Corona-Ausbruch

20 infizierte Kita-Kinder stecken ihre Eltern an

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Andreas Burgmayer

Der Corona-Ausbruch in einer Segeberger Kita entwickelt sich zum Infektions-Hotspot

Kreis Segeberg.  Der Blick nach Bad Segeberg, in die evangelisch-lutherische Kita Südstadt genügt um zu verstehen, dass die derzeitige Pandemielage keinen Regelbetrieb von Kitas und Schulen zulässt. Der Corona-Ausbruch dort entwickelt sich zu einem großen Infektions-Hotspot. Waren dort am Dienstag noch neun Infizierte vom Infektionsschutz des Gesundheitsamtes gemeldet worden – darunter zwei Kinder – , so meldete Kreissprecherin Sabrina Müller am Donnerstag, dass die Zahl der Infizierten auf 30 gestiegen sei. „Bei 20 weiteren Kindern ist das Virus bislang nachgewiesen worden. Teilweise sind bereits auch Elternteile infiziert. Es wird geprüft, ob es sich bei dem Erreger um die britische Virusvariante handelt. Wann die Ergebnisse vorliegen, ist derzeit nicht bekannt.“

Deswegen zieht Landrat Jan Peter Schröder nach Abstimmung mit der Landesregierung nun die Notbremse. Im Kreis Segeberg kehren die Kitas, Krippen und Horte am kommenden Montag, 15. März, vom Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen in den eingeschränkten Regelbetrieb zurück. An den Schulen gehen die Jahrgangsstufen 1 bis 6 in den Wechselunterricht. Die Jahrgangsstufen 7 bis 13 lernen weiterhin in Distanz.

Die verschärften Regeln gelten zunächst für die kommende Woche und werden dann anhand der Infektionslageerneut bewertet. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Landrat Schröder. „Denn natürlich wissen wir, was diese erneuten Einschnitte für Familien, Eltern und nicht zuletzt für die Kinder bedeuten. Aber die Corona-Fallzahlen im Kreis Segeberg steigen seit einigen Tagen wieder an. Das Infektionsgeschehen ist diffus und über das gesamte Kreisgebiet verteilt.“

Dem Infektionsschutz des Kreises seien aktuell in etwa 20 Schulen, Krippen, Kitas und Horten positive Corona-Fälle bekannt – sowohl bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch bei Kindern. „Dabei handelt es sich glücklicherweise in den allermeisten Einrichtungen nur um einzelne Fälle“, so der Landrat. „Aber gerade bei der Betreuung der Jüngsten können Abstände und Hygieneregeln – anders als beim Einkaufen oder bei einem Besuch in einem Tierpark an der frischen Luft – nur sehr schwer oder gar nicht eingehalten werden.“

Der Landrat appelliert an alle Arbeitgeber, Mütter und Väter in diesen schwierigen Zeiten wohlwollend zu unterstützen. Schröder: „Wir müssen uns immer wieder verdeutlichen, dass wir uns in einer historischen Ausnahmesituation befinden, für die es kein Lehrbuch gibt, weswegen wir alle zu Kompromissen bereit sein sollten.“

Kreisweit wurden von Mittwoch auf Donnerstag 51 per PCR-Test nachgewiesene Corona-Neuinfektionen registriert inklusive die 20 Kinder des Kindergartens Südstadt in Bad Segeberg. Die Gesamtzahl aller bisher nachgewiesenen Infizierten im Kreis beträgt jetzt 4.580. Insgesamt 80 Infektionen davon sind auf die britische Virusvariante B. 1.1.7 zurückzuführen (+ 9 seit Mittwoch). Wieder als genesen gelten 3.855 Menschen. Aktuell sind 593 Personen mit Corona infiziert. In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 1.729 Personen.

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