Umwelt

Stadt pflanzt alte Obstbaumsorten im Rathauspark

Die jungen Obstbäume stehen im Park hinter dem Norderstedter Rathaus.

Die jungen Obstbäume stehen im Park hinter dem Norderstedter Rathaus.

Foto: Stadt Norderstedt

Apfel-, Birn- und Kirschbäume stehen auf einer Wildblumenwiese und fördern die Artenvielfalt

Norderstedt Das Betriebsamt der Stadt Norderstedt hat im Rathauspark in Norderstedt-Mitte mehrere Obstbäume gepflanzt. Die Bäume stehen auf einer Wildblumenwiese, die dort im April 2019 angelegt worden war.„Bei den gepflanzten Obstbäumen handelt es sich um wilde oder alte Obstsorten, deren Verwendung und Nutzen wir wieder stärker in das Bewusstsein der Norderstedterinnen und Norderstedter rücken möchten“, sagt Mirach Ole Fihlon, Fachingenieur beim Norderstedter Betriebsamt. Gepflanzt wurden zwei verschiedene Apfelbaumsorten, ein Birnbaum, eine Mispel und zwei verschiedene Kirschbaumsorten. Die sogenannten Hochstämme sind besonders robust, weisen eine große Resistenz gegenüber Krankheiten auf und können in den klimatischen Bedingungen Norderstedts gut wachsen. Die Obstbäume kämen ohne großen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder intensiver Pflege aus, sagt Fihlon.

Die wilden, beziehungsweise alten Obstbäume würden als Lebensraum und Nahrungsquelle von Insekten und anderen Tieren langfristig einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der genetischen Vielfalt in der Stadt Norderstedt leisten. Die Pflanzung dieser Sorten sei auch deswegen so wichtig, weil die heutigen Kultursorten im Intensivobstbau durch Züchtung an die Sortenanforderungen großer Obstplantagen angepasst wurden, womit eine Verengung des Genpools betrieben wird, teilt Fihlon mit. Die genetische Vielfalt von Obstsorten zu erhalten werde von Biologen als wichtige Aufgabe angesehen. Es gelte, den Genpool, der im Obstbau auf immer weniger Sorten reduziert worden sei, für künftige Züchtungen zu erhalten – auch angesichts klimatischer Veränderungen. Der Erhalt eines breiten Spektrums an alten Obstsorten begünstige eine Auswahl oder Züchtung von Sorten, die sich besser an zukünftige Klimabedingungen anpassen oder Krankheiten und Schädlingen gegenüber resistenter seien.