Corona-Update

Volle Dosis in der Dose

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Jan Schröter
Autor Jan Schröter

Autor Jan Schröter

Foto: Jan Schröter / Schröter

Der Mathematiker Christian Yates stellte eine aufsehenerregende Rechnung vor: Die Anzahl der in Menschen kursierenden Coronaviren beträgt zwei Trillionen.

Weil die ganzen Nullen hinter der Zwei sowieso nicht in eine Zeitungsspalte passen, liefert Yates gleich die Kurzfassung: es sind genau 2 mal 10¹⁸. Die Zählung kann nicht einfach gewesen sein, denn ein einzelnes Coronavirus misst im Schnitt nur schmale 100 Nanometer. Und wir Genies wissen ja alle, dass ein Nanometer exakt einem Millionstel Millimeter entspricht.

Falls Ihnen jetzt etwas der Kopf schwirrt, geht es Ihnen wie den meisten Menschen außer Mr. Yates. Und der legt noch einen drauf: Matscht man sämtliche Coronaviren zusammen, füllt diese Menge gerade mal ein Volumen von 160 Millilitern. Das passt geschmeidig in eine Cola-Dose, doziert Mr. Yates. Die handelsübliche Getränkedose fasst sogar 330 Milliliter, mithin wäre die Virendose nicht mal zur Hälfte voll. Leider verrät der Mathematiker nicht, was wir nun damit machen sollen. Aber so läuft das ja immer bei den Mathematikern, das kennen wir noch aus der Schule. Erst hauen sie Formeln raus, bis alles um Gnade winselt – und am Ende können sie nicht erklären, wozu das eigentlich gut sein soll. Das müssen wir also selbst herausfinden, wenn wir mit unserer halbvollen Corona-Dose dastehen. Nein, nicht mit dem gleichnamigen Bier. Der Behälter mit der komprimierten Seuche. Ich wäre ja dafür, die halbvolle Dose tatsächlich mit Cola aufzufüllen. So „gesund“, wie dieses Zeug ist, geben die Viren beim ersten Tropfen Colakontakt sofort den Löffel ab – Pandemie beendet. Die Dose zerstören darf man jedenfalls nicht, da sind noch 25 Cent Pfand drauf. Im Kühlschrank aufbewahren ist auch keine gute Idee. Denn ohne Corona machen sofort die Kneipen wieder auf. Und wenn man dann nach nächtlicher Heimkehr in heimischer Küche den Nachdurst mit dem erstbesten gegriffenen Getränk stillt, kann das bös danebengehen.

Was Christian Yates uns leider auch nicht verrät, ist, wie man die lästigen Viren überhaupt in die Dose bekommt. Die Biester hören ja wohl kaum auf freundliche Bitten. Befehle ignorieren sie ebenfalls. Vielleicht ergäbe sich eine Chance, wenn Herr Drosten sich im Rahmen eines Praktikums im Flohzirkus ein paar Dressurtricks aneignete, um die Viren auf Gehorsam zu drillen. Wer auf die Kraft der Märchen & Mythen schwört, könnte auf den „Virenfänger von Hameln“ hoffen. Oder auf mittelöstliche Kompetenz setzen, einige talentierte Schlangenbeschwörer aus Indien einfliegen und sie auf Virenbeschwörung umschulen. Unterm Strich ist das jedoch alles ziemlich umständlich. Dabei wäre es so einfach. Impft uns endlich! Dann würde man uns mit brotlosen Quatschrechenspielen verschonen, denn Mr. Yates hätte keine Langeweile mehr, sondern dürfte wieder Studenten unterrichten.

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