Nachhaltigkeit

Norderstedt: „Essbare Stadt“ mit mäßigem Erfolg

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Eigentlich sollten hier jetzt Riesenkürbisse wachsen, doch das Ergebnis fällt bisher recht dürftig aus.

Eigentlich sollten hier jetzt Riesenkürbisse wachsen, doch das Ergebnis fällt bisher recht dürftig aus.

Foto: Frank Schulze / Schulze

Von den Kürbissen, die die Stadt hinterm ZOB anpflanzte, sind viele verschwunden. Wie es jetzt weitergehen soll.

Norderstedt.  Seit Mitte Mai stehen beziehungsweise standen im Bereich hinter dem ZOB Norderstedt-Mitte bis vor wenigen Tagen 30 Big Bags mit verschiedenen Riesenkürbis-Sorten für das Konzept der essbaren Stadt in Norderstedt Mitte. Die Stadt Norderstedt will mit der Aktion auf die Sortenvielfalt von Nutzpflanzen aufmerksam machen: „Je mehr Sorten aussterben, umso mehr nimmt auch das Wissen um die Sortenvielfalt und deren immens wichtige Bedeutung ab. Es gilt auch hier die alte Erkenntnis: Nur, was man kennt und schätzt, wird man auch schützen. Und mit der essbaren Stadt soll das auch Spaß machen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Essbare Stadt“: Akzeptanz bei Bevölkerung groß

Die Idee, alte Sorten von Kürbissen anzupflanzen sollte hier Wissen mit Neugier und Spaß verbinden. Doch „Gold Nugget“, „Zappho“, „Amore Amore“ und „Blaue Banane“ haben es ganz offensichtlich nicht leicht in der Stadt. Denn da sich nicht alle Pflanzen so wie geplant entwickelt haben, wurden nun jene Big Bags abgeräumt, in denen keine Kürbispflanzen mehr wachsen.

„Die verbliebenen Kürbisse können dank der regelmäßigen Pflege durch das Betriebsamt weiterhin beim Wachsen und Fruchten beobachtet werden. Sie sind derzeit noch nicht so groß wie erwartet, wachsen aber von Tag zu Tag weiter heran“, betont die Stadt. Und in Tat sehen die verblieben Riesenkürbisse zurzeit recht mickrig aus!

Die Stadt sagt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung beim Start der Aktion hoch gewesen sei. Viele Norderstedter:innen hätten die Idee der „Essbaren Stadt“ ausdrücklich begrüßt und sich auf eine üppige Kürbisernte ab Mitte September gefreut. Die Hitzewelle, die kurz nach den Anpflanzungen aufkam, habe aber leider, trotz aller Pflege, für eine übermäßige Verdunstung gesorgt und somit das Wachstum diverser Pflanzen deutlich gehemmt. Auch ein Nährstoffmangel könnte zum Wachstumshemmnis geworden sein. Ob der Standort für das langsamere Gedeihen der Kürbisse ebenfalls einen Einfluss hatte, werde noch geprüft.

„Essbare Stadt“: Viele Kürbisse verschwunden

Zudem gab es wohl einen „Mitnahmeeffekt“: Überraschend viele Kürbisse seien bereits wenige Tage nach dem Start der Aktion spurlos verschwunden gewesen. „Eine ,Kürbiswanderung’ ist eher nicht als Ursache hierfür anzusehen; die Stadtverwaltung vermutet vielmehr, dass die Begeisterung für das Kürbis-Projekt dieses in eine ungeplante Art ,Mitmach-Aktion’ verwandelt haben könnte“, so die Stadt. Mit anderen Worten: Die Pflanzen wurden geklaut!

Erfreulich seien aus Sicht der Stadt die vielen, bis auf den heutigen Tag sehr positiven Reaktionen aus der Bevölkerung zur „Essbaren Stadt“. Es habe neugieriges Staunen, hilfreiche Hinweise und viele Empfehlungen an andere gegeben, sich die Kürbispflanzen mal anzuschauen. Das sei eine schöne Ermutigung, die „Essbare Stadt“ weiterzuführen und auch in den nächsten Jahren fortzusetzen. In welcher Form dies erfolgen könnte, sei allerdings noch offen.

( frs )

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