Norderstedt

Dimitri Malignan spielte selten zu hörende Werke

| Lesedauer: 2 Minuten
HEIKE LINDE-LEMBKE
Dimitri Malignan gestaltete das erste Cognito-Konzert der Saison.

Dimitri Malignan gestaltete das erste Cognito-Konzert der Saison.

Foto: Heike Linde-Lembke

Das erste Cognito-Konzert der neuen Saison fand nach den neuen 3G-Regeln statt.

NORDERSTEDT.  Langersehnt. Endlich wieder Konzerte von echten Musikern vor echtem Publikum. Langersehnt? Beim ersten Konzert der Reihe Cognito in der „TriBühne“ kamen nur 40 Zuhörerinnen und Zuhörer. Olaf Krüger vom Mitveranstalter Yamaha hofft nun, dass das Cognito-Konzert am 16. November mit dem Duo Trompeter Sandro Hirsch und Pianist Alexander Altmeyer mehr Interessenten findet.

Das Klavier-Konzert mit dem jungen Pariser Pianisten Dimitri Malignan, der als Hoffnungsträger der französischen Klavier-Literatur gilt, brachte zum Schluss zwar einzelne Bravo-Rufe, doch so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Der Grund: Ein nicht gerade mitreißendes Programm mit wenig Original-Werken. „Ich hätte es spannend gefunden, wenn einer Bearbeitung auch das Original gegenübergestellt worden wäre“, sagte eine Besucherin.

Schon das Bach-Werk Adagio in G-Dur, Fantasie und Fuge in c-Moll, komplettiert vom 68-jährigen Komponisten Stéphane Delplace, ließ etwas ratlos zurück, denn es wurde nicht deutlich, wo Bach aufhört und Delplace anfängt. Dessen Intermezzo Nr. 3 in c-Moll und Prelude Fugue Nr. 8 in h-Moll folgte, doch spürbar spannender fand das Publikum die Brahms-Variationen über ein Thema von Robert Schumann. Allerdings – auch kein Original.

Dimitri Malignan ging alle Kompositionen mit hoher Hingabe zum Werk an und blieb stets ganz bei sich. Erst aufbrausend, dann innig und nachhorchend betonte der Stipendiat der Yamaha Music Foundation of Europe die romantische Stimmung in Brahms’ Variationen über ein Thema von Robert Schumann in fis-moll. Er hielt Zwiesprache und sinnierte traumverloren über Brahms’ Komposition.

In den Klavierstücken von Nikolaj Karlowitsch Medtner entdeckte der Pianist sensibel die Finessen des Werks, interpretierte den Trauermarsch fast trotzig, während er den Märchen-Satz „Campanella“ mit Spannung erzählte. Düster, aber sehr melodiös kam der erste Satz von Sergej Rachmaninows fünf Préludes aus Opus 32 und 23. Im Plauderton und fein pointiert gelang das Moderato, wild entschlossen das Allegro appassionato und wieder versöhnlich, zuversichtlich und hoffnungsvoll das Allegro c-Moll. Dem Schluss-Applaus dankte Dimitri Malignan mit zwei Zugaben.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt