Kreis Segeberg

Die Strandkorb-Party in Hasenmoor kann steigen

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Annabell Behrmann
Macht am Sonnabend den Auftakt der Strandkorb-Konzerte in Hartenholm: Max Giesinger.

Macht am Sonnabend den Auftakt der Strandkorb-Konzerte in Hartenholm: Max Giesinger.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Auf dem Flugplatz Hartenholm startet die Open-Air-Serie mit 29 Konzerten. Welche Bands und Musiker auftreten.

Hasenmoor.  Am Freitag wurden die letzten Strandkörbe aufgebaut, nun stehen 850 Stück in mehreren Reihen hintereinander auf dem Gelände des Flugplatzes Hartenholm. Die Bühne ist ungewöhnlich hoch, fast fünf Meter sind es bis zur Kante. So soll gewährleistet sein, dass alle 1700 Besucherinnen und Besucher den Künstler sehen können. Am heutigen 14. August startet die Strandkorb-Open-Air-Serie in Hasenmoor mit Singer-Songwriter Max Giesinger, der von 20 Uhr an spielt. Bis zum 26. September finden auf der rund 15.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsfläche 29 Konzerte und Comedyabende statt.

Suezkanal-Blockade: Strandkörbe fast verspätet

450 Konzerte in 16 verschiedenen Städten hat die HockeyPark Betriebsgesellschaft in diesem Sommer geplant. Dafür hat sie insgesamt 6000 Strandkörbe in Fernost bestellt. Diese wurden extra für die Open-Air-Serie angefertigt. Die Körbe sind sehr stabil, wasserfest und haben an der einen Seite eine Halterung für Desinfektionsmittel. Geschäftsleiter Michael Hilgers hat sie in weiser Voraussicht bereits im vergangenen Dezember bestellt, damit sie rechtzeitig in Deutschland ankommen.

Wie etliche andere Lieferungen waren allerdings auch die Strandkörbe von der Blockade im Suezkanal durch den Frachter „Ever Given“ betroffen. „Teilweise sind die Körbe erst kurz vor der Show angekommen“, berichtet Hilgers. Aus der Not heraus musste er einige in Deutschland nachbestellen. „Das war eine große logistische Herausforderung“, sagt er.

Tanzen vor dem Strandkorb ist ausdrücklich erlaubt

Für die kommenden Wochen ist das Festival-Areal in vier verschiedene Bereiche unterteilt, die nach den Ost- und Nordseeinseln Rügen, Sylt, Helgoland und Föhr benannt sind. Wer seinen Korb im Bereich Sylt hat, kann sich nicht mit den Zuschauern der Zone Rügen vermischen. Schon die Parkplätze sind nach Inseln getrennt. „Haben die Besucher auf der Fläche geparkt, folgen sie den farblich passenden Wegweisern zu ihrer Einlass-Schleuse. Dort wird ebenfalls noch mal durch farbliche Kennzeichnungen auf den passenden Eingang hingewiesen“, erklärt Sprecherin Melanie Poschinski.

In einem Strandkorb können zwei Personen sitzen. Die Plätze können nur zusammen gebucht werden – auch wer alleine zum Konzert kommen möchte, muss zwei Karten kaufen. Ein Ticket für Max Giesinger kostet beispielsweise 61,90 Euro – der Strandkorb ist also für 123,80 Euro zu haben. Resttickets sind noch verfügbar. Speisen und Getränke können entweder beim Ticketkauf oder online vor Ort bestellt werden. Der Lieferservice bringt sie in einer Kühlbox direkt zum Strandkorb. Für alle Konzertgänger gilt: Sie müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Anders als auf dem restlichen Gelände gilt an den Plätzen keine Maskenpflicht. Es darf ausdrücklich vor dem Strandkorb getanzt werden.

Strandkorb-Open-Air größte Konzertreihe Deutschlands

Mit rund einer halben Million erwarteten Zuschauern ist die Strandkorb-Open-Air-Serie die derzeit größte Veranstaltungsreihe in Deutschland. Sie findet in zehn Bundesländern statt. Das Hygienekonzept an die jeweiligen Corona-Maßnahmen vor Ort anzupassen, sei eine Herausforderung gewesen, sagt Michael Hilgers. „Teilweise waren die Vorgaben der Behörden schwer nachzuvollziehen, weil fünf Kilometer weiter schon wieder andere Regeln galten“, sagt der Geschäftsleiter.

Es sei sehr hilfreich gewesen, dass die Strandkorb-Konzerte im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet worden sind. „So wussten die verantwortlichen Behörden, dass ein vernünftiges Konzept hinter den Veranstaltungen steckt“, sagt Hilgers, der 1992 in Barcelona Olympiasieger im Hockey geworden ist.

Veranstaltungsbranche nimmt wieder Fahrt auf

Normalerweise, wenn nicht gerade Pandemie ist, organisiert Hilgers mit seinem Team 300 große Konzerte im Jahr mit bis zu 20.000 Zuschauern im SparkassenPark in Mönchengladbach. Als er im vergangenen Jahr um Ostern herum vor dem Fernseher saß und einen Bericht über die verlassenen Strandkörbe an der Ostsee gesehen hat, ist ihm die Idee für sein innovatives und vor allem coronakonformes Open-Air-Konzept gekommen.

63 Veranstaltungen hat er 2020 im SparkassenPark durchgeführt. Das Konzept hat sich so bewährt, dass Hilgers und sein Team nun mit den Strandkörben und Stars wie Jan Delay, Johannes Oerding und Max Giesinger durch Deutschland touren. Die Konzerte geben vielen Beschäftigten in der Veranstaltungsbranche wieder eine Aufgabe.

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