Entsorgung

Vergleich: Welcher Norderstedter Recyclinghof ist besser?

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Burkhard Fuchs
Wertstoffhof Norderstedt Friedrich-Ebert-Straße: Die Fachbereichsleiter Rolf Apfeld (links) und Thorsten Kühl.

Wertstoffhof Norderstedt Friedrich-Ebert-Straße: Die Fachbereichsleiter Rolf Apfeld (links) und Thorsten Kühl.

Foto: Burkhard Fuchs

WZV und die Stadt Norderstedt gehen getrennte Wege bei der Müllentsorgung – und die Bürger haben nun die Qual der Wahl. Alle Infos.

Norderstedt.  Eine Stadt, zwei Recyclinghöfe: Wer Wertstoffe wie Bauschutt, Sperrmüll, Grünabfälle, alte Elektrogeräte oder Kunststoffe in Norderstedt zu entsorgen hat, kann es sich seit Anfang Januar aussuchen, ob er dies weiterhin beim Wege-Zweckverband (WZV) des Kreises Segeberg an der Oststraße 144 macht oder zum Betriebshof der Stadt Norderstedt an die Friedrich-Ebert-Straße 76 fährt.

Dort hat die Stadt Norderstedt für 1,5 Millionen Euro einen provisorischen Wertstoffhof eingerichtet. Mit dem Wege-Zweckverband hatte die Stadt seit 2006 den Recyclinghof an der Oststraße gemeinsam betrieben – ehe die Gemeinschaft im Streit um Kosten und Gewinnverteilung zerbrach. Nun verwerten Stadt und WZV getrennt. Und Norderstedter können beide Höfe nutzen, Auswärtige nur den des WZV.

Bei den Kosten ist der Norderstedter Wertstoff bei den meisten Materialien günstiger

Das städtische Provisorium an der Friedrich-Ebert-Straße 76 wurde so aufgebaut, dass sich Recycling-Kunden und die dort stationierten 186 Mitarbeiter der Stadtreinigung, der Stadtentwässerung und des Grünflächenamtes mit ihren Fahrzeugen nicht in die Quere kommen können. Die Stadt hat die Öffnungszeiten auf wochentags, 9 bis 15 Uhr, festgelegt. Dann sind die Mitarbeiter vom Hof noch nicht wieder zurück.

Bei den Kosten haben die Norderstedter den Vorteil, dass sie weiterhin Gutscheine für Sperrmüll und Strauchwerk nutzen können. Diese sind aber nur auf dem Wertstoffhof an der Friedrich-Ebert-Straße 76 einlösbar. Sie wurden per Post an alle Norderstedter Haushalte zusammen mit dem Abfallkalender verteilt. Bei den Kosten liegt der Norderstedter Wertstoff bei den meisten Materialien günstiger als die WZV-Alternativen.

Norderstedter Wertstoffhof ist nur ein Provisorium

Der Norderstedter Wertstoffhof sei aber nur ein Provisorium, betont die Verwaltung. Die Stadt plant fest mit dem Bau und der Einrichtung eines dauerhaften und verkehrsgünstig zu erreichenden neuen Wertstoffhofes im Norderstedter Stadtgebiet. Dafür werden ein etwa 6000 Quadratmeter großes Grundstück gesucht und etwa 3,5 Millionen Euro für Planung, Grundstückserwerb und Einrichtung mit Bau der Gebäude benötigt. Dieser dann wohl modernste Wertstoffhof in der Region soll 2023 in Betrieb gehen.

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An der Oststraße 144 hat der WZV seinen Service verändert. Schadstoffe wie Farben, Lacke, Akkus und Batterien können dort nicht mehr entsorgt werden. Dafür müssen die Bürger des Kreises Segeberg zum Recyclinghof des WZV nach Schmalfeld fahren. „Wegen des betrieblichen Ausstiegs von Norderstedt war es erforderlich, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ein neues Konzept zu entwickeln“, sagt WZV-Sprecherin Annika Trimpert.

