Norderstedt

Warum drei Bäume am Museum weichen mussten

| Lesedauer: 3 Minuten
Am Feuerwehrmuseum am Friedrichsgaber Weg mussten alte Bäume (unter anderem im Bereich des Eiskellers) gefällt werden, weil sie umzustürzen drohten.

Am Feuerwehrmuseum am Friedrichsgaber Weg mussten alte Bäume (unter anderem im Bereich des Eiskellers) gefällt werden, weil sie umzustürzen drohten.

Foto: Burkhard Fuchs

Die vom Pilz befallenen Bäume wurden auf Anraten der Stadt wegen akuter Verkehrsgefährdung beseitigt.

Norderstedt . Kahlschlag am Feuerwehrmuseum. Die drei alten Bäume, die am Friedrichsgaber Weg 290 auf dem früheren Lüdemann-Hof eng nebeneinander standen, sind gefällt worden. „Wir mussten das tun“, sagt Horst Plambeck, Vorsitzender des Fördervereins des Feuerwehrmuseums, auf Nachfrage des Abendblatts. Er bedauere dies sehr. „Wir hätten sie gerne stehen gelassen. Aber das Grünflächenamt der Stadt hat uns dringend geraten, die Bäume zu fällen. Weil die Gefahr zu groß war, dass sie umstürzen könnten.“

In einem Schreiben, das direkt neben den gefällten Bäumen öffentlich aufgestellt ist, informiert das Feuerwehrmuseum seine „lieben Nachbarn, Anwohner und Gäste“ ausführlich über diese Maßnahme, die unvermeidlich gewesen sei. „Unsere schönen Bäume im Vorgarten sind stark erkrankt“, heißt es darin. Insbesondere die alte Buche und die alte Stieleiche seien vom Brandkrustenpilz befallen gewesen, der die tragenden Wurzeln so sehr geschädigt habe, „dass die Standsicherheit der Bäume stark gefährdet ist“. Dieser Pilz sei so tückisch, dass „auf den ersten Blick symptomfreie Bäume ohne Vorwarnung umstürzen“ könnten, auch wenn dies nur in seltenen Fällen geschehe, heißt es weiter in der Begründung.

„Die Sicherheit der Bürger geht vor. Wir haben uns ganz nach Vorschrift und der dringenden Empfehlung des Grünflächenamtes gehalten“, erklärt Horst Plambeck. Sogar ein Baumgutachter sei eingeschaltet und zurate gezogen worden. Dieser habe festgestellt, „dass kurzfristiger Handlungsbedarf gegeben ist, um eine Gefährdung durch die Bäume auszuschließen“.

So habe die gefällte Linde eine „intensive Fäule“ im Kronenbereich aufgewiesen, lautet die Begründung für ihre Fällung in dem öffentlichen Informationsschreiben des Feuerwehrmuseums. Diese „Schwachstellen im Kronenaufbau“ ließen auf eine „akute Bruchgefahr bei der Linde“ schließen, heißt es weiter in dem zitierten Bericht des Baumgutachters. Eiche und Buche wiederum seien im Zugang zum Eiskeller sowie an der Kontaktstelle zwischen den beiden Bäumen „intensiv“ vom Brandkrustenpilz befallen gewesen.

Förderverein will demnächst neue Bäume pflanzen

„Der Brandkrustenpilz erzeugt eine intensive Weiß-/Moderfäule, die sich im Wurzelbereich und in der Stammbasis ausbreitet“, erklärt der Sachverständige. Die Holzzersetzung beginne zunächst „zentral im Wurzelstock“, während der Baum weiterhin mit Wasser und Nährstoffen versorgt werde könnte, „Aufgrund dieses Sachverhalts ist in der Krone des befallenen Baumes auch über einen längeren Zeitraum keine Vitalitätsbeeinträchtigung erkennbar“, so der Gutachter.

Sein Todesurteil für die Bäume fällt so aus: „Hinsichtlich der ausgeprägten Schwächungen ist die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben. Aufgrund des Standortes der untersuchten Bäume am öffentlichen Bereich sollten die Linde, die Buche und die Eiche aus Gründen der Gefahrenabwehr sehr kurzfristig aus fachlicher Sicht gefällt werden.“

Selbstverständlich würden an der Stelle bald wieder neue Bäume gepflanzt werden, verspricht Horst Plambeck. Direkt daneben soll demnächst ein 20 Meter großes Feuerlöschboot ausgestellt werden, das der Förderverein in Hessen erworben habe. „Das hätte ohne Weiteres neben die drei alten Bäume gepasst“, sagt Horst Plambeck. Dafür hätten die alten Bäume nicht verschwinden müssen.

Wie alt sie wirklich waren, ist nicht bekannt. „Die waren schon da, als ich und mein Vater geboren wurden“, sagt Detlef Lüdemann, der 1983 dort seinen Hof und 25 Hektar Land aufgab. Der heute 82-Jährige bedauert ebenfalls, dass die Bäume weichen mussten.

( bf )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt