Schleswig-Holstein

Agenda: Das plant die Stadt Norderstedt 2021

| Lesedauer: 7 Minuten
Michael Schick
Die Stadt Norderstedt kann sich über eine Finanzspritze aus Berlin und Kiel von insgesamt 28,57 Millionen Euro freuen.

Die Stadt Norderstedt kann sich über eine Finanzspritze aus Berlin und Kiel von insgesamt 28,57 Millionen Euro freuen.

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Trotz Corona-Krise wird die Stadt in diesem Jahr 74,5 Millionen Euro investieren – vor allem in diese Bereiche.

Norderstedt. Die Stadt Norderstedt wird im Jahr 2021 rund 74,5 Millionen Euro investieren, um die Infrastruktur zu erhalten oder auszubauen – nur rund 500.00 Euro weniger als im abgelaufenen Jahr. Dass die Stadt trotz der Corona-Krise diese enorm hohe Summe ausgeben kann, hat sie im Wesentlichen Bund und Land zu verdanken. Noch im September hatte Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder die kalkulierten Einnahmen aus der Gewerbesteuer um rund 20 Millionen auf 76 Millionen Euro reduziert. Doch dann gab es eine Finanzspritze aus Berlin und Kiel von insgesamt 28,57 Millionen Euro, sodass das Finanzjahr noch positiv abgeschlossen werden konnte.

Das meiste Geld steht für die Bereiche Soziales sowie Schule, Sport und Kitas im Haushalt. Die geplanten Ausgaben summieren sich auf rund 30 Millionen Euro, wobei sich beide Bereiche die Investitionen etwa hälftig teilen. Ein Großteil der teuren Vorhaben wird den Lesern bekannt vorkommen -- sie sind auf mehrere Jahre angelegt.

1 Bau von Gemeinschaftsunterkünften

14,2 Millionen Euro stehen für den Bau der drei Gemeinschaftsunterkünfte am Harkshörner Weg, am Buschweg und an der Lawaetzstraße sowie für den Bau einer Obdachlosenunterkunft am Langenhamer Weg zur Verfügung. Die Flüchtlingsunterkünfte werden, wie das Pionierprojekt an der Segeberger Chaussee, so gebaut, dass sie ohne großen Umbauaufwand als Sozialwohnungen vermietet werden können, wenn sie für die Asylsuchenden nicht mehr gebraucht werden. Im Budget enthalten ist auch eine provisorische Unterkunft in Container- oder Holzständerbauweise. Der Neubau wird notwendig, um weitere Flüchtlinge aufnehmen zu können und ungeeignete Häuser zu ersetzen.

2 Neubau des Schulzentrums Süd

6,5 Millionen Euro sind laut Investitionsplan für den teuersten Hochbau in Norderstedt vorgesehen. Insgesamt wird es rund 60 Millionen Euro kosten, neue Räume für die Schüler der Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark und des Lise-Meitner-Gymnasiums zu schaffen. „Die Planungen laufen. Aber erst, wenn sie abgeschlossen sind, werden wir genauere Aussagen zum Zeitplan machen können“, sagt Schuldezernentin Anette Reinders.

3 Bildungshaus wird gebaut

Auch das Projekt, Volkshochschule, Stadtbücherei und Stadtarchiv unter dem Dach des Bildungshauses zu vereinen, ist ein Langzeitprojekt. Mehr als 16 Millionen sind bis 2024 für den Bau des innovativen Hauses am Herold-Center kalkuliert, das sich zu einem attraktiven Treffpunkt entwickeln soll. In diesem Jahr sind 5,6 Millionen Euro vorgesehen

4. Schulzentrum Nord wird saniert und ausgebaut

Dafür stehen drei Millionen Euro im Haushalt. Insgesamt kalkuliert die Stadt mit rund 16 Millionen Euro, um das Lessing-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule Friedrichsgabe zu modernisieren und zu erweitern. Auch hier laufen die Planungen, wird sich daraus der zeitliche Ablauf ergeben.

5. Neue Fahrzeuge für Feuerwehr und Müllwerker

Der Fuhrpark muss regelmäßig erneuert werden. Für 1,9 Millionen Euro will die Freiwillige Feuerwehr alte Fahrzeuge durch neue ersetzen, rund eine Million sind für den Austausch der Müllfahrzeuge vorgesehen.

