Kreis Segeberg

Hartenholm: Strandkorb- Partys statt Werner-Rennen

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Heike Hiltrop
So sah es auf dem ersten Strandkorb-Open-Air in Mönchengladbach im Sommer 2020 aus.

So sah es auf dem ersten Strandkorb-Open-Air in Mönchengladbach im Sommer 2020 aus.

Foto: Gerd Wiggers

Michael Hilgers will im August und September bis zu 25 Konzerte mit Stars wie Johannes Oerding, Sasha und Jan Delay veranstalten.

Kreis Segeberg.  Es ist zurzeit nur schwer vorstellbar, doch wenn alles so klappt, wie es sich die Veranstalter vorstellen, dann wird es im Kreis Segeberg im August und September möglicherweise mehr als zwei Dutzend hochkarätige Konzerte unter freiem Himmel geben: Michael Hilgers, ehemaliger Hockey-Nationalspieler, Geschäftsführer der Hockeypark Betriebsgesellschaft und von Mönchengladbach aus aktiv, hat dort im vergangenen Jahr erstmals ein Strandkorb-Open-Air veranstaltet, das prompt mit dem Tourismuspreis 2020 ausgezeichnet wurde. Der Erfolg hat ihn und seine Mitstreiter motiviert, mit dem Erfolgskonzept auf Deutschland-Tour zu gehen – mit dem Plan zwischen August und September bis zu 25 Live-Veranstaltungen auf dem Flugplatzgelände bei Hartenholm auszurichten.

Queen-Revival-Band soll den Anfang machen

Beim Werner-Rennen habe er das Gelände kennengelernt, so Michael Hilgers. Es ist von der HoHa Hanseatic gepachtet worden, um weitere Festivals zu ermöglichen. Hinter der Veranstaltungsfirma steht mit Holger Hübner einer der Wacken-Open-Air-Macher. Hilgers: „Wir kennen uns gut, und ich habe ein Veranstaltungsgelände nördlich von Hamburg gesucht.“

Geplanter Start für das Strandkorb-Event ist im August. 30 Jahre nach dem Tod der Rocklegende Freddie Mercury (November 1991) sollen am 18. August Hymnen wie „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“, „Radio Gaga“ und andere mit der Queen-Revival-Band „God save the Queen“ erklingen.

Auch die Namen der anderen Künstler können sich durchweg hören lassen. Mit dabei sind unter anderem der Liedermacher Philipp Poisel – der Auftritt des 37-Jährigen in Hartenholm ist für den 24. August geplant, und die Band Culcha Candela (28. August). Auch Jan Delay, Sasha und Johannes Oerding wollen in den Kreis Segeberg kommen. Freuen können sich die Fans zudem auf den Liedermacher Daniel Wirtz, den Sänger Pietro Lombardi sowie auf den Songwriter, Sänger und Musiker Fritz Kalkbrenner.

Mit ihrem Strandkorb-Open-Air sind die Veranstalter in Hartenholm sicher, das richtige Konzept zu haben, um auch in der Corona-Pandemie Live-Auftritte vor größerem Publikum anbieten zu können. Statt Tribünen aufzubauen, werden Strandkörbe im gebotenen Abstand aufgestellt. „Wir rechnen auf dem Flugplatz-Gelände mit mindestens 700 Stück, die mit jeweils zwei Personen besetzt werden können. Das heißt, es werden in etwa 1400 Konzertbesucher dabei sein können“, sagt Veranstaltungssprecherin Melanie Poschinski.

Snacks und Getränke werden an den Strandkorb gebracht

Die Strandkörbe seien alle so ausgerichtet, dass eine gute Sicht auf die Bühne möglich ist. Sie hätten den nötigen Corona-Abstand und seien auf vier Inseln verteilt, damit sich der Publikumsverkehr coronakonform nicht begegnet. Zum Hygienekonzept gehört außerdem, dass Snacks und Getränke an den Platz gebracht werden, nachdem sie online gebucht worden sind. Bezahlt wird in der Strandkorb-Gastronomie bargeldlos. Wichtiges Utensil: ein Smartphone. Geliefert wird frei Sitzplatz.

Melanie Poschinski betont: „Im vergangenen Jahr hatten wir bei 63 Veranstaltungen etwa 50.000 Besucherinnen und Besucher – ohne eine Corona-Ansteckung. Wir glauben, dass es funktioniert. Die Fläche in Hartenholm ist groß genug.“ Und sollten sich in der Corona-Pandemie einschneidende Veränderungen ergeben, habe man einen Plan B, der derzeit weiterentwickelt werde. „100-prozentige Gewissheit können wir nicht haben in diesen Zeiten, da spielen wir ein bisschen mit dem Risiko. Aber wir haben auch noch viel Luft im zeitlichen Rahmen, da Hartenholm ja erst im Spätsommer geplant ist.“

Ruhe am Kalkberg in Bad Segeberg

In diesem Jahr wird es keine Konzerte in der Segeberger Kalkberg-Arena geben. Das teilte am Montag die Flensburger Agentur Förde Show Concept auf Abendblatt-Anfrage mit. Ersatztermine sollen im Laufe der Woche bekanntgegeben werden. Damit steht fest: Weder Sarah Connor, noch Santiano oder Jürgen Drews, Vicky Leandros, Tony Christie und Kristina Bach dürfen dort wegen der aktuellen Corona-Situation auftreten. Vom 1. bis zum 21. Mai waren dort an jedem Wochenende Konzerte geplant, von denen viele schon lange ausverkauft sind. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für Ersatzkonzerte, die es aber voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr geben wird.

Nach der Absage der Karl-May-Spiele steht damit fest, dass die Freilichtbühne auch in diesem Jahr ungenutzt bleiben wird. Chancen, die Konzerte im Spätsommer oder Herbst nachzuholen, sind, auch nach einer möglichen Verbesserung der Pandemie-Situation, gering: Von September an werden die Fledermäuse am Kalkberg und in den Kalkberghöhlen vor jeglicher Beschallung geschützt.

Ob es noch einmal ein Werner-Rennen auf dem Flugplatz in Hartenholm geben wird, konnte am Montag niemand sagen. Die Veranstalter waren nicht erreichbar. Auf der Internetseite gibt es allerdings keinen Hinweis auf solch eine Veranstaltung. Vom 29. bis 31. Juli soll aber das Heavy-Metal-Festival „Wacken 2021“ stattfinden. Veranstalter für beide Festivals ist die WOA Festival GmbH mit Sitz in Wacken.

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