Denksport-Rätsel

Ein kleidsamer Klassiker für jede Lage

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport_Rätsel geht es heute um einen modischen Dauerbrenner.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne. Los geht’s!


Gabrielles Vater und Großvater waren Marktfahrer, die mit Pferd und Wagen unstet durch die Lande zogen – ihre überanstrengten, ausgemergelten Ehefrauen und eine ständig wachsende Kinderschar im Gefolge. Gabrielles Mutter gebar ihre Kinder in Dorfgasthäusern und Armenspitälern. In einem derartigen Etablissement kam auch Gabrielle zur Welt, am 19. August 1883 im Loire-Städtchen Saumur. Zehn Jahre später starb die Mutter an Asthma, der Vater zog unbeirrt seiner Wege. Die Söhne wurden bei Bauern untergebracht, das Mädchen Gabrielle kam ins klösterliche Waisenhaus.

Der Weg hinab in die Gosse schien unvermeidlich. Tatsächlich landete die früh erblühte Waise prompt in einem Tingeltangel der Garnisonsstadt Moulins. Auf der Bühne gab sie eine neckische junge Dame, die ihr Hündchen sucht. „Qui a vu Coco?“ (Wer hat Coco gesehen?) hieß der Schmachtfetzen, und von nun an wurde aus Gabrielle Chanel eine Coco Chanel. Als Aktrice war Coco nur mittelmäßig, aber ihre aparte Erscheinung ließ Offiziersherzen höher schlagen. Etienne Balsan, ein wohlhabender Gestütsbesitzer, machte das Rennen um die Gunst der Schönen. Durch ihren Gatten in die Beletage der Gesellschaft eingeführt, „erwarb Coco die Bildung, die man zur geselligen Konversation braucht“ und wusste „klug zu schweigen, wenn diese Bildung noch zu dünn war“.

Erste Mode-Meriten verdiente sie sich zu dieser Zeit durch die Anfertigung von originellen Damenhüten. Nach Balsan folgte eine jahrelange Liaison mit Arthur Capel, einem adligen Kohleindustriellen aus Newcastle. Capel finanzierte 1910 Coco Chanels erstes Atelier in Paris, später noch weitere Filialen in Deauville und Biarritz – möglicherweise vom schlechten Gewissen getrieben, denn statt seiner Geliebten heiratete er schließlich eine Lady aus höchstem englischen Adel.

Aber Coco kam nun allein zurecht – und wie: 1918 lancierte sie Frauenpyjamas, 1920 das berühmte Parfüm „Chanel No. 5“. Bis zu ihrem Tod am 10. Januar 1971 sorgte sie immer wieder für neue modische Überraschungen, die in dieser sonst eher kurzlebigen Branche zu Dauerbrennern wurden. So entwarf Madame Chanel 1926 eine Damengarderobe für alle Gelegenheiten, deren universelle Schlichtheit alle Frauen zu jeder Zeit formvollendet kleidet.


Das Kleidchen ist ein Klassiker, sein Name, der die Farbe bezeichnet, längst geflügeltes Wort. Wie heißt es?

Die Antwort steht morgen im Abendblatt. Der Name der Schauspielerin, nach dem wir in der Mittwochausgabe fragten, lautet: Shirley Temple.

( jasch )

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