Norderstedt

Bankraub – Polizei wertet jetzt DNA-Spuren aus

| Lesedauer: 3 Minuten
Jörg Riefenstahl
Die Täter drangen mit einem Kernbohrer in die Haspa-Filiale in Norderstedt-Mitte ein.

Die Täter drangen mit einem Kernbohrer in die Haspa-Filiale in Norderstedt-Mitte ein.

Foto: Frank Best

Großteil der Schließfächer ausgeräumt. Norderstedter Haspa-Filiale soll Anfang der nächsten Woche wieder öffnen.

Norderstedt. Die Haspa-Filiale an der Rathausallee in Norderstedt bleibt vorerst weiter geschlossen. Die Polizei hat das Gebäude noch nicht wieder freigegeben. Am Mittwoch sicherte die Polizei erneut Spuren. Auf dem Boden verstreut lagen zahllose Gegenstände. Doch auch am vierten Tag nach dem spektakulären Bankraub vom Sonnabend gab es keine heiße Spur von den Tätern.

Großteil der rund 1000 Schließfächer leergeräumt

Aufschluss könnten die Auswertungen von DNA-Spuren geben. Mit Ergebnissen sei jedoch frühestens in einigen Tagen zu rechnen, sagte Lars Brockmann, Sprecher der Polizeidirektion Segeberg dem Abendblatt. Parallel dazu befragt die Polizei zurzeit Zeugen und Anwohner. „Wir gehen anhand des professionellen Vorgehens davon aus, dass es sich bei den Bankräubern um spezialisierte Kräfte gehandelt hat, die über sehr viel Hintergrundwissen verfügt haben müssen. Wir prüfen, ob es einen Zusammenhang mit anderen, ähnlichen Taten in der Vergangenheit gibt.“

Von rund 1000 Schließfächern in der Bankfiliale sei „ein Großteil“ ausgeraubt worden, betont der Polizeisprecher. Demnach dürften mehrere Hundert Bankfächer vom Coup betroffen sein.

Unterdessen bangen Haspa-Kunden weiter um ihre Wertsachen. „Es rufen jede Menge besorgte Leute bei der Polizeidirektion Segeberg an, aber auch bei der Kripo Norderstedt und in Pinneberg“, sagt Brockmann. Da die Spurensicherung noch nicht abgeschlossen sei, habe noch keine Erfassung der betroffenen Schließfächer begonnen. „Nachfragen zu betroffenen Schließfächern können derzeit weder von der Polizei noch von der Hamburger Sparkasse beantwortet werden.“

Filiale soll Anfang nächster Woche wieder öffnen

Die Geschädigten erhalten zeitnah von der Polizei ein Anschreiben, um den Inhalt der jeweiligen Schließfächer zu ermitteln. Dabei werden auch Fragen und Informationen zu Versicherern erörtert. Die Polizei bittet weiterhin um Geduld: „Wir versuchen, schnellstmöglich Klarheit für die Betroffenen zu schaffen.“

Wann wird die Filiale voraussichtlich wieder öffnen? „Wir hoffen, Anfang kommender Woche wieder für unsere Kunden persönlich vor Ort da sein zu können“, sagte Stefanie von Carlsburg, Leiterin Unternehmenskommunikation der Hamburger Sparkasse, dem Abendblatt. Allerdings werden bis dahin die Schließfächer noch nicht wieder zugänglich sein.

Kripo bittet weiterhin um Hinweise auf die Täter

„In der Zwischenzeit können sich Kunden natürlich trotzdem an uns wenden – zwei Kollegen sind während der Öffnungszeiten vor der Filiale als Ansprechpartner vor Ort.“ Zudem hat die Haspa eine Sondernummer unter Telefon 040/35 79 17 86 eingerichtet. „Auch unsere Filialen in der Nähe sind für die Kunden da.“ Da die Filiale in der Rathausallee für ihre Mitarbeiter noch nicht zugänglich sei, könne sie noch nicht sagen, wie viele Kunden betroffen seien.

„Seit Montag sind wir dabei, alle Schließfachkunden persönlich zu informieren. Den Großteil haben wir auch schon erreicht“, sagt von Carlsburg. Die allermeisten hätten Verständnis, dass aufgrund der laufenden Spurensicherung noch nicht alle Informationen vorliegen. „Natürlich bleiben wir mit allen Kunden laufend im Kontakt und werden mit denen, die betroffen sind, kurzfristig das weitere Vorgehen besprechen. Wir bitten noch um etwas Geduld.“

Die Kriminalpolizei bittet weiterhin um sachdienliche Hinweise unter Telefon 04101/20 20.

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