Kreis Segeberg

Fiasko bei der ersten digitalen Jahreshauptversammlung

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Gespannt hören Feuerwehrleute Landrat Ja Peter Schröder bei der virtuellen Jahreshauptversammlung zu.

Gespannt hören Feuerwehrleute Landrat Ja Peter Schröder bei der virtuellen Jahreshauptversammlung zu.

Foto: KFV SE

Segebergs Kreiswehrführer Jörg Nero wollte gerade seinen Jahresbericht 2020 abgeben, als die Internet-Verbindung zusammenbrach.

Kreis Segeberg.  Als Kreiswehrführer Jörg Nero am Freitag die 109. Jahreshaupt- und Delegiertenversammlung eröffnete, hatte das durchaus etwas Historisches. Denn Nero sprach nicht Auge in Auge zu den versammelten Kameradinnen und Kameraden im Saal. Die saßen alle Zuhause vor den PC-Schirmen. Coronabedingt war es die erste virtuelle Jahreshauptversammlung in der 129-jährigen Geschichte des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg. Und die erste ihrer Art im Landesfeuerwehrverband.

Damit es gelingt, hatten die Segeberger Feuerwehrleute Sönke Möller und Patrick Juschka alles technisch mögliche versucht. Aus einem improvisierten Live-Studio in der Kreisfeuerwehrzentrale in Bad Segeberg wurde gesendet.

Das ging soweit ganz gut. So konnte zum Beispiel der Feuerwehrseelsorger Martin Lorenz, Pastor aus Norderstedt und Nachfolger von Pastor Gunnar Urbach in der Psychosozialen Versorgung nach belastenden Einsätzen, den Toten aus den Reihen der Wehr gedenken.

Die erste virtuelle Jahreshauptversammlung fand ein jähes Ende

Auch Landrat Jan Peter Schröder zollte seinen Respekt für das durch die Wehren 2020 in der Pandemie Geleistete. Doch als Kreiswehrführer Nero schließlich seinen Jahresbericht vertragen wollte, ging nichts mehr. Die Streaming-Plattform streikte, die Internetverbindung brach ab. Und trotz großer Bemühungen gelang die Wiederverbindung nicht. Die erste virtuelle Jahreshauptversammlung fand ein jähes Ende.

Schließlich wandte sich Nero über Facebook an die etwa 260 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Versammlung werde offline weitergeführt, gefilmt und später hochgeladen.

Nachzutragen bleibt: Die Wehr blickt kreisweit auf ein eher ruhiges Jahr zurück. Statt 3804 Einsätze wie 2019 gab es nur 3218 Einsätze, also 586 weniger. In 45 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um technische Hilfe. Es gab 153 große, 163 mittlere und 388 kleinere Brände. 469 mal rückten die Feuerwehren umsonst aus, weil es sich um Fehlalarme handelte.

Was den Ausblick auf 2021 anging, so hielt sich Nero bedeckt. „Das erscheint bisweilen wie der Blick in eine große Glaskugel. Feste Planungen lassen sich nur selten sicher umsetzen, die Unsicherheiten überwiegen.“ Der Wunsch bleibt, dass die nächste Versammlung wieder in einer geschmückten Wachel stattfinden kann.

( abm )

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