Denksport-Rätsel

100 Stockwerke – aber bitte nur mit Fahrstuhl

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel geht es um eine Erfindung, die die Wolkenkratzer erst bewohnbar machten.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Im Jahr 1626 gründeten einige holländische Kaufleute die Handelsniederlassung Neu-Amsterdam auf einem Gelände, das sie zuvor von Indianern erworben hatten – der Kaufpreis: Talmi-Schmuck im Wert von 24 Dollar. Besonders wertvoll schien die Immobilie nicht zu sein. Was sollte auf einer unfruchtbaren Granitinsel wie Manhattan schon besonders gut wachsen? Die Zukunft brachte die Antwort: Ein Wald aus Stahl und Beton.

Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grundstücke „downtown“ Manhattan knapp wurden, baute man zunehmend höhere Gebäude und stieß bald an technische Grenzen. Nach herkömmlicher Bauweise galt nämlich: Je höher die Gebäude, umso dicker müssen Seitenwände und Grundmauern sein. Für das Tower Building am Broadway hatte der Bauherr 13 Stockwerke geplant. Die Bauplatzbreite betrug allerdings schmale 6,3 Meter – nach traditionellem Verfahren hätte das Mauerwerk bereits die Hälfte der Grundfläche beansprucht. Der Architekt Bradford Lee Gilbert löste das Problem, indem er das Gebäudegewicht auf ein Stahlskelett verteilte, das bis zum Dach reichte. Die Befürchtung des Bauherren, die Konstruktion würde zusammenbrechen, zerstreute Gilbert mit der überzeugenden Versprechung, er selbst wolle die beiden obersten Stockwerke bewohnen.

Das Stahlskelett revolutionierte die Architektur, die Ära der „Wolkenkratzer“ begann. In den Jahren 1930 und 1931 entstand das Empire State Building – 102 Stockwerke aus 61.000 Tonnen Stahlträgern. Am genieteten Stahlskelett arbeiteten bis zu 38 Arbeitsgruppen gleichzeitig, aufgeteilt in fünfköpfige Teams: Der „Heater“ erhitzte die Nieten auf einer mobilen Schmiede. Ein Gehilfe warf die rotglühenden Nieten dem „Catcher“ zu, der jedes Stück abklopfte und ins vorgesehene Loch rammte, wo es der „Buckerup“ fixierte, bis der „Driver“ den heißen Metallbolzen mit einem Drucklufthammer plattschlug – alles in schwindelnder Höhe, ohne Netz und doppelten Boden.

Trotz der Skelettbauweise wären die Häuser auf Manhattan niemals in den Himmel gewachsen, hätten die Menschen die oberen Stockwerke ausschließlich zu Fuß erreichen können. Erst der „Sicherheitsfahrstuhl“, der einen Aufzug an Ort und Stelle fixierte, selbst wenn das Tragseil riss, machte diese Entwicklung möglich.


Wie hieß der Erfinder dieser bahnbrechenden Konstruktion? Die richtige Antwort finden Sie am am Montag im Hamburger Abendblatt.

In der Freitagausgabe wollten wir von unseren Lesern wissen, mit welchem europäischen Land die Bundesrepublik am 20. Dezember 1955 ein Abkommen über die Anwerbung und Vermittlung von Arbeitskräften abschloss. Antwort: Italien.

( jasch )

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