Norderstedt

Impfeinladungen kommen verzögert

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Corona-Impfzentrum in Norderstedt.

Corona-Impfzentrum in Norderstedt.

Foto: Christopher Herbst

Senioren klagen über langsame Verfahren für Terminvereinbarung. Norderstedter Impfzentrum startet Montag, ist aber nicht ausgebucht.

Norderstedt.  Es ist nur wenige Tage her, dass das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium per Pressemitteilung bekanntgab, dass in dieser Woche der Versand der letzten 77.600 Impf-Einladungen an Seniorinnen und Senioren über 80 beginnen solle. Wie zuvor schon 110.000 Menschen gehören sie zu der Gruppe der höchsten Priorität, die sich mit einem individuellen PIN-Code bei einer gesonderten Hotline melden können.

Zum Wochenende waren allerdings längst noch nicht alle Briefe eingetroffen, das Abendblatt weiß von diversen Norderstedtern, die bislang vergeblich warten. Einer von ihnen ist der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek. „Die Altersgruppe von 80 bis 82 ist so zahlreich, dass nur die Hälfte dieser Gruppe einen Brief bekommen hat, die andere Hälfte muss bis etwa Mitte März warten. Aber auch die erste Hälfte wird kaum einen Termin vereinbaren können, weil das Anmeldesystem völlig überlastet ist“, hat er erfahren. „Und ab Mitte März soll dann die Terminvergabe möglich sein, egal, wann man den Brief bekommen hat, aber in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des Impfstoffes. Jetzt können die 80- bis 82-Jährigen nur hoffen, dass das organisatorische Impf-Chaos des Landes nicht noch diese Vorhersagen außer Kraft setzt.“

Gleichwohl wird in der Landesregierung darüber beraten, das Einladungsverfahren auch für die älteren Menschen ab 70, die zur zweithöchsten Gruppe der Impfberechtigten zählen, anzuwenden. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis der Kreis derjenigen Bürgerinnen und Bürger, die einen Termin buchen können, entsprechend erweitert wird. Dann wären Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie COPD, weitere Berufsgruppen wie etwa Zahnärzte oder Menschen mit Behinderungen an der Reihe, dazu auch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie die Polizei.

„Bis Mitte März“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann, deren Wahlkreis auch Norderstedt umfasst, soll das Impfangebot auf diese zweite Gruppe erweitert werden. Zunächst werden ab Montag, 1. März, sämtliche 28 Impfzentren in Schleswig-Holstein in Betrieb sein, die Auslastung beträgt dann 70 Prozent. Allerdings, und das gehört zur Wahrheit ebenso dazu, sind weiterhin längst nicht alle Termine für eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca – zugelassen nur für unter 65-Jährige – vergeben.

Am neunten Tag in Folge kein Covid-19-Todesfall im Kreis

Auch für Norderstedt waren am Freitag weiterhin einige Hundert Termine für den gesamten März verfügbar. Rathje-Hoffmann wirbt darum, diese Möglichkeit wahrzunehmen. „Der Impfstoff ist hochwirksam.“ Allerdings wird davon ausgegangen, dass dieses Missverhältnis ein Ende nehmen wird, sobald eine größere Gruppe ein Anrecht auf Impfungen erhält. „Die erste Gruppe ist fast fertig“, so die Sozialpolitikerin.

Dass die Impfungen Leben retten, zeichnet sich immer mehr ab. Am neunten Tag in Folge wurde am Freitag im Kreis kein Covid-19-Todesfall registriert, generell ist von Ärzten zu hören, dass auch Erkrankungen in Alten- und Pflegeheimen immer öfter moderat ablaufen. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen betrug 19, aktuell sind 375 Personen im Kreis infiziert (Sieben-Tage-Inzidenz: 50,5), 19 werden in einer Klinik versorgt.

( che )

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