Kreis Segeberg

Klinik Borstel hilft Patienten, wieder ohne Geräte zu atmen

Ein Patient hält eine Maske zur Beatmung  in seinen Händen (Symbolbild).

Ein Patient hält eine Maske zur Beatmung in seinen Händen (Symbolbild).

Foto: Jens Büttner / dpa

Lungenzentrum als „Weaning-Zentrum“ ausgezeichnet. Einrichtung hilft Patienten bei der Entwöhnung von Beatmungsgeräten.

Borstel . Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat die Medizinische Klinik Borstel – Leibniz Lungenzentrum als „Weaning-Zentrum“ ausgezeichnet. Damit gehört die Klinik zu einem deutschlandweiten Netzwerk pneumologischer Einrichtungen, die darauf spezialisiert sind, Patienten nach einer schweren Krankheit von einem Beatmungsgerät zu entwöhnen.

„Wenn Patienten nach einer schweren Krankheit oder Operation über einen längeren Zeitraum beatmet werden, muss die eigenständige Atmung im Anschluss neu erlernt werden“, sagt Kliniksprecherin Britta Weller. Das sei notwendig, da sich die Atemmuskulatur bereits nach wenigen Tagen abbaut und das selbstständige Atmen erschwert oder verhindert.

Weller: „Diese Entwöhnung von der invasiven Beatmung nennt man Weaning und ist ein schrittweiser, teilweise wochenlanger Prozess, der durch die professionelle Unterstützung eines spezialisierten Teams verschiedener Fachdisziplinen begleitet werden muss.“ In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Patienten, die nur schwer von einem Beatmungsgerät zu entwöhnen sind, stetig gewachsen. Die Klinik durchlief vor der Auszeichnung ein anspruchsvolles Zertifizierungsverfahren. Die Weaning-Station an der Medizinischen Klinik Borstel – Leibniz Lungenzentrum verfügt über zwölf Betten. Pro Jahr werden dort 50 Patienten von der künstlichen Beatmung entwöhnt.

( tz )

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