Ehrenamt

Norderstedter Vereine rufen Corona-Hilfen nicht ab

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Über 200.000 Euro aus dem Corona-Sonderfonds der Stadt Norderstedt warten noch auf bedürftige Vereine.

Über 200.000 Euro aus dem Corona-Sonderfonds der Stadt Norderstedt warten noch auf bedürftige Vereine.

Foto: Andreas Burgmayer

Die Stadt hatte im Juni einen Sonderfonds mit 380.000 Euro aufgelegt. Davon sind mehr als die Hälfte noch zu haben

Norderstedt. 380.000 Euro hätte die Jubiläumssause der Stadt Norderstedt anlässlich des 2020 anstehenden 50-jährigen Bestehens der jungen Stadt gekostet. Alles war geplant - dann kam Corona und die Party wurde abgesagt. Die für das Fest im Haushalt vorgesehenen 380.000 Euro aber wurden nicht gespart, sondern auf Anregung der Politik in einen Sonderfonds für Norderstedter Vereine aus den Bereichen Sport, Kultur, Jugend und Soziales überführt. Das Geld sollte helfen, die durch die Corona-Pandemie finanziell gebeutelten Vereine vor dem Bankrott zu bewahren.

Acht Monate später sind aus dem Fonds lediglich 169.800 Euro von 24 Vereinen und Institutionen in der Stadt abgerufen worden, teilte die Stadt im Hauptausschuss mit. 210.200 Euro liegen also immer noch unangetastet im Fonds und warten auf bedürftige Ehrenamtler.

60.500 Euro flossen in den Sport, genauer gesagt an die SG Wasserratten, den TC Garstedt, den Inklusiven Sportverein, den Norderstedter SV, den 1. SC Norderstedt und die TSG Creativ.

82.100 Euro wanderten in die Kultur und an die Empfänger Blueswerk, Theater Life, Neues Theater Norderstedt, Music-Werkstatt, KunstWerkstattNatur, Theater Pur, Norderstedter Amateur-Theater, Tanks Theater, Spielmannszug des TURA Harksheide, Musikverein Norderstedt, Chaverim – Freundschaft mit Israel, Frauenchor Norderstedt, Freunde von Kohtla-Järve und Soziales
Zentrum.

Schließlich wurden 27.200 Euro aus den Bereichen Jugend und Soziales beantragt, und zwar von den Norderstedter Pfadfindern DPBH, dem Verein Paulinchen, dem Mütterzentrum Norderstedt und der Lebenshilfe Norderstedt.

Zunächst hatte die Stadt im August 2020 eine Höchstgrenze für den Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro pro Antragsteller festgelegt. Vereine, die damals mehr beantragen wollten, haben unterdessen das Signal bekommen, dass eine zusätzliche Auszahlung möglich ist. Fünf Vereine seien diesem Aufruf gefolgt und hätten bis haben Ende 2020 einen Folgeantrag gestellt. Davon seien drei Anträge bereits ausgezahlt worden, zwei Anträge würden noch geprüft.

Sieben Anträge wurden von der Stadt abgelehnt, weil der angegebene Zweck des Geldes nicht zu den Konditionen des Fonds passte. Manche Vereine wollten das Geld an Dritte weiterreichen oder für Investitionen verwenden. Bei anderen abgeblitzten Vereinen bestanden zwar coronabedingte Einnahmeausfälle, aber keine ungedeckten Kosten, da die regulären Einnahmen die laufenden Kosten deckten.