Kreis Segeberg

Leezener Au: 100 Hektar Land für den Naturschutz

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Wasserbüffel pflegen die FHH-Landschaft an der Leezener Au.

Wasserbüffel pflegen die FHH-Landschaft an der Leezener Au.

Foto: HA / Michael Schick

Nach 15 Jahren wurde das Flurbereinigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Wie es jetzt weitergehen soll.

Leezen.  Die Leezener Au-Niederung befindet sich in einem eiszeitlich geprägten Talraum zwischen dem Neversdorfer und dem Mözener See. Dort gibt es zusammen mit dem Treenetal das weitläufigste und auch artenreichste Feuchtgrünland des Landes. Viele seltene Pflanzenarten, darunter Orchideen, Schlüsselblumen, seltene Seggenarten sowie der stark gefährdete Schlangenknöterich, sind in der Leezener Au zu finden.

Vor diesem Hintergrund konnte nun das sogenannte vereinfachte Flurbereinigungsverfahren Leezener Au erfolgreich abgeschlossen worden. Mehr als 100 Hektar konnten damit zusätzlich für den Naturschutz bereitgestellt werden. Bereits 2006 war das Verfahren eingeleitet worden, um das bereits bestehende Naturschutz- und Gewässerentwicklungsprojekt der Schrobach-Stiftung und des Gewässerpflegeverbands Mözener Au zu unterstützen. Bei einer Flurbereinigung werden kleinere Grundstücke von unterschiedlichen Eigentümern zu größeren Einheiten zusammengelegt, um dadurch für alle Beteiligten bessere Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Innenministerin lobt alle am Projekt Beteiligten

Bei der offiziellen Vorstellung lobte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack die vorbildhafte Zusammenarbeit aller Beteiligten: „15 Jahre haben hier Landwirtschaft, Naturschutz und Wasserwirtschaft auf Augenhöhe vertrauensvoll zusammengearbeitet und Landnutzungskonflikte einvernehmlich und zur Zufriedenheit aller dauerhaft gelöst.“ Insgesamt seien 234 Hektar durch Eigentumsveränderung und durch Umsetzung von Maßnahmen mit 46 Teilnehmenden betroffen gewesen. Etwa 90 Hektar landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen konnten direkt angekauft oder langfristig gepachtet werden.

Zur Flächensicherung im sogenannten FFH-Gebiet „Leezener Au Niederung und Hangwälder“ konnten der Schrobach-Stiftung durch das Flurbereinigungsverfahren insgesamt 108 Hektar zugeteilt und neu in den Schutz der Natur gestellt werden. Großflächige Weideeinheiten wurden gebildet. Diese werden heute im Rahmen des Konzeptes als extensive Weiden mit Wasserbüffeln, verschiedenen Rinderrassen und Islandpferden gepflegt. Die Finanzierung in Höhe von 900.000 Euro für den Grunderwerb sowie 481.000 Euro für die Maßnahmen stellte im Wesentlichen das Land sicher. Hierfür wurden EU-Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) sowie Landesmittel bereitgestellt.

( HA )

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