6. Krippenhaus am Buchenweg wird gebaut

Für rund 2,7 Millionen Euro wird am Buchenweg ein neues Krippenhaus gebaut. Dort entstehen vier neue Krippengruppen mit insgesamt 40 Plätzen. 2021 sollen 1,78 Millionen Euro in die neuen Plätze für die Jüngsten investiert werden.

7. Stadt baut Grundschulen für Ganztagsbetrieb um

Die Bauarbeiten an den Grundschulen Harksheide-Nord und Glashütte-Süd sind abgeschlossen. Die Planung für den Um- und Ausbau der Grundschulen Harkshörn und Pellwormstraße hat begonnen – das sind die letzten der zwölf Norderstedter Grundschulen, die für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung „umgerüstet“ werden. Dafür gibt die Stadt in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Euro aus.

8. Aus- und Umbau von Straßen

1,5 Euro fließen in den Umbau der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Friedrichsgaber Weg.

Linksabbiegerstreifen und Abbiegeverbot sollen den Verkehr am viel befahrenen Knotenpunkt flüssiger machen und das Unfallrisiko mindern. In diesem und im nächsten Jahr sollen die Straßen Buckhörner Moor und Goethestraße/Am Sood für zusammen 1,6 Millionen Euro ausgebaut werden. Im aktuellen Haushalt stehen 850.000 Euro, wobei nach jetzigem Stand die Anwohner den Löwenanteil zahlen müssen.

9. Ausbau des Radverkehrs

Gut 1,3 Millionen gibt die Stadt im angelaufenen Jahr aus, um den Radverkehr attraktiver zu gestalten. Für 500.000 Euro wird der nächste Abschnitt des Geh- und Radwegs entlang der Segeberger Chaussee saniert, 820.000 Euro entfallen auf ein Bündel von Maßnahmen, unter anderem soll ein Radweg an der Straße Am Exerzierplatz und an der Poppenbütteler Straße gebaut werden.

10. Neugestaltung ZOB Glashütte

Der Verkehrsplatz soll modernisiert, der Kiosk auf der Mittelinsel wiederbelebt werden. Geplant sind zudem Stellplätze für Fahrräder, die Taxistände sollen an die Segeberger Chaussee direkt neben dem ZOB verlegt werden. Der Umbau kostet rund 1,6 Millionen Euro, 850.000 stehen für 2021 im Investitionsplan.

11. Bau eines Radparkhauses

Zusätzlich zur Radstation an der U-Bahnstation Norderstedt-Mitte soll in diesem Jahr ein zweites Parkhaus für Fahrräder neben dem Parkhaus des Herold-Centers in Garstedt gebaut werden. Für den Bau der 440 Stellplätze sind rund 700.000 Euro eingeplant.

12.Willy-Brandt-Park wird modernisiert

Dort sollen die dringend benötigten Sportanlagen für die Willy-Brandt-Gemeinschaftsschule, die Grundschule Lütjenmoor und das Coppernicus-Gymnasium entstehen, die außerhalb des Schulbetriebs für jedermann zugänglich sein sollen. Geplant sind Spielpunkte für Kinder, die sich wie ein Band durch die grüne Lunge des bevölkerungsreichsten Norderstedter Stadtteils ziehen werden. Insgesamt sind dafür gut 1,4 Millionen Euro kalkuliert, 700.000 für dieses Jahr.

13. Jugendlandheim wird modernisiert

Um das Norderstedter Feriendomizil auf Fehmarn zu sanieren und zu modernisieren, stehen dieses Jahr 500.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt sind für die Arbeiten in den nächsten Jahren knapp drei Millionen Euro vorgesehen. „Die Corona-Pandemie hat zu einer erheblichen Verzögerung bei der Betreibersuche geführt“, sagt Norderstedts Sozialdezernentin Anette Reinders. Aktuell gebe es drei Bewerber, die sich und ihr Konzept dem Jugendhilfeausschuss im ersten Quartal präsentieren sollen. Die Verzögerung bei der Betreibersuche verzögere auch die Planungen für die Sanierung des Gebäudes.

14. Neubau der Feuerwache Garstedt

Das Haus der Ortswehr stammt aus dem Jahr 1959 und entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Wehr. Das Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden, der rund drei Millionen Euro kosten wird. Im aktuellen Haushalt stehen 500.000 Euro bereit.

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