Denksport-Rätsel

Gratis-Rasuren auf Lebenszeit

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel geht es um die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne. Los geht’s!


Seit 776 v. Chr. feierte man im heiligen Hain von Olympia sportliche Wettkämpfe, ausgetragen im Vierjahrestakt. Was ursprünglich als religiöse Zeremonie begonnen hatte, wandelte sich allmählich zu einem Fest für Sport und Kunst. Olympiasieger wurden von Poeten besungen, Bildhauer errichteten ihnen Statuen, und die Sportler wurden auf Töpfen und Vasen abgebildet – antikes Multimedia.

Die olympische Tradition hielt erstaunliche 293 Olympiaden lang, dann kamen die römischen Eroberer. Die neuen Herren bevorzugten knallharte Gladiatorenkämpfe. Erst im Jahr 393 n. Chr. allerdings ließ Kaiser Theodosius die Olympischen Spiele aus religiösen und politischen Gründen verbieten. Heidnische Kulte sollte es nicht mehr geben, befand der kaiserliche Spielverderber. Die Tempel wurden verbrannt, die Sportstätten geplündert, zwei Erdbeben besorgten den Rest – von Olympia blieben nur Ruinen.

1500 Jahre nach Theodosius eröffnete der französische Pädagoge Baron Pierre de Coubertin in Paris einen „Internationalen Kongress für Leibeserziehung“. Der Baron zeigte sich schwer beeindruckt von der sportlichen Wettkampftradition an britischen Schulen.

Die Erziehung zur Selbstüberwindung, mutmaßte Coubertin, habe England zur Weltmacht geformt – nur durch ähnliche Maßnahmen könne Frankreich nach der demütigenden Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1871 wieder zu einer starken Nation werden. Als Anreiz für den Breitensport schlug er die Wiederbelebung der Olympischen Spiele vor. Coubertins Plan fand Unterstützung, und 1896 begann in Athen die moderne olympische Zeitrechnung.

Erster Olympiasieger der Neuzeit wurde der US-Amerikaner James B. Connally im Dreisprung, Siegerweite 13,71 Meter. Unter den 40.000 begeisterten Zuschauern im Stadion waren sogar amerikanische Fans – die Matrosen des Kriegsschiffes „San Francisco“.

Höhepunkt der Spiele war jedoch der Marathonlauf. Der Sieg in dieser Disziplin war für die Griechen eine Frage nationaler Ehre, und so stellten sie gleich zwölf der insgesamt nur 16 Teilnehmer. Tatsächlich gewann dann auch ein Grieche – der 25 Jahre alte Schäfer Spiridon Louis, der als neuer Volksheld mit einer gediegenen Prämie belohnt wurde: kostenlose Rasuren und Mahlzeiten auf Lebenszeit. Dazu gab es eine Urkunde, einen Kranz aus Olivenzweigen und eine Medaille, die einen heutigen Olympiasieger beträchtlich irritieren würde.


Welche Farbe hatten die Siegermedaillen der Olympischen Spiele von 1896?

Die Antwort steht am Dienstag in der Norderstedter Regionalausgabe des Abendblatts. In der Wochenendausgabe wollten wir wissen, wer die elektrisch betriebenen Fahrstühle erfunden hat, mit denen die Wolkenkratzer erst bewohnbar wurden. Es war der US-amerikanischer Mechanikermeister Elisha Otis (1811–1861), Gründer der Otis Elevator Company.

( jasch )

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