auch hier der Bundestrend den Ausschlag geben wird. Gero Storjohann (CDU) aus Seth konnte hier seit 2009 souveräne Wahlsiege einfahren. Zuletzt gewann er im Jahre 2017 mit 41,1 Prozent der Erststimmen den Wahlkreis direkt, während die CDU in seinem Wahlkreis bei den Zweitstimmen nur auf 34,6 Prozent kam. Storjohann sitzt seit 2002 im Bundestag und gehört in der aktuellen Legislaturperiode zum CDU-Fraktionsvorstand. Sein damaliger Konkurrent von der SPD, Alexander Wagner, kam auf 27,3 Prozent. Für die Grünen-Kandidatin Ulrike Täck votierten vor vier Jahren 8,3 Prozent der Wähler.

Bengt Bergt, SPD-Kandidat aus Norderstedt, rechnet sich ebenfalls reelle Chancen aus, das Direktmandat zu gewinnen – wenn der Umfragen-Bundestrend auch bei der Stimmenabgabe im Kreis Segeberg eine Rolle spielt. Auch der Grünen-Kandidat Nils Bollenbach aus Bargteheide hofft, direkt in den Bundestag gewählt zu werden. Es bleibt spannend bis zum Wahlabend, da bei den Erststimmen, mit denen die Direktkandidaten gewählt werden, auch der Bekanntheitsgrad und die Sympathiewerte der lokalen Bewerber eine große Rolle spielen.

Die größten Chancen, über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen, hat Gero Storjohann, der auf Platz fünf bei der CDU steht. Bengt Bergt könnte es theoretisch mit dem Listenplatz neun der SPD schaffen, Nils Bollenbach dürfte es schwer haben, über den Listenplatz 14 der Grünen ein Mandat zu bekommen.

In den Wahlkreisen 3 (dazu gehören Bad Bramstedt und die Orte aus dem Amtsbezirk Bad Bramstedt-Land) und 6 (mit den Orten des Amtes Boostedt-Rickling) wird es wahrscheinlich ähnlich spannend sein. Wie viele Bundestagsabgeordnete über die Landeslisten in das Parlament einziehen, hängt auch von der Anzahl der direkt gewählten Kandidaten der jeweiligen Parteien ab.

Die schleswig-holsteinische CDU stellt zurzeit zehn Bundestagsabgeordnete, die SPD sechs, die Grünen drei, die FDP drei (wobei der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sein Mandat abgelehnt hat), die AfD einen und die Linken zwei Abgeordnete. Außerdem gibt es einen fraktionslosen Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein.

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