Henstedt-Ulzburg

Neue Stadtplanerin soll IGEK-Verfahren in Schwung bringen

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Bianca Iwersen (28), eine gebürtige Elmshornerin, war zuletzt in Baden-Württemberg tätig.

Bianca Iwersen (28), eine gebürtige Elmshornerin, war zuletzt in Baden-Württemberg tätig.

Foto: Christopher Herbst

Bianca Iwersen übernimmt in Henstedt-Ulzburg wichtige Aufgabe als Projektleiterin für das Gemeinde-Entwicklungskonzept.

Henstedt-Ulzburg.  Nach zwölf Monaten des Stillstands soll das Integrierte Gemeinde-Entwicklungskonzept (IGEK) für Henstedt-Ulzburg in diesem Jahr endlich wieder in Bewegung kommen. Und das unter neuer Leitung. Mit Bianca Iwersen ist seit Jahresbeginn eine neue Stadtplanerin im Rathaus tätig, sie übernimmt eine anspruchsvolle Aufgabe.

Ihre Vorgängerin Kristi Grünberg hatte im Februar 2020 gekündigt, damals wurden gesundheitliche Gründe genannt. Allerdings hatte es auch zunehmend Streit mit der Politik über die Arbeit am IGEK gegeben – ein Vorwurf, der wiederholt wurde, war, dass der Bürgerwille nicht ausreichend in einer Vorauswahl von Schwerpunkten berücksichtigt worden war.

Dass das Konzept, das im Optimalfall eine langfristige Basis für zentrale politische Entscheidungen sein soll, nur gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt werden kann, betont Iwersen. Das habe sie auch an Henstedt-Ulzburg gereizt. „Jede Kommune ist individuell, die Inhalte sind andere.“ In Henstedt-Ulzburg sei ihr die Bürgerbeteiligung aufgefallen. „Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich bei vielen öffentlichen Bürgerwerkstätten aktiv mit einbringen. Auch unterschiedliche Altersgruppen wie Jugendliche und Senioren wurden mit einbezogen, das ist in diesem Umfang nicht selbstverständlich.“ Es sei zu spüren, dass den Menschen das Konzept wichtig sei. „Das IGEK soll uns zukünftig als Strategiepapier für die Ortsentwicklung dienen. Am Ende werden wir einen Handlungsleitfaden in den Händen halten, an dem sich Kommunalpolitik und Verwaltung gemeinsam orientieren können.“

Sie hat bereits acht Stadt- und Dorfentwicklungskonzepte begleitet

Die 28-Jährige, die wie zuvor Grünberg von Martina Pfalzgraf assistiert wird, bringt viel Erfahrung mit, hat in Bayreuth und Stuttgart studiert, einen Masterabschluss in Planung und Partizipation, betreute von 2017 bis 2020 für eine Stadtentwicklungsgesellschaft acht Stadt- und Dorfentwicklungskonzepte. Das lief durchaus unterschiedlich, manchmal sei es den Orten auch nur darum gegangen, Fördermittel zu akquirieren. Die Region rund um Henstedt-Ulzburg ist ihr durchaus vertraut, schließlich ist Iwersen eine gebürtige Elmshornerin. Seit Jahresbeginn hat sie sich zudem frische Eindrücke der Großgemeinde verschafft. „Ich war mit Ortspolitikern unterwegs auf Spaziergängen, zu zweit, das ist gut angenommen worden.“ Wie vielschichtig Henstedt-Ulzburg mit seinen dörflichen und eher urbanen Bereichen ist, hat sie schnell erkannt. „Das ist immer eine Herausforderung, mit verschiedenen Ortsteilen, die immer unterschiedliche Entstehungsgeschichten haben, umzugehen.“

Öffentlicher Video-Infoabend am 22. März

Ihr erster öffentlicher Auftritt wird am Montag, 22. März, sein, dann tagt formal der IGEK-Ausschuss, es wird aber in erster Linie eine Informationsveranstaltung sein. „Die Zielgruppe an diesem Abend sind die Bürger“, sagt Bianca Iwersen. „Wir werden einen Zeitplan vorstellen.“ Wie derzeit üblich, wird die Sitzung im digitalen Videoformat stattfinden und über www.henstedt-ulzburg.de übertragen. In den Monaten danach sind Politikwerkstätten vorgesehen, die Strategien und konkrete Maßnahmen erarbeiten – immer auf Basis der Ergebnisse aus den Bürgerbeteiligungen in den Ortsteilen. Im Frühjahr 2022 könnte das IGEK dann abgeschlossen sein und schrittweise umgesetzt werden.

Bürgermeisterin Ulrike Schmidt sagte, dass „wir den Schwung mit einem neuem Team auf Politik und Bürger übertragen wollen. Es ist ein gemeinsames Projekt“. Es habe immer wieder Fragen aus der Bevölkerung gegeben, was denn nun sei mit dem IGEK. Und Ortsplaner Volker Duda versprach: „Wir wollen die Kommunikation mit Politik und Bevölkerung verbessern. Damit schaffen wir eine Transparenz, die vielleicht vorher nicht gesehen worden ist.“

( che )

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