Norderstedt

Sie wollen singen – wer macht mit?

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Heike Linde-Lembke
Noch stehen sie vor dem Norderstedter Kulturwerk. Doch der Frauenchor Charisma hofft, bald auch wieder in geschlossenen Räumen Konzerte geben zu können.

Noch stehen sie vor dem Norderstedter Kulturwerk. Doch der Frauenchor Charisma hofft, bald auch wieder in geschlossenen Räumen Konzerte geben zu können.

Foto: Heike Linde-Lembke

Trotz Corona: Der Frauenchor Charisma sucht weitere Sängerinnen im Alter von 18 bis 80 Jahren. Das Repertoire reicht von Gospel bis Klassik.

Norderstedt.  Sie lassen sich ihre gute Laune nicht verderben. Dafür lieben sie das Singen zu sehr. Sie ziehen auch in der kühlen Jahreszeit ins Freie, stellen sich in gebührendem Corona-Abstand zwischen den Bäumen auf und singen aus voller Kehle und Seele. Die 20 Frauen des Norderstedter Laienchores Charisma strahlen so viel Zuversicht und Fröhlichkeit aus, dass sie auch immer wieder zufällig des Weges kommende Spaziergänger begeistern. Und prompt neue Sängerinnen gewinnen. Doch das reicht den Charisma-Frauen nicht – sie wollen mehr!

„Wir suchen dringend Sängerinnen in den Sopran- und Altlagen“, sagt Renate Degenhardt-Lüdtke, Vorsitzende des Chorvereins, und verspricht ein kostenfreies Online-Training. Das Repertoire der munteren Sängerinnen umfasst alles, was singbar ist, von Folklore und Gospel über Klassik bis Pop, Rock und Swing bis zu Volksliedern – Hauptsache die Frauen können singen.

„Ich bin im Stadtpark spazieren gegangen, als ich plötzlich den Chor hörte, und war sofort so fasziniert, dass ich die Sängerinnen ansprach“, sagt Kerstin Walensky. Die 55-jährige Norderstedterin war schon lange auf der Suche nach einem Chor und hatte sich Charisma bereits im Internet angehört. „Doch als ich sie im Stadtpark hörte, war ich vollends begeistert, und seitdem bin auch ich dabei“, sagt Walensky. Jetzt vervollständigt sie den ersten Sopran.

„Mir ging es ebenso“, sagt Vera Last. Die 56-Jährige hatte in der Zeitung gelesen, dass Charisma Sängerinnen sucht. „Das kam für mich zur rechten Zeit, denn ich musste aufgrund eines Schicksalsschlages dringend etwas für meine Seele tun, und das Singen im Chor hat mir sehr geholfen“, sagt die Norderstedterin und ergänzt: „Singen ist für mich ein großes Stück meines Lebens.“ Normalerweise probt der Norderstedter Frauenchor im Haus der Arbeiterwohlfahrt am Cordt-Buck-Weg. Aber jetzt in Corona-Zeiten singen die Frauen entweder vor dem Awo-Haus oder ziehen in den Stadtpark. Wenn das Wetter das Draußen-Singen gar nicht zulässt, proben sie im großen Saal im Gasthaus Zur Glashütte bei Stubbe an der Segeberger Chaussee.

„Inzwischen sind wir auch online-fit und proben per Zoom“, sagt Chorleiterin Bianka Kilwinski. Die Gesangslehrerin und Musikerin leitet mehrere Chöre in der Region. Neue Sängerinnen werden sofort mit Zoom vertraut gemacht, weil der Chor für dieses Jahr bereits einige Auftritte geplant hat und dafür proben will, beispielsweise für Auftritte im Stadtpark beim traditionellen Parkerwachen am 1. Mai und im Spätsommer, bei einem Stadtteilfest am 11. September, für ein Norderstedter Chortreffen beim städtischen Musikfest im Kulturwerk, für ein gemeinsames Konzert mit dem Don-Kosaken-Männerchor im Oktober und natürlich für diverse Weihnachtskonzerte. „Das klappt hoffentlich alles, wichtig aber ist vor allem, miteinander singen zu können“, sagt Renate Degenhardt-Lüdtke.

Außerdem feiert Charisma in diesem Jahr den fünften Chor-Geburtstag. Organisatorisch gehören die Sängerinnen zur Chorgemeinschaft Alster-Nord, sodass sie anerkannter Kulturträger sind und von der Stadt mit Räumen, Auftrittsmöglichkeiten, Rat, Tat und Zuschüssen unterstützt werden.

Für Konzerte proben die Sängerinnen auch intensiv bei Chor-Freizeiten und -Wochenenden, wenn es Corona denn zulässt. „Darauf hoffen wir natürlich sehr, denn ebenso wichtig wie das gemeinsame Singen ist auch die wunderbare Gemeinschaft, die der Chor uns bietet“, betont Renate Degenhardt-Lüdtke.

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