Corona-Impfzentren

Impfberechtigte Bürger sollen besser informiert werden

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Christopher Herbst
Wer eine der Covid-Schutzimpfungen mit dem Serum von Pfizer-Biontech erhalten möchte, muss sich bundesweit derzeit gedulden.

Wer eine der Covid-Schutzimpfungen mit dem Serum von Pfizer-Biontech erhalten möchte, muss sich bundesweit derzeit gedulden.

Foto: Christopher Herbst

Landtagsabgeordnete kritisieren Kommunikationspolitik. Gesundheitsministerium kündigt an, Infoschreiben zu verschicken.

Kaltenkirchen. Vor der Sondersitzung des schleswig-holsteinischen Landtags am Donnerstag sprechen sich Abgeordnete aus dem Kreis Segeberg mit Blick auf die Corona-Impfzentren für eine bessere Informationspolitik aus. „Ein erklärender Brief hilft den Leuten auch weiter“, sagte Katja Rathje-Hoffmann (CDU), zu deren Wahlkreis die Stadt Norderstedt gehört. Wie berichtet, hatten viele Menschen Probleme, bei der 116117-Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung durchzukommen, dazu glich die Terminvergabe über das offizielle Portal (www.impfen-sh.de) eher einer Lotterie. Permanent änderte sich die Verfügbarkeit der einzelnen Standorte. „Ich war überrascht, wie innerhalb von 24 Minuten 15.000 Termine vergeben worden sind. Es gibt ein Rieseninteresse an der Impfung. Aber wir haben 200.000 Impfberechtigte, die 80 Jahre oder älter sind. Das führt zu diesem Run, zu dieser Verstopfung. Und dazu, dass viele frustriert waren, die es telefonisch oder per Internet probiert haben“, so Rathje-Hoffmann, die auch sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist.

Im Kreis Segeberg ist seit Montag das Impfzentrum in Kaltenkirchen in Betrieb. Die weiteren Standorte – eine länderübergreifende Einrichtung für Schleswig-Holstein und den Hamburger Norden in der Norderstedter „TriBühne“ sowie eine umfunktionierte Tennishalle in Wahlstedt – folgen, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Das könnte Ende Januar oder Anfang Februar der Fall sein. „Klar, man kann nur Termine vergeben, wenn Impfstoff vorhanden ist. Aber das Gesundheitsministerium sollte die Kommunikation verbessern“, sagt der Henstedt-Ulzburger CDU-Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck. „Ich habe verschiedene Anrufe und Mails erhalten, wo die Leute verwundert waren, dass es nicht so gut funktioniert.“

Die Botschaft aus den Landkreisen ist bei der Regierung offenbar angekommen. Auf Abendblatt-Nachfrage bestätigt Marius Livschütz, Sprecher des Gesundheitsministeriums: „Es ist geplant und in Vorbereitung, die Impfberechtigten noch einmal auf schriftlichem Weg zu informieren.“ Was die Schreiben enthalten und wann diese verschickt werden, konnte das Ministerium aber noch nicht sagen. In Schleswig-Holstein können Impftermine lediglich online (www.impfen-sh.de) oder telefonisch vereinbart werden. Die nächste Anmeldephase beginnt am Dienstag, 12. Januar, 8 Uhr. Hamburg hat im Vergleich dazu ein anderes Verfahren gewählt, hier werden die Bürger, die zur höchsten Priorität zählen, schriftlich oder über Arbeitgeber informiert.

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