Geflügelpest

Kreisveterinär bittet Geflügelhalter um Geduld

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 Hühner stehen auf dem Freigelände eines Geflügelhofs. Einschränkungen für Geflügelhalter gelten im Kreis Segeberg weiterhin (Symbolbild).

Hühner stehen auf dem Freigelände eines Geflügelhofs. Einschränkungen für Geflügelhalter gelten im Kreis Segeberg weiterhin (Symbolbild).

Foto: Jan Woitas / dpa

Geflügelpest-Situation im Kreis Segeberg bleibt angespannt. Schleswig-Holstein am stärksten von Ausbruch betroffen.

Kreis Segeberg.  Die Geflügelpest-Situation im Kreis Segeberg bleibt weiterhin angespannt. Nach der kurzen Beruhigung zum Jahreswechsel hat das Seuchengeschehen im Frühjahr wieder rasant an Fahrt aufgenommen. Bundesweit sind in den vergangenen Wochen die Geflügelpestausbrüche in Hausgeflügelhaltungen stark angestiegen – wobei Schleswig-Holstein das am stärksten betroffene Bundesland ist.

Im März war die Anzahl der im Kreis Segeberg positiv auf die Geflügelpest untersuchten Wildvögel mit 50 Prozent (40 von 80 untersuchten Wildvögeln) enorm hoch. Auch im April wurden bereits diverse tote Wildvögel gemeldet. Das hiesige Veterinäramt hat die Wildvögel eingesammelt und beprobt. Von bisher zehn untersuchten Vögeln sind zwei Vögel positiv. Auch ein zuletzt am 19. April im Bereich Bühnsdorf tot aufgefundener Seeadler ist dem Untersuchungsbericht des Landeslabors zufolge H5-positiv. Das Ergebnis des nationalen Referenzlabors (Friedrich-Löffler-Institut) steht noch aus. Gleiches gilt für weitere eingeschickte Proben anderer Tiere.

Die Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln verteilen sich auf das gesamte Kreisgebiet. Aus dem Landkreis Leer in Niedersachsen wird von einem aktuell vermehrten Verenden von Wildvögeln, vor allem Gänsen berichtet. Außerdem ist der alljährliche Vogelzug von Südwest nach Nordost nach Auskunft von Ornithologen noch nicht beendet. Geflügelpest-Nachweise werden aktuell vor allem bei verschiedenen Gänsearten und Schwänen sowie Vogelarten geführt, die sich auch von verendeten infizierten Vögeln ernähren (zum Beispiel Greif-, Eulen- und Möwenvögel).

Seuchengeschehen im Kreis wird wöchentlich neu bewertet

Während sich beispielsweise Nonnengänse nach Auskunft der Ornithologen noch im Vogelzug befinden, handelt es sich bei Graugänsen sowie Schwänen und auch Greif-, Eulen- und Möwenvögeln um Tiere, die in Schleswig-Holstein verbleiben. Daher sind nach wie vor die Geflügelbestände im Kreis Segeberg einer hohen Gefahr ausgesetzt, mit Geflügelpestviren infiziert zu werden.

„Es ist daher leider immer noch Geduld gefragt“, sagt der leitende Kreis-Veterinär Markus Overhoff. Die geltende Aufstallungspflicht müsse unbedingt weiter eingehalten werden. Ein neuer Ausbruch der Geflügelpest in einer Geflügelhaltung würde erneut Restriktionszonen – also Ausweisung von Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten – und Maßregelungen nach sich ziehen. „Mir ist durchaus bewusst, dass eine Vielzahl der Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter mit dem voranschreitenden Frühling ihr Geflügel wieder auf der grünen Wiese sehen wollen“, betont Overhoff. Das Seuchengeschehen werde wöchentlich in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Tierseuchenreferat des Landes bewertet. Aktuell sei eine Aufhebung des Aufstallungsgebotes seuchenrechtlich aus den genannten Gründen aber noch nicht darstellbar.

Markus Overhoffs Appell: „Es wäre sinnvoll, dass alle Geflügelhalter ihre Tiere in einer nach oben gegen Einträge abgedichteten Voliere halten, die zusätzlich an der Seite gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert ist. Das ist der beste Schutz, bis wir das Aufstallungsgebot wieder aufheben können.“ Für Ausnahmen von der allgemeinen Aufstallungspflicht sieht der Kreis-Veterinär aktuell keinen Raum.

( frs )

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