Verkehr

Norderstedt will Radwege in Tempo-30-Zonen abschaffen

Radweg in Norderstedter Tempo-30-Zone: Zu schmal und nicht beidseitig geführt.

Radweg in Norderstedter Tempo-30-Zone: Zu schmal und nicht beidseitig geführt.

Foto: Stadt Norderstedt

Stadt will die Radler auf die Straße schicken. Warum das kein Plan gegen den Fahrradverkehr ist und wann das Projekt umgesetzt wird.

Norderstedt.  Die Stadt Norderstedt will die Fahrradwege in den Tempo-30-Zonen abschaffen. Nicht auf einen Schlag und flächendeckend. Sondern nach sorgfältiger Einzelfallprüfung in jeder Straße. Und der Rückbau erfolge nur dann, wenn die Straße ohnehin zur Sanierung oder zum Umbau ansteht.

Das ist kein Plan gegen den Radverkehr, sondern ganz im Gegenteil: Er diene der Radverkehrsförderung, wie Christine Haß vom Fachbereich Verkehrsflächen in ihrem Antrag an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am heutigen Donnerstag, 6. Mai, betont. Die Politik muss dem Plan noch zustimmen.

In Norderstedt gebe es viele Tempo-30-Zonen mit diesen Radwegen. Dabei sollen Radfahrerinnen und Radfahrer gemäß den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) in diesen Bereichen auf der Straße fahren. Radwege seien hier zulässig, dürfen jedoch nicht benutzungspflichtig sein. Im Umkehrschluss bedeute dies, so Haß in ihrem Antrag, dass Radwege bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h nicht notwendig seien, da die Gefahrenlage für den Radverkehr als gering eingeschätzt werde. Unabhängig davon seien die Radwege meistens problematisch. Sie unterschritten die geforderten Mindestbreiten, sie würden oft nur einseitig neben der Straße geführt und – weil sie nah an Baumreihen verlegt wurden – sorgten Baumwurzeln für Oberflächenbeschädigungen.

Die Überprüfung eines möglichen Rückbaus müsste in sensiblen Bereichen, wie etwa vor Schulen und Kindergärten, besonders sorgfältig ausfallen. Sollte aber im Einvernehmen mit der Polizei und der Verkehrsaufsicht ein Radweg an der entsprechenden Örtlichkeit entbehrlich sein, könnte der Rückbau bei einer anstehenden Sanierung gleich mit erledigt werden. Alternativ könnten die frei werden Flächen für breitere Gehwege, für Parkflächen oder mehr Grün genutzt werden.

( abm )

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