Weltkindertag

Ein „Platz der Kinderrechte“ für Norderstedt

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Jörg Riefenstahl
Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder mit Lukas Junghanß und Lilly Krückmann vom Kinder- und Jugendbeirat  an der Plakatsäule im Norderstedter Rathaus.

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder mit Lukas Junghanß und Lilly Krückmann vom Kinder- und Jugendbeirat an der Plakatsäule im Norderstedter Rathaus.

Foto: Jörg Riefenstahl

Kinderschutzbund warb am Weltkindertag dafür, Kindern und Jugendlichen mehr Raum zur persönlichen Entfaltung einzuräumen.

Norderstedt.  Im Norderstedter Rathaus-Foyer gibt es jetzt einen „Mobilen Platz der Kinderrechte“. Pünktlich zum Weltkindertag wurde im Plenarsaal des Rathauses eine Plakatsäule enthüllt, auf der Forderungen für mehr Kinderrechte stehen. Die Säule ist ein Symbol für den ,,Mobilen Platz der Kinderrechte“. Sie wird bis zum 15. November in Rathaus-Foyer zu sehen sein. Danach soll es einen festen ,,Platz für Kinderrechte“ in Norderstedt geben, kündigte Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder an. ,,Wir werden den Bau- und Eventspielplatz Baui zum ,Platz der Kinderrechte‘ machen“, sagte die Verwaltungschefin. Der zentral am Norderstedter Stadtpark gelegene Platz ist bei Kindern sehr beliebt. Im November soll er nun offiziell ,,Platz der Kinderrechte“ werden.

Die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein (KSB), Irene Johns, eröffnete gemeinsam mit Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber und Sozialminister Heiner Garg den „Mobilen Platz der Kinderrechte“ in Norderstedt. Irene Johns bedauerte das Scheitern der Verhandlungen zur Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz auf Bundesebene und forderte, jetzt zumindest auf Landesebene ein deutliches Zeichen für Kinder zu setzen. „Dass die Kinderrechte nicht ins Grundgesetz aufgenommen worden sind, ist ein überaus deprimierendes Signal für Kinder und Familien“, sagte die Landesvorsitzende des KSB. Schleswig-Holstein solle jetzt zeigen, dass es auch anders geht und die seit 2010 in der Landesverfassung stehenden Kinderrechte zum Schutz und Förderung entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention um Beteiligung und den Vorrang des Kindeswohls mit Leben füllen.

Als sichtbares Symbol für den Einsatz für die Rechte von Kindern wurde der „Mobile Platz der Kinderrechte“ des Kinderschutzbundes erstmals am Weltkindertag 2019 im Kieler Landeshaus enthüllt. Seitdem tourt die Säule, mit Unterstützung der jeweiligen Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes, durch Schleswig-Holsteins Kommunen. Von Beginn an unterstützen Landtagspräsident Klaus Schlie und Sozialminister Heiner Garg die Aktion als Schirmherren.

„Die vergangenen 18 Monate waren für alle Kinder und Jugendlichen in Schleswig-Holstein eine besonders schwere Zeit. Es ist äußerst wichtig, dass Kinder und Jugendliche wieder mehr Raum zur persönlichen Entfaltung und gesellschaftlichen Partizipation erhalten“, sagte Garg. Kinderrechte müssten gerade jetzt im öffentlichen Raum sichtbar und präsent sein. ,,Vor diesem Hintergrund freue ich mich sehr, dass der ,Mobile Platz der Kinderrechte’ in Norderstedt Station macht.“

Pandemie ist eine schwere Zeit für Kinder und Jugendliche

Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber vertrat Schirmherr Klaus Schlie und fügte hinzu: „Wir alle gemeinsam haben den Auftrag, Kinder zu schützen, zu fördern, zu beteiligen und uns für ihre Rechte einzusetzen.“

Der „Mobile Platz der Kinderrechte“ ist gleichzeitig Auftakt für eine Reihe von Aktionen freier Träger örtlicher Kinder- und Jugendeinrichtungen, des Jugendamtes und des Kinder- und Jugendbeirates zum Thema Kinderrechte.

Lilly Krückmann und Lukas Junghanß als Vertreter des Kinder- und Jugendbeirates freuten sich über die Ankunft des „Mobilen Platzes der Kinderrechte“. „Die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, ist längst überfällig, denn durch Situationen wie der momentanen Pandemie rücken diese Rechte, wie das auf Bildung oder das Recht auf Erziehung ohne Gewalt, in den Hintergrund. Zudem sind Verfassungsbeschwerden gegen Nicht-Berücksichtigung von Kinderrechten erst möglich, wenn diese in das Grundgesetz aufgenommen werden,“ sagte Lilly Krückmann (18). Lukas Junghanß (19) fügte hinzu: „Wir benötigen solche Aktionen, um dem Thema die Aufmerksamkeit zu widmen, die es braucht.“

Als Partner des Kinderschutzbundes begleiten die schleswig-holsteinischen Sparkassen die Maßnahmen rund um das Thema Kinderrechte. „Kinder verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. In diesem Sinne ist es auch unser Anliegen, dass Kinder ihre Rechte kennen und sich ihrer bewusst sind. Denn: Nur wer seine eigenen Rechte kennt, ist in der Lage, sie für sich, aber auch für andere einzusetzen“, sagte Svantje Lieber, Regionalleiterin der Sparkasse Holstein.

Bei der temporären Aktion geht es dem Kinderschutzbund darum, über die Rechte der Kinder aufzuklären und zu sensibilisieren. Gleichzeitig gibt der „Mobile Platz der Kinderrechte“ Kommunen die Chance, sich für die dauerhafte Einrichtung eines Platzes für Kinderrechte einzusetzen. Auf Initiative des Kinderschutzbundes gibt es bereits in Elmshorn, Pinneberg, Ratzeburg, Rendsburg und Wedel einen dauerhaften „Platz der Kinderrechte“. Hierzu wurden gut sichtbare Plätze in den Städten um die Bezeichnung „Platz der Kinderrechte“ erweitert und in Pinneberg ganz offiziell umbenannt.

Der „Mobile Platz der Kinderrechte“ wird nach Norderstedt in Bad Segeberg und danach in Itzehoe Station machen.

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