Kreis Segeberg

Kriminalstatistik 2020: Rückgang der Fälle um 7,5 Prozent

| Lesedauer: 4 Minuten
Ein „Einbrecher“ blickt an einem Haus durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene). Die Zahl der Einbrüche ging im vergangenen Jahr zurück.

Ein „Einbrecher“ blickt an einem Haus durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene). Die Zahl der Einbrüche ging im vergangenen Jahr zurück.

Foto: Daniel Maurer / dpa

Corona-Effekt sei zu spüren, heißt es aus der Polizeidirektion Segeberg – es gab deutlich weniger Diebstähle.

Kreis Segeberg. Corona macht es auch den Kriminellen schwer, ihrem Tagwerk nachzugehen. „Wir soll man als Taschendieb anständig arbeiten, wenn man zu jedem Opfer zwei Meter Abstand halten muss?“, sagte Comedy-Lady Lisa Eckhart kürzlich im Ersten.

Tatsächlich gibt es in der Kriminalstatistik 2020 der Polizeidirektion Bad Segeberg, die das Kriminalitätsgeschehen in den Kreise Segeberg und Pinneberg abbildet, einen Corona-Effekt. 2020, das Covid-19-Jahr, sei aus kriminalistischer Sicht ein besonderes Jahr gewesen, heißt es. Die Lockdown-Beschlüsse sowie Reise- und Kontaktverbote brachten die Leute von den Straßen und nahmen somit den Kriminellen die Tatgelegenheiten. Und wenn ständig und zu jeder Zeit jemand im Haus oder in der Wohnung sitzt, dann wird es mit dem Einbruch schwer. Geschweige denn, man kann als ausländischer Täter aufgrund der Einschränkungen in der Bewegungs- und Reisefreiheit gar nicht erst einreisen nach Deutschland.

So ging die Anzahl der registrierten Straftaten in der Polizeidirektion Bad Segeberg im Vergleich zu 2019 um 7,51 Prozent zurück. Wenn man sich den Kreis Segeberg im speziellen betrachtet, wird der Rückgang sogar noch deutlicher. Im Jahr 2020 registrierte die Polizei im Kreis exakt 13.970 Straftaten. Und das waren 1.327 Taten weniger als im Jahr 2019, ein Minus von 8,7 Prozent. Die Aufklärungsquote sinkt um 1,5 Prozentpunkte auf 52,3 Prozent (2019: 53,8 Prozent) – leicht unter Landesniveau (55,8 Prozent). 6.173 Tatverdächtige wurden ermittelt, wenn man ausländerrechtlichen Verstöße herausrechnet, bleiben 5.759 Personen, von denen 1.458 keine deutsche Staatsbürgerschaft hatten (25,3 Prozent).

Fast 35 Prozent der 13.790 Taten im Jahr 2020 waren immer noch Diebstähle. Die Polizei verzeichnete 4.802 Fälle. Aber im Vergleich zum Vorjahr sind das aber 986 Fälle weniger. Der angerichtete Schaden liegt hier bei 7,6 Millionen Euro. Einen ebenfalls nennenswerten Anteil nehmen die Vermögensdelikte ein. 2.036 Fälle (14,6 Prozent) sind registriert, etwa 500 weniger als 2019. Der Schaden hier: 7,2 Millionen Euro. Innerhalb dieser Gruppe machen die Betrugsfälle mit 1457 Taten drei Viertel aus.

Was Mord und Totschlag angeht, so erfasste die Polizei im Kreis Segeberg 2020 nur sieben Straftaten – 2019 waren es mit 23 Fällen mehr als dreimal so viele. Es kam zu drei Morden (2019: 17), drei Totschlagsdelikten (5) und einer fahrlässigen Tötung (1). 85,7 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt.

Die Sexualdelikte nahmen leicht zu. 186 Fälle wurden aufgenommen (169), darunter 19 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen und Übergriffe in besonders schweren Fällen (21). Der sexuelle Missbrauch nahm im Corona-Jahr nur leicht zu. 58 Fälle waren es 2020, zwei mehr als 2019. 36 Mal waren Kinder die Opfer, fünf mehr als 2019. Der Häuslichen Gewalt rechneten die Polizisten 2020 im Kreis 372 Fälle zu, ein moderater Anstieg von 3 Prozent oder 27 Fällen im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Rohheitsdelikte – also Körperverletzung oder Raub – gab es 2020 einen starken Rückgang. 1.404 Körperverletzungsdelikte sind einschlägig, 161 weniger als 2019. Besonders signifikant ist der Rückgang bei den schweren Fällen. Davon gab es 284, also 66 weniger als noch 2019.

Allen coronabedingten Veränderungen zum Trotz: Die Anzahl der Raubstraftaten nimmt deutlich zu. Die Fallzahlen steigen von 61 Fällen im Jahr 2019 auf 92 Fälle im Jahr 2020. Gerade der Straßenraub legt mit 45 Fällen zu (2019: 27). Die Ladendiebe waren auch aktiver: 24 Fälle (18). Der Gesamtschaden durch alle Fälle beziffert die Polizei auf 17,1 Millionen Euro (2019: 20,2 Millionen Euro). Und: Die Kriminalität im Kreis ist männlich: 77,3 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen sind Männer.

( abm )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt