Kreis Segeberg

Henstedt-Ulzburgs Feuerwehr unter neuer Führung

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Christopher Herbst
Der neue Gemeindewehrführer Dietrich Vahldiek (l.) und sein Stellvertreter Steve Grube.

Der neue Gemeindewehrführer Dietrich Vahldiek (l.) und sein Stellvertreter Steve Grube.

Foto: Christopher Herbst

Dietrich Vahldiek und sein Stellvertreter Steve Grube führen die Retter der Gemeinde. Was der neue Chef vorhat.

Henstedt-Ulzburg. Beim Rundgang durch die Wache an der Maurepasstraße deutet Dietrich Vahldiek fast schon beiläufig auf die Fotowand und dort auf ein kleines Porträt eines Jungen in Uniform. „Das bin ich in der Jugendwehr, 1989.“ Der Kreis hat sich geschlossen. Seit diesem Sommer ist der 46-Jährige neuer Gemeindewehrführer in Henstedt-Ulzburg und damit verantwortlich für 183 Einsatzkräfte in drei Ortswehren (Henstedt, Ulzburg, Götzberg).

Neuer Feuerwehrchef mit großer Mehrheit gewählt

„Ich habe mein Leben wieder zurück“, sagt er. Was Vahldiek meint: Er hatte vor vier Jahren sein Engagement – er war schon einmal Chef der Henstedter Wehr – deutlich zurückgefahren aus Rücksicht auf seine Familie und insbesondere den zeitintensiven Beruf als Diplom-Ingenieur. „Ich war einfacher Feuerwehrmann, bin auf der Rückbank Einsätze mitgefahren.“ Auch das sei super gewesen, betont er. Doch etwas hatte ihm gefehlt. „In der Wehrführung kann man mitgestalten.“

Er bekam mit, dass sein Vorgänger Jan Knoll aufhören würde und reichte seine Bewerbung bei der Gemeinde ein. Knoll trat dann überraschend doch noch einmal an, doch die Wahl – wegen Corona per Brief – war eindeutig: 103 zu 20 für Vahldiek. Auch der stellvertretende Wehrführer ist neu: Steve Grube (34), bisher schon Sicherheitsbeauftragter, folgt auf Dirk Asmus. Beide wurden für sechs Jahre gewählt.

Feuerwehrchef – das ist eine Menge Verantwortung

„Man muss erst einmal jemanden finden, der das macht“, sagt Dietrich Vahldiek. „Jede Woche ist man 15 Stunden beschäftigt, das muss man wollen und können. Wenn man möchte, kann man sich jeden Tag stundenlang mit der Feuerwehr beschäftigen.“ Diese umfasst auch einen Musikzug, eine Kinderwehr (derzeit mit Aufnahmestopp) und eine Jugendwehr, dazu die Ehrenmitglieder.

Aus der Jugend sollen 2022 neun Personen in den aktiven Dienst gehen. Wie lange sie dort bleiben? „Auch wir haben Fluktuation in der Mannschaft. Die Zeiten haben sich geändert, die Gesellschaft ist in Bewegung.“ Parallel setzt man auch auf Quereinsteiger, die zusammen mit Wehren aus dem Amt Kisdorf ausgebildet werden. Derzeit gibt es 38 Anwärterinnen und Anwärter, sie sind zwischen 15 und 58 Jahre alt und sie durchlaufen die Grundausbildung.

Moor- und Waldbrände – mehr Ausbildung ist nötig

Die Anforderungen verändern sich. Die beiden Großbrände im Henstedter Moor (Mai 2020, April 2021) zeigten, dass nicht alle Feuerwehrleute die nötigen Kenntnisse aufwiesen. Vahldiek will ein Konzept für Wälder und Moore entwickeln. „Das Wissen in die Mannschaft reinstreuen“ nennt er das. Auch auf Extremwetter will man sich besser vorbereiten. Der Starkregen und die Überschwemmungen in Kaltenkirchen war einer der größten Einsätze der letzten Jahre, binnen kurzer Zeit mussten Dutzende Notrufe abgefahren werden.

170 Einsätze gab es 2020. Weiterhin besteht eine vertraglich zwischen Norderstedt und Henstedt-Ulzburg geschlossene Kooperation mit der Friedrichsgaber Wehr für Teilbereiche des Rhen, damit dort die gesetzlichen Hilfsfristen eingehalten werden können. Mittelfristig soll dies über die künftige Wache im Bereich Kiefernweg/Norderstedter Straße sichergestellt werden.

Die Gemeinde hat eine 4400 Quadratmeter große Fläche erworben, derzeit läuft die Bauleitplanung. Feuerwehrsprecher Christoph Rüter sagt: „Es soll ein Löschzug werden, keine Ortswehr.“

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