Umwelt

Wildvögel aus dem Kreis Segeberg sterben an Geflügelpest

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Andreas Burgmayer
Die 500 Hühner von Frauke Gülk in Götzberg dürfen wegen der grassierenden Geflügelpest draußen nur in Zelten picken und scharren.

Die 500 Hühner von Frauke Gülk in Götzberg dürfen wegen der grassierenden Geflügelpest draußen nur in Zelten picken und scharren.

Foto: Frank Knittermeier

Die Gefahr ist nicht gebannt: Nach wie vor müssen Geflügelhalter im Kreis ihre Tiere schützen

Kreis Segeberg Die sogenannte Geflügelpest greift im Kreis Segeberg nach wie vor um sich. Das Friedrichs-Löffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald, hat aktuell bei 46 verendet aufgefundenen Wildvögeln aus den Kreisen Segeberg, Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Ostholstein den Geflügelpesterreger nachgewiesen. Die Zahl der in diesem Jahr an dem Erreger verendeten Wildvögeln in Schleswig-Holstein steigt auf 372. Das FLI hat in den Tieren Influenzaviren der Subtypen H5N8, H5N5, H5N3 sowie in einem Fall H5N1 nachgewiesen. Es bestätigt in seiner aktuellen Risikobewertung, dass derzeit keine Hinweise bestehen, dass diese Viren Infektionen beim Menschen ausgelöst haben.

In einer Gänsehaltung mit 1800 Tieren im Kreis Dithmarschen starben in den letzten Tagen viele Tiere. Das zuständige Veterinäramt nahm Proben, die vom LKI positiv auf den Geflügelpesterreger getestet wurden. Das Amt ordnete die tierschutzgerechte Tötung und fachgerechte Entsorgung aller Gänse der Geflügelhaltung an. Um den Ausbruchsbetrieb wurden gemäß Geflügelpest-Verordnung Restriktionszonen eingerichtet. In einem Sperrbezirk von mindestens drei und einem Beobachtungsgebiet von mindestens weiteren sieben Kilometern um den Betrieb gilt nun ein Verbringungsverbot für lebendes Geflügel.

„Der aktuelle Fall zeigt, dass die Gefahr eines Viruseintrags in unsere Hausgeflügelhaltungen bei dem derzeitigen Infektionsdruck in der Umwelt nach wie vor hoch ist. Die Lage bleibt landesweit dynamisch. Ich bitte alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, weiterhin wachsam zu bleiben und ihre Geflügelbestände bestmöglich zu schützen,“ sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht.

Bürgerinnen und Bürger im Kreis Segeberg sind weiter dazu aufgerufen, Funde von verendeten oder krank erscheinenden wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln dem Veterinäramt des Kreises zu melden. Von hier aus wird das Einsammeln und Beproben verendeter Tiere organisiert. Untersuchungen dieser Tiere helfen, die Verbreitung des Virus im Land zu ermitteln. Verendete oder krank erscheinende Tiere sollten nicht berührt, eingefangen oder vom Fundort verbracht werden, um eine weitere Verschleppung der Erkrankung zu vermeiden.

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