Kreis Segeberg

Offene Impfaktion in Norderstedt mit Wartenummern

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Das Norderstedter Impfzentrum.

Das Norderstedter Impfzentrum.

Foto: Christopher Herbst

Großes Interesse an Johnson & Johnson – doch die Kapazität in der „TriBühne“ ist begrenzt. Viele Menschen weggeschickt.

Norderstedt.  Die offene Impfaktion mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson wird auch in dieser Woche fortgeführt. Für das Impfzentrum in Norderstedt gilt jedoch nach den ersten Erfahrungen ein gesondertes Verfahren, um lange Warteschlangen zu vermeiden. „Das System mit dem Ziehen von Wartenummern wird beibehalten“, sagt Kreissprecherin Sabrina Müller. „Wer Johnson & Johnson haben möchte, kann sich täglich ab 9 Uhr eine Nummer abholen und dann zu den regulären Impfzeiten wiederkommen.“

Viele Hundert Menschen wurden weggeschickt

Die Nummer kann nur persönlich abgeholt werden, also nicht in Vertretung etwa für Angehörige. Die Impfungen finden von 13 bis 18 Uhr statt. Der Andrang in der „TriBühne“ war am Wochenende enorm. Am Sonnabend wurden 119 Personen mit dem Einmal-Vakzin geimpft, am Sonntag 115 – und jeweils mussten mehrere Hundert Menschen nach Hause geschickt werden. In Kaltenkirchen konnten 105 und 109 Personen versorgt werden – am Sonnabend kamen hier ebenso mehrere Hundert Interessenten vergeblich, am Sonntag nur vereinzelte.

In Wahlstedt war die Lage übersichtlicher: 105 Menschen erhielten hier am Sonnabend Johnson & Johnson, am Sonntag nur noch 36 – und niemand wurde nach Hause geschickt. Dass nun aber zum Beispiel in Norderstedt mehr geimpft wird, ist nicht vorgesehen. „Aus personellen Kapazitätsgründen ist es derzeit nicht möglich, viel mehr als rund 100 Dosen Johnson & Johnson am Tag zu verimpfen“, so Müller. Insgesamt fanden in den drei Impfzentren in der letzten Woche 468 Erst- und 7433 Zweitimpfungen (Biontech oder Moderna) statt sowie besagte 589 Einzelimpfungen.

Gesundheitsminister gegen Strafen für „Impfschwänzer“

Nur vereinzelt wurden Termine nicht wahrgenommen. In der Debatte um Sanktionen für „Impfschwänzer“ hat Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) eine klare Meinung. „Diese Vorschläge gehen in die komplett falsche Richtung“, sagte Garg. Strafen würden eine abschreckende Wirkung haben auf Menschen, die für eine Impfung gewonnen werden sollen. „Es ist völlig nachvollziehbar, dass sich Menschen beim eigenen Hausarzt, bei den Impfzentren und möglicherweise bei der Betriebsärztin für einen Impftermin vormerken lassen, um die Chance auf einen schnellen Termin zu erhöhen.“ Er bat aber darum, Termine dann auch wieder zu stornieren.

Über das Wochenende wurden im Kreis zwei neue Infektionen bestätigt, die am Montag gemeldete Inzidenz von 6,5 dürfte damit etwas fallen. Insgesamt gibt es aktuell 30 nachgewiesen infizierte Personen, 104 befinden sich zudem in Quarantäne. Weiterhin werden vier Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus versorgt, drei davon auf einer Intensivstation.

( che )

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