Corona-Pandemie

Terminvergabe für das Norderstedter Impfzentrum beginnt

| Lesedauer: 5 Minuten
Annabell Behrmannund Christopher Herbst
Nach mehrfacher Verzögerung gehen die Verantwortlichen nun vom 1. März als festen Starttermin für das Impfzentrum in der „TriBühne“ aus.

Nach mehrfacher Verzögerung gehen die Verantwortlichen nun vom 1. März als festen Starttermin für das Impfzentrum in der „TriBühne“ aus.

Foto: Christopher Herbst

Senioren über 80 und Menschen mit beruflicher Berechtigung können jetzt Immunisierungen für den Standort „TriBühne“ buchen.

Norderstedt.  Seit zwei Monaten schon warten die Norderstedterinnen und Norderstedter darauf, sich endlich in der „TriBühne“ gegen Corona impfen lassen zu können. Erst musste die Stadt darum kämpfen, überhaupt Standort zu werden.

Dann – nachdem man sich mit dem Kreis Segeberg und dem Land geeinigt hatte und die „TriBühne“ innerhalb weniger Tage zum Impfzentrum umrüstete – fehlte der Impfstoff. Nun hat das Gesundheitsamt den langersehnten Starttermin verkündet: 1. März. Das Abendblatt hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Möglich wird alles durch eingetroffene und erwartete Lieferungen der Biontech-, Moderna- und Astrazeneca-Impfstoffe. Schleswig-Holstein fährt daher den Betrieb in allen 28 Impfzentren hoch. Bisher waren nur 15 in Benutzung. Für den Kreis bedeutet das, dass ab März nicht mehr ausschließlich in Kaltenkirchen geimpft wird, sondern auch in Norderstedt und Wahlstedt. Zusammengerechnet sollen an den Standorten 21.084 Immunisierungen in vier Wochen möglich sein – fast siebenmal so viele wie seit Jahresbeginn in Kaltenkirchen.

Corona: Ab 15. März gibt es Impfungen für Über 80-Jährige in Norderstedt

„Es hängt wie immer alles an den Impfdosen, das Land kann nur verteilen, was kommt“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. „Aber ich gehe davon aus, dass es jetzt endlich funktioniert.“ Weiterhin, das ist sein Kenntnisstand, sei die Einrichtung in der „TriBühne“ auch für Hamburger vorgesehen, das haben die Hansestadt und Kiel vereinbart.

Einen kleinen Haken gibt es allerdings doch: Ältere Menschen aus Norderstedt müssen sich bis zum 15. März gedulden, um den Wirkstoff gegen das Coronavirus in ihrer Heimatstadt zu erhalten. In der „TriBühne“ wird in den ersten beiden Märzwochen nur der Impfstoff von Astrazeneca gespritzt. Dieser ist in Deutschland bisher nur für Menschen unter 65 zugelassen, weil die Wirksamkeit bei Älteren zu wenig belegt ist, daher erhält diesen vor allem medizinisches und pflegerisches Personal.

Noch kontaktieren die Impfzentren die ambulanten Pflegedienste direkt und vereinbaren mit ihnen Termine. Das Land überarbeitet derzeit das Anmeldesystem, damit auch Online-Buchungen für die Erst- und Zweitimpfungen mit Astrazeneca möglich sind. Das Serum wird, anders als Biontech, nicht nach drei Wochen, sondern erst nach zehn Wochen das zweite Mal verimpft.

Im Video: So funktioniert das Hamburger Corona-Impfzentrum

Da immer nur Doppeltermine vergeben werden und nur Personen unter 65 berechtigt sind, muss die Technik angepasst werden. „Wir hoffen, dass Buchungen ab der kommenden Woche wieder möglich sind“, sagt Marius Livschütz, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die Termine sollen wie zuvor im Internet über www.impfen-sh.de, unter 0800/455 655 0 sowie 116 117 buchbar sein.

Ganz wichtig: Personen über 80 Jahre werden weiterhin vom Land persönlich angeschrieben und können ihre Termine über eine spezielle Hotline vereinbaren. Dieses Verfahren wurde eingeführt, um Senioren die Anmeldung zu erleichtern – eine Konsequenz aus dem Anmeldechaos zu Jahresbeginn. Ab sofort können sich die berechtigten Personen zudem auch einen Standort aussuchen. Norderstedter müssen künftig also nicht mehr nach Kaltenkirchen fahren, sondern können sich in der „TriBühne“ impfen lassen. „Vorausgesetzt, es sind genügend Termine frei“, sagt Livschütz. Ansonsten müsse man warten.

Wenn der Impftermin erst einmal vereinbart ist, sind damit aber nicht automatisch alle Probleme gelöst. „Es gibt genügend Senioren, die körperlich so behindert sind, dass sie nicht ohne Weiteres zum Impfen in die ‚TriBühne‘ kommen“, sagt Jürgen Peters, Sprecher des Seniorenbeirats in Norderstedt.

Das DRK bereitet schon einen Impf-Fahrdienst vor

Bei ihm hätten in den vergangenen Wochen etliche ältere Menschen angerufen, die zwar einen Termin im Impfzentrum in Kaltenkirchen vereinbart hatten, aber nicht wussten, wie sie dort hinkommen sollten. „Diese Menschen können sich nicht einfach in die AKN oder U-Bahn setzen“, sagt Peters. Der Seniorenbeirat rechnet damit, dass sich nun vermehrt Leute melden werden, die Hilfe benötigen, um zum Impfzentrum zu gelangen. „Ich verweise sie dann an das Deutsche Rote Kreuz.“

Beim DRK laufen längst die Vorbereitungen für den Impfstart in Norderstedt. „Wir wollen einen Service anbieten, wollen die Leute begleiten“, sagt der Ortsvorsitzende Christoph von Hardenberg. Das betrifft bei Bedarf Unterstützung bei den nötigen Formalitäten wie dem Ausfüllen des Anamnese-Bogens, aber eben auch die Fahrt.

Impfzentrum: Das sollte beachtet werden

Hierfür steht ein Neun-Sitzer bereit, das Fahrzeug ist so umgebaut, dass die Fahrerkabine getrennt ist vom Passagierbereich. Mehr als zwei Personen können hiermit in der Regel trotzdem nicht transportiert werden. „Deswegen haben wir auch eine Kooperation mit dem Taxiunternehmen Klee.“ Aber eben nur für das Norderstedter Impfzentrum. „Kaltenkirchen ist schwierig, das ist mit viel Geld verbunden, und wir haben nicht so viele Autos.“

Beim Impfzentrum angekommen, sollte man neben seinem Personalausweis oder Reisepass, dem Einladungsschreiben oder Buchungscode sowie gegebenenfalls einer Bescheinigung über berufliche Tätigkeiten oder Vorerkrankungen auch einen Impfpass dabei haben. Wenn jemand keinen Impfpass hat oder ihn nicht mehr finden kann, gibt es vor Ort ein neues Exemplar. „Und sollte jemand den Pass nur zu Hause vergessen haben, erhält der oder die Geimpfte vor Ort eine Ersatzbescheinigung, die er oder sie dann in den Impfpass einlegen kann“, erklärt Kreissprecherin Sabrina Müller.

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