Kreis Segeberg

Covid-19: Todesfall im Psychiatrischen Zentrum Rickling

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29 Infektionen bei Patienten und in der Belegschaft der Einrichtung. Inzidenz im Kreis Segeberg steigt auf neuen Höchstwert von 114,4.

RICKLING. Der Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein will mit umfangreichen Maßnahmen das Infektionsgeschehen im Psychiatrischen Krankenhaus Rickling eingrenzen. Wie berichtet, hat es im Bereich Reha und Pflege einen Ausbruch von Covid-19 gegeben, laut Kreis-Gesundheitsamt wurden 20 Patientinnen und Patienten sowie neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet. Bei mittlerweile fünf Bewohnerinnen und Bewohnern erforderte es der Gesundheitszustand, dass sie zur Behandlung in die Segeberger Kliniken eingeliefert werden mussten. Eine Frau ist dort an Heiligabend verstorben, eine zweite Betroffene konnte das Krankenhaus wieder verlassen, die weiteren sind laut Landesverein in einem stabilen Zustand.

Dass sich das Coronavirus in der Einrichtung ausgebreitet hat, war vor einigen Tagen bemerkt worden. Anschließend hatte es zunächst Schnelltests gegeben, die Ergebnisse wurden durch PCR-Tests verifiziert. Betroffen ist laut Landesverein die Station 10 B der Fachpflegeeinrichtung Lindenhof, die räumlich vom Krankenhaus getrennt ist. Dort leben 25 Personen, sie werden betreut von 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Tagdienst sowie von zwei Nachtwachen.

Die Patienten sind mittleren bis höheren Alters, weisen vielfältige Vorerkrankungen auf, sind körperlich pflegebedürftig, etwa in Folge einer Suchterkrankung. Daher befinden sie sich in ständiger ärztlicher Behandlung. Wegen der Erkrankungen sind sie nicht in der Lage und auch nicht verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Der Bereich steht unter Quarantäne. Die positiv getesteten Bewohner sind in ihren Zimmern isoliert.

„Trotz der erschwerten Bedingungen, welche für die Mitarbeitenden des Psychiatrischen Zentrums seit dem Beginn der Corona-Pandemie in diesem Jahr bestehen, reagierten Pflegekräfte und Ärzte besonnen und umsichtig. Sie konnten auf die Strukturen zurückgreifen, welche der Landesverein bereits seit dem Frühjahr etabliert hat und ständig weiterentwickelt, um einzelne Corona-Infektionen schnell zu lokalisieren und ein Ausbreiten des Virus zu verhindern“, sagte Sebastian Wieschowski, Sprecher des Landesvereins. „Die Beteiligten werden auch in den kommenden Tagen alle verfügbaren Ressourcen einsetzen, um diese ernste Situation baldmöglichst und sicher aufzulösen und eine Gefährdung von Bewohnerinnen und Bewohnern der Station 10 B oder anderer Bereiche der Fachpflegeeinrichtung oder des auf dem gleichen Gelände gelegenen Psychiatrischen Krankenhauses möglichst auszuschließen.“

Für das gesamte Psychiatrische Zentrum und den gesamten Landesverein gelte ein strenges Hygienekonzept, mit dem es nach über 7.000 Testungen bisher gelungen ist, einen Eintrag von gehäuften Corona-Infektionen zu verhindern.

Nachdem der Kreis am Dienstag 52 nachgewiesene weitere Infektionen mit Covid-19 vermeldet hatte, hat das Robert-Koch-Institut nun die Sieben-Tage-Inzidenz aktualisiert. Demnach beträgt diese 114,4 – ein neuer Höchstwert für Segeberg.