Bad Bramstedt

Kurhaus-Theater: Neues Programm und lokale Künstler

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Wolfgang Klietz
Swantje Maaß, Güde Callsen und Verena Jeske (von links) präsentieren die neuen Logos.

Swantje Maaß, Güde Callsen und Verena Jeske (von links) präsentieren die neuen Logos.

Foto: Wolfgang Klietz

Bad Bramstedts Kulturmanagerin kündigt ein neues Programm an. Worauf die Stadt als Betreiber beim Neustart setzen.

Bad Bramstedt.  Seit Anfang 2020 läuft es nicht gut im Bramstedter Kurhaustheater. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie blieben die mehr als 400 Plätze leer. Dann kam noch eine komplette Umorganisation dazu: Nicht mehr der Theaterverein, der sich inzwischen auflöst, ist für den Spielbetrieb verantwortlich, sondern die Stadt unter der Regie von Bürgermeisterin Verena Jeske. Sie verkündet jetzt den Aufbruch in eine neue Phase des Theaterbetriebs. Mehr Veranstaltungen, mehr lokale Kultur und eine Kinderuniversität – das sind die nächsten Projekte, die Jeske mit ihrer Kulturmanagerin Swantje Maaß umsetzen will.

Kurhaus-Theater: Betrieb für drei Jahre gesichert

Die Voraussetzungen dafür sind gesichert, seitdem sich Stadt und Klinikum auf einen neuen Mietvertrag geeinigt haben. Die Staffelmiete liegt zwischen 2900 und 3500 Euro pro Jahr. Damit kann das Theater für die nächsten drei Jahre bespielt werden. Und zwar anders, als es die Theaterbesucher bislang gewohnt waren.

Bis 2019 standen fast nur Abo-Veranstaltungen auf dem Spielplan. Sie waren sehr gut besucht, doch zwischen den zumeist sieben Gastspielen pro Saison blieben die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten, leer. Das war der Politik und auch der Bürgermeisterin zu wenig, das Aus für den Theaterverein unter seinem Vorsitzenden, Ex-Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, folgte.

„Jetzt kommt Vielfalt ins Haus“, verspricht Swantje Maaß. Dabei haben die Kulturschaffenden aus Bad Bramstedt und der Region Priorität. Auch mit dem Altonaer Theater, das Jahre lang die Abo-Veranstaltungen bespielte, ist Maaß im Gespräch. Geplant ist ein Mix aus anspruchsvollen Abo-Veranstaltungen, Konzerten und Kleinkunst. Dafür soll nicht nur der große, in die Jahre gekommene Saal, sondern auch das Foyer genutzt. Noch versetzt seine Gestaltung die Besucher in die 70er-Jahre zurück, doch das soll sich ändern, wenn die Maler durch sind.

Vorbilder sind Theater in Wahlstedt und Elmshorn

Jeske spricht von einem kompletten Reset im Kulturleben, der nicht nur das Theater betreffen wird. Sie will auch neue Protagonisten beteiligen wie zum Beispiel die Volkshochschule oder das B.T.-Orchester, das in einem zu klein dimensionierten Übungsraum in der Alten Schule am Maienbeeck proben muss und sich sicherlich über die große Bühne an der Oskar-Alexander-Straße neben dem Klinikum freuen würde. Anregungen will sich der Arbeitskreis auch bei den Theatern in Wahlstedt und Elmshorn holen. Für den Neuanfang steht auch ein neues Logo des Theaters.

Die Politik arbeitet ebenfalls an der Neuentwicklung der Kulturlandschaft mit und hat vor Monaten einen eigenen Arbeitskreis gegründet, der zum Kulturausschuss gehört. Die Politik habe sich auf die Fahnen geschrieben, auch die Vereine verstärkt einzubeziehen, sagt die Arbeitskreisvorsitzende Güde Callsen von den Grünen.

Kultur müsse gepflegt werden, sie habe den Menschen durch die Coronabeschränkungen sehr gefehlt, sagt die Bürgermeisterin und fügt hinzu: „Kultur macht uns glücklich, sie berührt unsere Seele.“ Deswegen haben sie der Kultur im Rathaus eine so wichtige Bedeutung eingeräumt und mit Swantje Maaß eine Position besetzt, die es vorher nicht gegeben habe. Ehrenamtlich sei ihre Arbeit nicht zu leisten. Jeder Kulturschaffende, der Interesse an einem Auftritt habe, könne sich bei ihr direkt melden.

Stadt sucht nach Alternativen für Kurhaus-Theater

Ob das Klinikum sein Theater noch an die Stadt vermieten wird, wenn der Drei-Jahres-Vertrag ausläuft, ist offen. Das Fachkrankenhaus für Erkrankungen des Bewegungsapparats plant mit einem Investor einen kompletten Um- und Neubau, dem das Theater zum Opfer fallen könnte. Politik und Bürgermeisterin favorisieren ein Kultur- und Bildungshaus als Alternative, das auf einem städtischen Grundstück am Schäferberg entstehen könnte.

Ob die Stadt das Projekt finanzieren kann, ist jedoch fraglich. Vermutlich ist sie dafür auf Mittel aus der Städtebauförderung des Landes angewiesen. Doch selbst wenn das Theater weiter zur Verfügung stünde, wären Investitionen in Millionenhöhe erforderlich, um das Gebäude zu sanieren. Auf lange Sicht werde ein Betrieb im Kurhaustheater nicht möglich sein, fürchtet die Bürgermeisterin.

„Was in drei Jahre ist, wissen wir nicht“, sagt sie und freut sich dennoch, dass fürs Erste Planungssicherheit besteht. Die Bürgermeisterin will auch prüfen, ob auf lange Sicht die Bühne der Jürgen-Fuhlendorf-Schule und das Schloss für Kulturveranstaltungen genutzt werden können.

Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre

Als Vorbild für Bad Bramstedt könnte das moderne Kulturhaus der polnischen Partnerstadt Drawsko Pomorskie dienen. Die Baupläne hat sich Verena Jeske schon besorgt. Außerdem geht der Arbeitskreis auf Reisen und will sich Vorbilder für Kulturhäuser in anderen Städten ansehen. Mit einem Neubau könnte auch ein Projekt umgesetzt werden, an dem die Fleckensgilde schon lange arbeitet. Sie möchte ein kleines Stadtmuseum aufbauen, für das es bislang keinen Platz gibt.

Als nächste Veranstaltung soll bereits im Herbst eine Uni für Kinder im Theater auf dem Programm stehen. Auch dafür gibt es ein Logo. Swantje Maaß stellt derzeit das Programm für die Herbstferien zusammen.

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