Kreis Segeberg

Erste Testzentren sind bis Ostern ausgebucht

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Christian Leder betreibt die beiden größten Schnelltestzentren im Kreis Segeberg.

Christian Leder betreibt die beiden größten Schnelltestzentren im Kreis Segeberg.

Foto: Christopher Herbst

Betreiber in Norderstedt und Henstedt-Ulzburg berichten von hoher Nachfrage im Vorfeld der Feiertage.

Henstedt-Ulzburg.  Christian Leder meldet „ausverkauft“. Und zwar für sämtliche verfügbaren Termine von Gründonnerstag bis Karsonnabend in den beiden Corona-Schnelltestzentren seiner Firma „First & Safe“ im Kulturwerk am Norderstedter Stadtpark sowie am Kirchweg in Henstedt-Ulzburg. Viele Tausend Menschen wollen sich offenbar noch mit dem kostenlosen Antigen-Schnelltests vor den Feiertagen absichern.

Auch im Zentrum von „deincoronatest.com“ in der ehemaligen Schule Aurikelstieg gebe es einen „positiven Trend“, sagt Betreiber Blall Shirdel. „Wir haben bisher von Donnerstag bis Sonntag in der nächsten Woche 830 Anmeldungen. Viele Norderstedter nehmen das Angebot nach und nach an. Es ist die Alternative zum Lockdown.“ Wie viele Abstriche positiv ausfallen, dürfen die Betreiber aus Gründen des Datenschutzes nicht öffentlich sagen. Dass hier allerdings zahlreiche asymptomatische Fälle entdeckt, gegebenenfalls Infektionsketten frühzeitig gebrochen werden können, ist kein Geheimnis.

Christian Leder, der 25 Mitarbeiter regelmäßig im Einsatz hat, überlegt nun, kurzfristig eine mobile Teststation am Kulturwerk anzubieten – damit möglichst niemand unangemeldet ins Zentrum kommt, da dies die Wartezeiten verlängert. Derweil steht fest: Die Betreiber dieser Zentren können jeweils zum Monatsende eine Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung machen, „diese Abrechnung hat ein Zahlungsziel von zwei Monaten“, so Leder. Die Kosten trägt der Bund. Allerdings ist die Kalkulation knapp: Ab 1. April gibt es pro Test nicht mehr 9 Euro, sondern nur noch 6 Euro Sachkosten. Dazu kommt eine Pauschale von 12 Euro pro Test für die Durchführung. Das Problem, so Leder: Das von ihm bisher verwendete Produkt des Herstellers Roche – dieses gilt als sehr zuverlässig bei den Ergebnissen – kostet im Einkauf 6,90 Euro. In Konsequenz richtet er sich darauf ein, auf einen günstigeren Anbieter umzustellen, „weil es nicht anders geht“. Nur: „Dann schaffen wir weniger Tests, wir brauchen pro Test dann einfach länger.“ Er schätzt den Unterschied pro Stunde auf sechs bis zehn Abstriche.

Nimmt man unterdessen die Infektionszahlen der letzten Tage zusammen, dürfte das Robert-Koch-Institut am heutigen Sonnabend wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 für den Kreis Segeberg vermelden. Am Freitag waren es 57 weitere, die per PCR-Test nachgewiesen wurden. Darunter waren 21 Kontaktpersonen. Aktuell sind 823 Menschen im Kreis infiziert, 222 Fälle konnten auf die hoch infektiöse britische Mutation B.1.1.7. zurückgeführt werden. 2168 Segebergerinnen und Segeberger sind in häuslicher Quarantäne. In Zusammenhang mit Covid-19 müssen 27 Erkrankte klinisch versorgt werden, drei davon auf einer Intensivstation.

( che )

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