Tangstedt

Neues Altenheim – Ausschuss stimmt über B-Plan ab

| Lesedauer: 3 Minuten
Seit Ende 2020 steht das frühere „Haus Sommer“, ein Alten- und Pflegeheim in der Dorfstraße, leer.

Seit Ende 2020 steht das frühere „Haus Sommer“, ein Alten- und Pflegeheim in der Dorfstraße, leer.

Foto: Thorsten Ahlf

Grüne wiederholen Kritik an Art und Weise der Planung für Großprojekte in der Tangstedter Dorfmitte.

Tangstedt.  Der Umwelt- und Planungsausschuss der Gemeinde Tangstedt wird auf seiner Sitzung am Dienstag (19.30 Uhr, Turnhalle) aller Voraussicht nach eines der in jüngerer Vergangenheit am meisten diskutierten Bauleitverfahren abschließen. Es geht um die Änderung des Bebauungsplans 28, und darin insbesondere um Voraussetzungen für ein neues Alten- und Pflegeheim in der Dorfstraße. Hier waren in den letzten Monaten Argumente für eine langfristig angelegte Entwicklung der Ortsmitte und der Bedarf an Wohnraum für Senioren aufeinandergeprallt.

Die Grünen hatten die Art und Weise des Verfahrens stets kritisiert, sprechen davon, dieses sei „mit der Dampfwalze durch das Dorf getrieben worden“. Aus ihrer Sicht ist das Projekt (rund 80 Heimplätze) zu groß für die Umgebung in der Dorfstraße, zumal hätte die Fläche in grundsätzliche Überlegungen über die Zukunft des Bereichs rund um das Rathaus integriert werden müssen. „Es ist kein bürgerfreundliches Verfahren, es wurde keine Rücksicht auf die Belange der Anwohner genommen. Man hat das Thema über Jahre in der Gemeinde verpennt und nie geschaut, wo es eine Möglichkeit für einen Neubau gibt“, sagt der Fraktionsvorsitzende Stefan Mauel. Optionen hätte es gegeben, etwa im Bereich der Tangstedter Feuerwache oder auf dem Areal „Lindenallee“.

Zudem wirft er Bürgermeister Jürgen Lamp (CDU) vor, mit falschen Tatsachen agiert zu haben – nämlich, dass eine Zustimmung der Gemeindevertretung am 16. September die Schließung des „Haus Sommer“ verhindert hätte, wie es Lamp öffentlich suggeriert hatte. Zur Erinnerung: Ende 2020 war das Alten- und Pflegeheim aufgegeben worden, die Bewohner mussten umziehen, das Gebäude wird wohl in den nächsten Monaten abgerissen. Eigentümer ist die Firma GWK aus Niedersachsen, die einen Pachtvertrag mit der insolventen Pflegeheim Sommer GmbH wegen Zahlungsrückständen gekündigt hatte. Aus Sicht der Grünen steht fest: Diese Entwicklung war unabwendbar. Mauel verweist auf eine E-Mail des Insolvenzverwalters – dieser gibt an, dass der Pachtvertrag am 9. September gekündigt worden sei. „Die Schließung des Haus Sommer war von der Politik völlig losgelöst“, so Mauel. „GWK hat die Tatsachen geschaffen.“

Doch ein Investorenverfahren für das Mühlengelände?

Wenige Meter entfernt befindet sich das Gelände der alten, maroden Mühle. Hier hatte es bereits einen Grundsatzbeschluss für einen Realisierungswettbewerb mit klaren Kriterien gegeben, für den sich Architekten bewerben sollten. Der Ausschuss wird Dienstag darüber abstimmen, ob die Mühle saniert oder abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt werden soll – das wäre eine Vorgabe für den Wettbewerb. Beide Varianten würden fast 1 Million Euro kosten.

Es gibt aber auch eine neue Alternative. Anders als beim Realisierungswettbewerb, an dessen Ende ein Bebauungskonzept vorliegen würde, wäre die zweite Variante ein Investorenauswahlverfahren. Dieses würde sich an Bewerbergemeinschaften, etwa ein Investor zusammen mit einem Architekt, richten, die Konzept und Kaufpreisangebot einreichen. Stefan Mauel lehnt das ab. „Die Bürger bleiben auf der Strecke, wenn es in einem Investorenverfahren mündet. Sie werden um eine Mitsprache in einer Bürgerwerkstatt gebracht.“

( che )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt