Kreis Segeberg

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Taubenzüchter

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Ein Sperber sitzt in der Falle: Die Greifvögel zu jagen ist verboten.

Ein Sperber sitzt in der Falle: Die Greifvögel zu jagen ist verboten.

Foto: PETA Deutschland / PETA

Mit einer Lebendfalle hat ein Mann in der Nähe von Bad Bramstedt verbotenerweise Jagd auf Greifvögel gemacht.

Bad Bramstedt.  Mit einer toten Taube als Köder hat ein Taubenzüchter in der Nähe von Bad Bramstedt offenkundig Jagd auf Greifvögel gemacht und einen Sperber gefangen. Anwohner hatten das seltene Tier in der Lebendfalle hinter den Mülltonnen eines Wohnhauses entdeckt und riefen die Polizei.

Sperber sind streng geschützt. Die Greifvögel zu bejagen ist verboten. Ein 70 Jahre alter Mann, der in der Gemeinde westlich von Bad Segeberg wohnt und Tauben züchten soll, steht unter dringendem Tatverdacht. Die Polizei stellte die Lebendfalle sicher und erstattete Anzeige gegen den Mann. Der Tatvorwurf: Verstoß gegen das Jagdgesetz. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Die Tierschutzorganisation Peta erstattete ebenfalls Anzeige gegen den Taubenzüchter. ,,Gegen ihn besteht ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz“, bestätigte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel auf Anfrage des Abendblatts.

Der Fall ereignete sich bereits Mitte März. Der Taubenzüchter habe zugegeben, dass er die Falle aufgestellt habe und den Beamten versichert, den gefangenen Sperber wieder freigelassen zu haben, sagte Lars Brockmann, Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg am Mittwoch. ,,Was tatsächlich mit dem Tier geschehen ist, wissen wir nicht.“ Allein das Aufstellen einer Lebendfalle für Federwild ist in Deutschland verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Greifvögel bejagt werden – auch von Taubenzüchtern, die ihre Tiere vor Feinden aus der Luft schützen wollen. Anfang des Jahres waren in Blomnath bei Bad Segeberg mehrere vergiftete Rotmilane gefunden worden. Ähnliche Fälle wurden bei Bornhöved und Blunk beobachtet. Anfang 2019 entdeckten Tierschützer auf dem Gelände eines Geflügelhalters in Groß Kummerfeld ebenfalls eine Lebendfalle mit einem Sperber.

,,Greifvögel werden immer wieder Opfer von Tötungen durch Hühnerzüchter, Taubenzüchter und Jäger“, sagt Peter Höffken, Referent für Wildtiere der Tierschutzorganisation Peta. Taubenzüchter gingen gegen die Greifvögel vor, um ihre Tauben auf Wettflügen zu schützen – ein unheilvoller Teufelskreis. ,,Deshalb lehnen wir Wettflüge von Tauben und Taubenzucht grundsätzlich ab“, sagt der Biologe.

( JR )

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