Norderstedt

„Wir haben das weder beraten noch beschlossen“

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Die „Protected Bike Lane“ an der Harckesheyde ist umstritten.

Die „Protected Bike Lane“ an der Harckesheyde ist umstritten.

Foto: Burkhard Fuchs

CDU-Stadtvertreter Patrick Pender stellt Sinnhaftigkeit der Verkehrsführung in der Harckesheyde infrage.

Norderstedt.  Die neue Verkehrsführung mit zwei Fahrradspuren in der Harckesheyde in Norderstedt erregt nicht nur die Gemüter der Anlieger. Auch die Politik ist zum Teil irritiert und hält es für „einen Skandal“, dass die Verwaltung hier ohne politischen Beschluss agiert habe, wie CDU-Stadtvertreter Patrick Pender kritisiert. „Jeder Bürger, der da lang fährt, fragt sich doch, was hat die Politik da nun schon wieder verbrochen? Dabei haben wir das weder beraten noch beschlossen.“

Insbesondere die seltsame Absperrung der einen Fahrspur von der Oststraße bis zum Containerplatz mit wohl 300 rotweiß lackierten Pfosten sei überhaupt nicht abgesprochen gewesen, so Pender. Und erst recht nicht die „gefährliche“ Verengung in der Kurve, wo die Radfahrer plötzlich auf die Fahrbahn fahren müssen, wo für sie kaum Platz ist, wenn sich dort zwei Pkw oder gar Lkw begegnen (wir berichteten).

CDU-Politiker: Sinnhaftigkeit erschließt sich nicht

Auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr vor der Sommerpause jetzt im Juni habe es darüber eine heftige Auseinandersetzung mit der Verwaltung gegeben, berichtet der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion. „Der Radweg endet praktisch im Nichts. Uns erschließt sich die Sinnhaftigkeit dieser Verkehrsmaßnahme gar nicht“, so Pender. Die Verwaltung habe sogar eingeräumt, dass die enge Kurve für die Radfahrer ein Problem darstelle.

Tatsächlich gab es zu dieser „provisorischen Ummarkierung der Harckesheyde“ nur eine Mitteilungsvorlage an die Politik im vorigen Jahr, über die nicht beschlossen wird. Darin heißt es, dass der vierspurige Ausbau der Harckesheyde „nicht notwendig“ sei, weil ohnehin eine Spur auf beiden Seiten zum Parken genutzt werde. Zudem habe sich die Kreuzung Harckesheyde/Falkenbergstraße zu einem „Unfallschwerpunkt“ durch Linksabbieger auf die Harckesheyde entwickelt, der dringend entschärft werden müsste.

Planung von Stadtverwaltung als Testfall angesehen

„Langfristig“, so die Verwaltung, sollte hier ein Kreisverkehr geschaffen werden. Um aber eine „schnelle Verbesserung“ zu erreichen, sei eine „provisorische Umgestaltung der Harckesheyde“ angezeigt, die mit Hilfe eines Planungsbüros erarbeitet werden sollte.

Das „Ummarkierungskonzept“ werde beinhalten, zwei der vier Fahrspuren für den Fahrzeugverkehr zu sperren und Parkbuchten einzurichten, damit der Lieferverkehr der angrenzenden Betriebe eine „einfachere und sichere Zu- und Abfahrt“ erhalte.

Zudem solle eine sogenannte „Protected Bike Lane“ auf der nördlichen Fahrspur in Ost-West-Richtung geschaffen werden, teilte die Verwaltung darin mit und betonte: „Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Planungsleistung provisorisch ist und auch explizit von der Stadtverwaltung als Testfall angesehen wird.“ Für Pender habe die Verwaltung der Politik damit ohne Beschlusslage eine schlechte Lösung „untergeschummelt“.

( bf )

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