Kommentar

Trauriger Zustand der SPD-Basis

Burkhard Fuchs
Abendblatt-Mitarbeiter Burkhard Fuchs.

Abendblatt-Mitarbeiter Burkhard Fuchs.

Foto: Thorsten Ahlf / THORSTEN AHLF / FUNKE FOTO SERVICES

Abendblatt-Mitarbeiter Burkhard Fuchs kommentiert die Kür des Bundestagskandidaten in Norderstedt

Was ist nur aus der einst so stolzen SPD geworden? Es grenzte zeitweise an ein Trauerspiel, was sich da am Sonnabend auf der politischen Bühne in der Moorbekhalle abspielte. Kandidaten, die niemand im Saal verstehen, geschweige denn überzeugen konnte.

Was sie denn noch sagen solle, fragte eine ratlos erscheinende Bewerberin doch tatsächlich am Rednerpult, als sie sich und ihre politische Position vorstellen sollte. Ein anderer verwies ständig auf seine Vorredner und wie toll die SPD doch in der Bundesregierung agiere. Sogar ein abgehalfterter Ex-CDU-Mann durfte sich profilieren und die Genossen veralbern.

Das hat die SPD nicht verdient. Aber die Umfragen zeigen ja, in welchem desolaten Zustand sich die Partei befindet. Und das spiegelt sich offenbar auch bei der Kandidatenkür an der Parteibasis wider. Es fehlt an Esprit und Ideen. Kaum einer traut sich aus der Deckung, um das Ruder im Stimmungstief herumzureißen.

An Eifer und Elan mag es dem gewählten Bundestagskandidaten Bengt Axel Bergt nicht mangeln. Wie es mal aufblitzte, als er die Corona-Lockdown-Politik als Skandal geißelte, weil sie die alten Leute nicht geschützt hat. Aber eine Chance gewählt zu werden, wird er kaum haben. Die SPD spielt bundesweit keine Rolle mehr. Und Bergt ist viel zu jung und unerfahren, um einen guten Listenplatz zu ergattern. Die wenigen werden sich die Altvorderen zu sichern wissen. Schade für den Kreis Segeberg, der weiter ohne SPD-Stimme in Berlin bleiben wird. Der Nachbarkreis Pinneberg hat da mit Ralf Stegner auf einen einflussreichen Kandidaten gesetzt.

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