„Unser Hauptaugenmerk lag darauf, den Standort zu erhalten. Die kosten- und personalintensive Annahme von Schadstoffen wurde bei der Überplanung herausgenommen.“ Kunden aus dem Segeberger Randgebiet mögen nun dafür den Hof in Schmalfeld nutzen. „Im Dezember kam es zu einem Brand am Segeberger Standort, bei dem das Schadstoffmobil zerstört wurde.“ Zurzeit werde nach einer Ersatzlösung gesucht, so Trimpert: „Es wird dann auch wieder eine mobile Sammlung im Kreis geben.“

Hier zum Vergleich die Zahlen und Fakten zu jedem Recyclinghof:

Recyclinghof der Stadt Norderstedt an der Friedrichs-Ebert-Straße 76

  • Öffnungszeiten: Mo-Fr, 9.00-15.00, Sa, 8.00-14.00.
  • Wertstoffe: Sperrmüll, Elektrogeräte, Holz, Papier, Pappe, Strauchgut, Gartenabfälle, Holz, Elektrogeräte, Farben, Lacke, Schadstoffe, Kunststoffe.
  • Kosten: Norderstedter Gebührenzahler können pro Jahr jeweils bis zu drei Kubikmeter Strauchgut und bis zu sechs Kubikmeter Sperrmüll kostenlos entsorgen. Gutscheine dafür gab es mit der Abfallinfo 2021.
  • Bauschutt: 3 Euro je 0,1 m3.
  • Grünabfälle: 1 Euro je 100 Liter, 5 Euro ab 0,5 m3.
  • Papier: 5 Euro je 0,5 m3.
  • Holz: bis 100 Liter 5 Euro, 10 Euro je 0,5 m3.
  • Dämm-Material: bis 100 Liter, 5 Euro, 30 Euro je 0,5 m3.
  • Gips: bis 100 Liter 5 Euro, 40 Euro je 0,5 m3.
  • Altreifen: 2-30 Euro.
  • Sonderabfälle: aus privaten Haushalten kostenfrei. Altöle bis 5 Liter kostenfrei. Chemikalien, Laugen, Pflanzenschutzmittel, Spraydosen, Gasflaschen und Batterien ein bis 3 Euro je kg.
  • Metalle: kostenlos.
  • Verkaufsangebote: keine.
  • Kunden: Zurzeit nur Kunden aus Norderstedt. Verwaltung schätzt 45.000 Kunden im ersten Jahr.
  • Mitarbeiter: sieben.
  • Zahl der Container: 16 und elf Müllpressen.

Recyclinghof des WZV an der Oststraße 144

  • Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7.00-17.00, Sa, 7.00-12.00.
  • Kosten: Altpapier, Altmetall, Elektroschrott, Altglas, Gelbe Säcke kostenlos, Sperrmüll, Strauchgut in Jahres-Freimenge.
  • Bauschutt: 15 Euro je 0,5 m3.
  • Grünabfälle: 7,50 Euro je 0,5 m3.
  • Holz: 17,50 Euro je 0,5 m3.
  • Dachpappe: 45 Euro je 0,1 m3, 60 Euro je 100 kg.
  • Dämmung: 90 Euro je 0,5 m3.
  • Gips: 40 Euro bis 0,5 m3.
  • Metalle: kostenlos.
  • Datenträger: 8 Euro.
  • Verkauf: Füllsand 15 Euro je m3, Öko-Blumenerde 5 Euro für 40 l.
  • Kunden: Jährlich etwa 70.000 Anlieferer aus dem Kreis.
  • Mitarbeiter: sieben.
  • Zahl der Container: zwölf.

Recyclinghof des WZV in Schmalfeld, Dammberg, an der L 234.

  • Öffnungszeiten: Mo-Mi sowie Fr, 8.00-17.00, Do, 8.00-18.00 (Nov-Feb 17.00), Sa, 8.00-13.00.
  • Wertstoffe: Siehe Oststraße 144. Zusätzlich: Schadstoffe wie Farbreste, Lithium-Akkus, Batterien, Spraydosen kostenlos.
  • Verkauf: Füllsand 15 Euro je m3, Kompost 12-15 Euro je m3, Rindenmulch 37 Euro je m3,
    Laubholzhäcksel 35 Euro je m3.
  • Mitarbeiter: acht.
  • Zahl der Container: zwölf.

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