Digitalisierung

So will Norderstedt zur "Smart-City" werden

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Jörg Riefenstahl
Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (zweite von rechts) stellt mit Sonja Bahnsen von der Stabsstelle Digitalisierung sowie dem Leiter der Stadtwerke, Jens Seedorff (zweiter von links), und Produktmanager Nils Sadowski die Smart-City-Offensive „Norderstedt GO!“ vor.

Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (zweite von rechts) stellt mit Sonja Bahnsen von der Stabsstelle Digitalisierung sowie dem Leiter der Stadtwerke, Jens Seedorff (zweiter von links), und Produktmanager Nils Sadowski die Smart-City-Offensive „Norderstedt GO!“ vor.

Foto: Jörg Riefenstahl

Unter dem Motto „Norderstedt GO“ laden die Stadt Norderstedt und Stadtwerke zu einer Info-Veranstaltung ein. Das ist geplant.

Norderstedt. Wie soll das Norderstedt der Zukunft aussehen? Was muss geschehen, um Norderstedt digital zukunftsfest zu machen und die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln? Um das herauszufinden, tritt die Stadtverwaltung zusammen mit den Stadtwerken in den Dialog mit den Bürgern und lädt alle Norderstedter und Norderstedterinnen ein, ihre Stadt als Zukunftsbotschafter oder -botschafterin mitzugestalten und in die Planungen mit einzubeziehen. Zum Auftakt der sogenannten Smart-City-Offensive „Norderstedt GO!“ gibt es eine für alle offene Veranstaltung in der „TriBühne“, zu der auch der Zukunftsforscher Oliver Leisse erwartet wird.

Eine „Smart City“ – auch „Stadt der Zukunft“ genannt – befasst sich mit aktuellen Herausforderungen. Dazu zählen in Norderstedt das Wachstum und Älterwerden der Bevölkerung, die Ressourcenknappheit und der Klimawandel. „Eine Stadt braucht konkrete Ziele und eine Strategie, wie sie diese Herausforderungen meistern kann“, sagt Sonja Bahnsen von der Stabsstelle Digitalisierung, die das Projekt „Norderstedt GO!“ zusammen mit den Stadtwerken Norderstedt maßgeblich betreut.

"Smart City": Zukunft der Stadt mit den Bürgern gestalten

Leben und Gesellschaft, Freizeit, Wirtschaft und Verwaltung – die Planung und Umsetzung einer „Smart City“ besteht aus vielen Bereichen, die miteinander verknüpft den Norderstedter Weg zur Stadt der Zukunft ebnen sollen. „Dabei sind die Bevölkerung und die hier ansässige Wirtschaft Ideengeber, Thementreiber und letztendlich Nutzende des technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts unserer Stadt“, sagt die Digitalisierungsexpertin.

„Wir wollen die Zukunft von Norderstedt zusammen mit den Menschen unserer Stadt planen. Nur so kann sich Norderstedt zu einer nicht nur zukunftsfähigeren, sondern vor allem auch zu einer noch lebenswerteren Stadt entwickeln“, betont Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder. „Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Norderstedterinnen und Norderstedter als Zukunftsbotschafter in das Projekt einbringen. Wir wollen alle Menschen, die in unserer wunderschönen Stadt leben, auf die digitale Reise mitnehmen.

Die Stadt verfügt über moderne Infrastrukturen

Ganz besonders freue sie sich, dass „Norderstedt GO!“ als Gemeinschaftsprojekt mit den Stadtwerken umgesetzt wird, so die Verwaltungschefin.

„Norderstedt verfügt über moderne und zuverlässige Infrastrukturen. Verteilt über das ganze Stadtgebiet erreicht das Glasfasernetz von wilhelm.tel nahezu alle Menschen, die in Norderstedt leben und arbeiten. Optimale Voraussetzungen für die Smart-City-Offensive, sagt Jens Seedorff, Werkleiter der Stadtwerke. „Beleuchtung, Multimedia, Heizen und Lüften oder Sicherheitssysteme, smarte Anwendungen sind in vielen Haushalten heute schon vorhanden. Nun wollen wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die ganze Stadt smart gestalten.“ Es gehe darum herauszufinden, was die Menschen in ihrer Stadt wollen, was sie brauchen. Es gehe darum, den Menschen das Leben und arbeiten leichter zu machen. Pedelecs etwa könnten dabei eine Rolle spielen, um Autoverkehr aus der Stadt herauszuhalten.

Norderstedter:innen sollen Zukunftsbotschafter werden

Wie Sonja Bahnsen und Elke Christina Roeder wünscht sich auch Jens Seedorff, dass möglichst viele Menschen aller Altersgruppen Zukunftsbotschafter werden und sich viele frische Köpfe mit mutigen Ideen am Gestaltungsprozess beteiligen. „Digitalisierung soll immer ein Werkzeug zum Nutzen der Gesellschaft sein. Digitalisierung ist für die Menschen da“, sagt der Werkleiter.

Bei der digitalen Gesundheitsversorgung, Stichwort Smart Health, und im Bereich der Stadtverwaltung sei Norderstedt schon weit vorn, ergänzt die Bürgermeisterin. ,,Aber das ist nicht alles. Wir wollen uns entsprechend der Leitlinien der Smart City Charta weiter auf den Weg machen.“

,,Wir haben die Infrastruktur und müssen es jetzt auf den Weg bringen“, sagt Stadtwerke-Chef Jens Seedorff. Die Energieversorgung werde digitalisiert, nachdem Norderstedt dank MobyKlick bereits über roamingfähiges und flächendeckendes W-LAN verfüge. ,,Darum beneiden uns viele!“ sagt Seedorff.

Die ersten Workshops sollen noch in diesem Jahr beginnen

Jetzt gehe es darum, eine teilbare Infrastruktur bereitzustellen, die ,,allen Menschen ohne große Barrieren zugänglich ist, um möglichst allen Norderstedtern digitale Dienstleistungen und Produkte anbieten und daran teilhaben zu können“, so der Stadtwerke-Chef. Dazu sollen Software-Unternehmen als Unterstützer gewonnen werden. Bei der Auftaktveranstaltung gehe es darum, brennende Themen zu erfassen und einzugrenzen, sagt die Bürgermeisterin. Im Weiteren könne es in Workshops etwa um Themen wie Datenstrategien, Datenethik, Förderung von Start-ups, Entwickeln von Geschäftsideen oder auch den Umgang mit dem Smartphone gehen, ergänzt Sonja Bahnsen. Die ersten Workshops sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Wer Interesse hat, an der Auftaktveranstaltung teilzunehmen wird gebeten, sich unter www.norderstedt.de/go anzumelden. Der Trend- und Zukunftsforscher Oliver Leisse wird das Publikum mit einem Einführungsvortrag auf den Abend einstimmen und zum Nachdenken anregen.

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion werden Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, Stadtwerke-Chef Jens Seedorff und Gäste sich außerdem über Norderstedt und die Smart-City-Offensive austauschen. Alle, die teilnehmen, können sich mit ihren Fragen direkt einbringen – auch per Chat im Livestream. Ein Link für den Livestream wird allen angemeldeten Personen per E-Mail zugeschickt. Vor Ort in der „TriBühne“ gelten die aktuellen Hygieneregelungen (Getestet, Geimpft oder Genesen).

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