Kaltenkirchen

Sabine Speers mythische Welten

| Lesedauer: 3 Minuten
Zoe Gaimann
Noch ist das Schreiben nur ein Hobby. Doch wenn Sabine Speer (61) in Rente geht, möchte sie sich ganz dem Autorenberuf widmen.

Noch ist das Schreiben nur ein Hobby. Doch wenn Sabine Speer (61) in Rente geht, möchte sie sich ganz dem Autorenberuf widmen.

Foto: Sabine Speer / Speer

Kaltenkirchener Sekretärin schreibt in der Freizeit historische und fantasievolle Bücher.

Kaltenkirchen.  Wenn Sabine Speer nicht gerade ihrem Beruf als Sekretärin nachgeht, schreibt sie über mythische Welten, in denen es Drachen, Kobolde und Feen gibt. Im Dezember des vergangenen Jahres hat sie ihr erstes Kinderbuch „Mathilda und Leopold – ein Kobold auf Abwegen“ veröffentlicht. „Ich möchte Kinder mit der Geschichte ermutigen, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und sich in zauberhafte Welten zu träumen“, sagt die Autorin. Sie findet, dass mythische und märchenhafte Geschichten in den aktuellen Kinderbüchern zu kurz kommen. „Mit der Figur Mathilda bringe ich solche Geschichten in die heutige Welt zurück“, sagt die 61-Jährige.

Mathilda ist nämlich eigentlich ein ganz normales Mädchen, bis sie über die Ferien zu ihren drei schrulligen Großtanten geschickt wird und dort eine kleine Zauberwelt mit Feen und Elfen entdeckt. Trotz seiner schroffen Art freundet sich Mathilda mit dem Kobold Leopold an, den sie auf den richtigen Pfad führen muss, bevor es zu einem Unglück kommt.

In das Buch sind auch Geschichten aus Sabine Speers Kindheit eingeflossen. Mathildas Großtanten sind von ihrer Urgroßmutter und deren Schwestern inspiriert. „Ganz so ulkig waren die allerdings nicht“, lacht sie.

Ihr Interesse geht aber über Kindermärchen hinaus, hinein in die Welt der Mythologie. Seit 35 Jahren beschäftigt sich Sabine Speer mit der Literatur um die Artussage, der Legende über einen König, der um das Jahr 500 über Britannien geherrscht haben soll. Ihr Buch „Das Erbe des Pendragon“, das im Dezember 2020 erschienen ist, hangelt sich an der Sagenliteratur und historischen Fakten entlang. „Britannien war bis in das 4. Jahrhundert römisch besetzt. Danach brach Chaos aus, man spricht von den Dark Ages“, erklärt sie den geschichtlichen Hintergrund. Durch die europäische Literatur des Mittelalters ist die Artussage zum Blühen gekommen. Viele Schriftsteller haben die Sage um König Artus, der Britannien in vielen Schlachten aus der Dunkelheit geführt haben soll, mit neuen Figuren und Handlungssträngen ausgeschmückt.

Sabine Speer erzählt in ihrem Buch die Geschichte von Iseabail, der Schwester von Artus, die mit ihm Seite an Seite um die Befreiung Britanniens kämpft – und stets ihren eigenen Kopf hat. Die Figur hat sie sich ausgedacht. „Ich finde die Erzählweise aus einer weiblichen Perspektive sehr interessant und wollte mal eine weibliche Figur in den Fokus einer solchen Geschichte legen“, sagt Sabine Speer.

Noch ist das Schreiben nur ein Hobby. Wenn sie in Rente geht, möchte sich Sabine Speer ganz dem Autorenberuf widmen. Dieses Jahr veröffentlicht sie außerdem eine überarbeitete Version ihres Buches „Anneke und andere historische Erzählungen“. In dem Erzählband erweckt sie schleswig-holsteinische Geschichte anhand von Kurzgeschichten zum Leben. Die Geschichte Schleswig-Holsteins ist eine weitere Leidenschaft von Sabine Speer, die in Hamburg geboren ist und seit den 70er-Jahren in Kaltenkirchen lebt.

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