Kreis Segeberg

Die „Wohlfühlwache“ der Norderstedter Retter

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Wolfgang Klietz
Die Baustelle der neuen Rettungswache am Schützenwall: Die Druckerei H.O. Persiehl investiert einen siebenstelligen Betrag in das Gebäude.

Die Baustelle der neuen Rettungswache am Schützenwall: Die Druckerei H.O. Persiehl investiert einen siebenstelligen Betrag in das Gebäude.

Foto: Wolfgang Klietz

Die Kooperation der Rettungsdienste in Schleswig-Holstein (RKiSH) baut ihre Infrastruktur im Kreis zeitgemäß aus.

Norderstedt.  Als die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) Anfang 2019 die Notfallrettung mit allen Fahrzeugen und Wachen im Kreis Segeberg übernahm, war der kommunalen Gesellschaft klar, dass ein Kraftakt auf sie zukommen würde: An allen Standorten waren erhebliche Investitionen unvermeidlich. Eines der größten Projekte steht jetzt kurz vor der Fertigstellung. Die neue zentrale Rettungswache für Norderstedt wird voraussichtlich im Januar 2021 eröffnet.

Am Schützenwall ist ein komplett neues Gebäude mit sieben Stellplätzen, einer Waschhalle und modernen Sozialräumen für die 74 Mitarbeiter entstanden. Die neue Rettungswache soll die bestehende an der Ohechaussee ersetzen, die die RKiSH von der Hilfsorganisation KBA übernommen hatte. Sie ist längst zu klein und wäre bei einer Fortsetzung des Betriebs dringend sanierungsbedürftig.

Wie an den anderen Standorten auch hat die RKiSH in Norderstedt einen Investor für den Bau gesucht und wird die Wache mieten. Die Brüder Philipp und Moritz Persiehl der Druckerei H.O. Persiehl investieren einen siebenstelligen Betrag in die Immobilie, die auf ihrem Firmengrundstück entstanden ist.

Standort soll eine „große Wohlfühlwache“ werden

RKiSH-Wachenleiter Dennis David lobt den Standort, der deutlich zentraler liegt als die alte Hauptwache an der Ohechaussee und die Nebenstelle an der Heidbergstraße. Künftig werden die Retter in der Regel die Einsatzorte schneller als bisher erreichen. Pro Jahr werden die Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug der RKiSH in Norderstedt rund 13.000-mal gerufen. Rund 75 Prozent aller Fahrten sind Notfalleinsätze.

Das Konzept der neuen Gebäude bezeichnet RKiSH-Sprecher Christian Mandel als Wohlfühlwachen mit modernen hellen Räumen, neuen Möbeln in den Aufenthaltsräumen und zeitgemäßen Duschen und WCs. Ziel sei, dass sich die Fahrzeugbesatzungen in der einsatzfreien Zeit wohl fühlen und ausruhen können.

Eine weitere große Wohlfühlwache will die RKiSH in Kaltenkirchen an der Kieler Straße gegenüber von Dodenhof bauen. Sie soll ähnlich groß wie das neue Gebäude in Norderstedt ausfallen und die alte, sanierungsbedürftige Wache am Stadtrand an der Alvesloher Straße ersetzen.

Neue Wache soll in Stuvenborn entstehen

Wegen politischer Diskussionen und der Pandemie sei es zu Zeitverzögerungen bei der Planung gekommen, sagte Mandel. Jetzt wartet die RKiSH nur noch auf die Baugenehmigung. „Wenn sie vorliegt, kommen die Bagger.“ Mandel geht von einer Bauzeit von einem Jahr aus. Langfristig soll außerdem in Kaltenkirchen auf dem Gelände in einem zweiten Bauabschnitt eine Akademie für den Rettungsdienst entstehen. Eine Bauvoranfrage liegt der Stadt vor. In der Akademie will die RKiSH zentral ihre Mitarbeiter aus- und fortbilden. „Wir befinden noch uns noch in der Planungsphase“, sagt Mandel.

Eine Wache an einem komplett neuen Standort wird in Stuvenborn entstehen. Mit dem Neubau will die RKiSH eine Lücke im Versorgungsnetz schließen und die weiten Anfahrten von Rettungswagen aus Henstedt-Ulzburg. Kaltenkirchen oder Bad Segeberg in diese Region beenden. Der RKiSH wird mit bis zu drei Rettungswagen gemeinsam mit der Feuerwehr in ein neues Gemeindezentrum einziehen. „Wir wollen zeitnah bauen“, sagte Mandel, der mit der Eröffnung im Jahr 2022 rechnet.

Eine weitere neue Wache ist in Rickling geplant. Auf einem Grundstück an der Bundesstraße 205 sollen die Arbeiten im kommenden Jahr starten.

In Bad Bramstedt haben die Mitarbeiter des Rettungsdienstes schon im Sommer ihre neue Wache am Hunenkamp bezogen. Dort stehen rund um die Uhr zwei Rettungswagen und ein weiterer für den Tagesdienst bereit. Vorher war der Rettungsdienst der Rolandstadt am Schäferberg und an der Kieler Straße stationiert.

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