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Eine Tangstedter Landfrau tritt nach 16 Jahren ab

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Renate Jank (80) legt nach 16 Jahren ihr Amt als Vorsitzende bei den Tangstedter Landfrauen nieder.

Renate Jank (80) legt nach 16 Jahren ihr Amt als Vorsitzende bei den Tangstedter Landfrauen nieder.

Foto: Annabell Behrmann

Renate Jank (80) hat das Frauennetzwerk vom staubigen Image befreit und zu einem modernen Verein gemacht

Tangstedt. Als Renate Jank ihre Rede, die sie bei ihrer Verabschiedung in der Tangstedter Mühle vortragen wird, zur Probe laut vorliest, wird ihre Stimme brüchig. „Mir fällt es sehr schwer aufzuhören“, sagt die 80-Jährige, die ihr Amt als erste Vorsitzende der Landfrauen Tangstedt nach mehr als 16 Jahren niederlegen wird. „Aber in meinem Alter muss jetzt mal Schluss sein“, sagt sie.

Die damalige Gründerin der Tangstedter Landfrauen hat Jank mit ihrer Begeisterung für den Verein angesteckt. Am 12. Januar 1988 ist sie eingetreten, am 17. Januar 2005 ist sie Vorsitzende geworden – die Daten hat die Norderstedterin, die fast 40 Jahre in Tangstedt gelebt hat, genau im Kopf. Früher waren die Landfrauen allesamt in der Landwirtschaft tätig. „Heute sind vielleicht noch fünf aktive Bäuerinnen im Verein. Ansonsten gibt es kaum einen Beruf, der nicht vertreten ist“, sagt Jank. Zu den rund 230 Mitgliedern zählen Ärztinnen, Handwerkerinnen, IT-Fachfrauen. Die Jüngste ist 38 – die Älteste 98.

Einmal im Monat treffen sich die Landfrauen, am liebsten in der Tangstedter Mühle. Dann laden sie Referenten in ihre Runde ein, die interessante Vorträge zu Themen wie Gesundheit, Ernährung oder Umwelt halten. „Währenddessen gibt es auch Kaffee und Kuchen“, sagt Jank. Aber von diesem etwas eingestaubten Image möchte die Noch-Vorsitzende weg. Die Landfrauen stehen nicht mehr wie früher für die drei „K’s“ – Küche, Kirche, Kinder. „Heute gelten bei uns die drei ‚A’s‘: aktiv, aufgeschlossen und ambitioniert“, erklärt Jank. Die Frauen unternehmen Ausflüge und Reisen.

Renate Jank bleibt nach ihrer Amtszeit Mitglied der Landfrauen. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft. Die Landfrauen sind für viele ein Anker, hier fühlen sie sich aufgehoben. Viele Freundschaften haben sich gebildet.“ Jank war ihr Leben lang als Chefsekretärin tätig. Ihr liegt es, jede Veranstaltung bis ins kleinste Detail durchzuplanen. „Der schlimmste Satz, den es gibt, ist: ‚Wird schon‘“, sagt Jank und lacht. Sie mag es lieber durchstrukturiert. Am wichtigsten war ihr während ihrer Amtszeit aber immer die Menschlichkeit untereinander. „Wissen kann man sich aneignen. Ein Herz hat man oder nicht“, sagt sie. Ein dreiköpfiger Teamvorstand wird Jank beerben.

( anb )

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