Kreis Segeberg

Künstlerinnen aus der Region öffnen ihre Ateliers

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Heike Linde-Lembke
Die Norderstedter Künstlerin Beatrix Berin Sieh mit einem ihrer Werke im heimischen Garten.

Die Norderstedter Künstlerin Beatrix Berin Sieh mit einem ihrer Werke im heimischen Garten.

Foto: Heike Linde-Lembke

Bei der Aktion „Sommerateliers“ geben drei Norderstedterinnen Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen.

Kreis Segeberg. Auch die Norderstedter Künstlerinnen Beatrix Berin Sieh und Jolind Kaczmarz öffnen für die schleswig-holsteinische Aktion „Sommerateliers“ am Sonnabend und Sonntag, 14. und 15. August, ihre Ateliertüren und zeigen ihre Werke. Jolind Kaczmarz lud zudem Heidi Koß, Vorsitzende des Norderstedter Kunstkreises, als Co-Ausstellerin in ihr Atelier ein.

Workshops im Norderstedter Kunsthaus

Beatrix Berin Sieh zeigt vor allem neuere Arbeiten. Unter dem Aspekt, Vergangenes in der Gegenwart für die Zukunft neu zu denken, hat sie alte Arbeiten überprüft, teils zerschnitten, vorhandene Malerei reduziert und zu neuen Motiven entstehen lassen, wobei das ehemalige Sujet stets ahnbare Spuren hinterlässt. Während der Corona-Auszeit hat Beatrix Sieh weitere Projekte konzipiert. Das „Sommeratelier“ ist der Auftakt.

Ab September gibt sie im Norderstedter Kunsthaus drei Wochenend-Workshops für den Kunstkreis Norderstedt. Der Workshop „Abenteuer Skizzenbuch“ findet am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. September, 10 bis 16 Uhr, statt, der Workshop „Wege zur Malerei“ am 25. und 26. September, und „Experimentelles Drucken“ am 27. und 28. November (10 bis 16 Uhr, Kosten 140 Euro, Anmeldung info@bbsieh.de).

Außerdem wird sie ihre Exkursionsreisen nach Istanbul, ihrer Geburtsstadt, Venedig und Wien wieder aufnehmen. Vor allem von Istanbul, in der Metropole am Bosporus hat sie ihre Kindheit verlebt, und die Türkei sind immer wieder Themen, in denen auch die drei monotheistischen Religionen eine Rolle spielen. So hat sie bereits vor 20 Jahren von türkischen Frauen selbstgewirkte Kopftücher bildnerisch verarbeitet. Jetzt hat sie diese Kopftuch-Bilder wieder aus dem Keilrahmen gelöst und aus den eindimensionalen Bildern dreidimensionale, kopfförmige Objekte geformt, in denen der in Streifen geschnittene Stoff eine heitere Leichtigkeit ausstrahlt.

Eigene Ausstellung in der Rathaus Galerie

Diese neuen Arbeiten zeigt sie auch Mitte September, wenn sie das Haus am Sanddornweg zu einem Atelier-Tag öffnet und ihre Arbeiten in Kontakt zu denen ihrer am 10. September 2017 verstorbenen Mutter stellt, der bekannten Malerin Erika Sieh. Vom 13. Februar bis 6. März gestaltet Beatrix Sieh unter dem Titel „Blick zurück nach vorn“ (Arbeitstitel) eine eigene Ausstellung in der Galerie im Rathaus. „Der Titel besagt auch, dass ich Altes hinter mir lasse, um Raum für Neues zu geben, so werden aus Erinnerungen Visionen“, sagt Beatrix Sieh.

Nie sei beispielsweise klar gewesen, welchen neuen Weg gestrige Arbeiten nehmen könnten. Zeitebenen verschoben und verwoben sich, was wiederum die neuen Arbeiten eigenständig macht. Es entstanden kleinformatige Skulpturen, beispielsweise aus so unüblichem Material wie Dia-Rahmen.

Immer aber folgen auch die neuen Werke einem genau getakteten Rhythmus, einer zwingend aufeinander verweisenden Linie wie in der neuen Serie „View“ mit den Dia-Rahmen. „Ich arbeite immer aus mir selbst heraus, ich greife nie Themen von außen auf, ich arbeite intuitiv, manchmal sogar an mehreren Exponaten gleichzeitig“, sagt die 60-Jährige, die lange Jahre Art-Directorin in einer Hamburger Werbeagentur war.

Sommerateliers, Sa+So, 14.+15.8, jeweils 11.00-19.00: Beatrix Berin Sieh, Sanddornweg 15, Norderstedt. Jolind Kaczmarz, Friedrichsgaber Weg 414, Norderstedt, mit Gast Heidi Koß. Bettina Malinowski, Weide 4, Bimöhlen.

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