Norderstedt feiert

Musik und Tanz in der ganzen Stadt

| Lesedauer: 3 Minuten
Annabell Behrmann
Ein „Mini-Movimento“-Musikzug mit Sambatänzerinnen, Trommlern und Stelzenläufern zog durch den Norderstedter Stadtpark. Viele Besucherinnen und Besucher blieben stehen und schauten sich das Spektakel an.

Ein „Mini-Movimento“-Musikzug mit Sambatänzerinnen, Trommlern und Stelzenläufern zog durch den Norderstedter Stadtpark. Viele Besucherinnen und Besucher blieben stehen und schauten sich das Spektakel an.

Foto: Annabell Behrmann

Das „Autofreie Straßenfest“ musste ausfallen – dafür traten mehr als 60 Künstler im Stadtpark und an zwölf weiteren Orten in Norderstedt auf.

Norderstedt.  Trommeln erklingen am Sonntagnachmittag im Norderstedter Stadtpark. Die Aufschläge vibrieren in den Bäuchen der Besucherinnen und Besucher. Der Musikumzug setzt sich in Bewegung. Vorweg schwingen zwei Sambatänzerinnen rhythmisch ihre Hüften, mehrere Trommler und bunt gekleidete Künstler auf Stelzen folgen ihnen. Im Juni mussten das „Autofreie Straßenfest“ und der „Movimento“-Musikumzug erneut wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Abfinden wollten sich die Organisatoren – die Stadt Norderstedt und der Initiativkreis Ulzburger Straße – mit dem Ausfall allerdings nicht. Sie arrangierten stattdessen Überraschungen im gesamten Stadtgebiet für die Norderstedter.

Mehr als 60 Künstlerinnen und Künstler traten über drei Stunden verteilt an insgesamt 13 verschiedenen Orten auf. Vier Gruppen – Dudelsackspieler, Samba-Trommler, Taiko-Trommler sowie Capoeira-Kampfkünstler – zogen durch Norderstedt und gaben jeweils drei Konzerte. Immer zur vollen Stunde traten sie an einem neuen Spielort auf. Die Auftritte fanden in Wendekehren, Parks oder auf Gehwegen statt. Die Standorte wurden vorher nicht öffentlich bekannt gegeben, um große Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Zuschauer kamen zufällig an den Plätzen vorbei. Das Motto: Diesmal kommt die Musik zu den Leuten – nicht umgekehrt.

Der „Mini-Movimento“ zog im Stadtpark an der Seepromenade entlang. Einige Besucherinnen und Besucher folgten ihm durch den Interkulturellen Garten, über die Falkenbergstraße bis zum Parkplatz von Elektro-Alster-Nord an der Ulzburger Straße. „Wir freuen uns total, dass wir eine Alternative auf die Beine stellen konnten und den Menschen mit kleinen Überraschungen eine Freude machen können. Die Gesichter der Zuschauer zeigen, dass die Idee funktioniert“, sagte Henning Schurbohm. Der Vorsitzende des Initiativkreises Ulzburger Straße fuhr mit dem Fahrrad hinter dem „Mini-Movimento“ her.

Mitten im Wohngebiet an der Ecke Horst-Embacher-Allee/Bärlauchstraße ertönten gegen 15 Uhr die Sambatrommeln. Zu Beginn standen nur vereinzelt Zuschauer um die Gruppe herum und wippten fröhlich im Takt. Dann traten immer mehr Anwohner an die Fenster oder auf die Balkone, zum Teil kamen sie auf die Straße, um den Künstlern zuzuhören und den Sambatänzerinnen zuzusehen. „Es wäre noch schöner gewesen, wenn man vorher gewusst hätte, an welchen Standorten die Gruppen auftreten. Aber es sollten ja nicht so viele Menschen kommen“, sagte Katrin Kiesel, die mit dem Fahrrad das Stadtgebiet abfuhr.

Diese Meinung teilten auch Rita und Lothar Vogel. Sie haben von dem Konzert an der Horst-Embacher-Allee nur erfahren, weil ihre Tochter der Sambagruppe angehört. „Schade, dass die Plätze nicht öffentlich bekannt gegeben wurden – aber ich denke, das war so gewollt“, sagte Lothar Vogel.

Die Norderstedter, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, freuten sich jedenfalls über die gute Unterhaltung. Im kommenden Jahr soll dann endlich wieder wie gewohnt das „Autofreie Straßenfest“ stattfinden können.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt