Kreis Segeberg

Baustart für das neue Norderstedter Wohnquartier

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Michael Schick
122 Wohnungen in sieben Blocks entstehen am Friedrichsgaber Weg 441-451.

122 Wohnungen in sieben Blocks entstehen am Friedrichsgaber Weg 441-451.

Foto: Neue Lübecker

32-Millionen-Euro-Investition: Am Friedrichsgaber Weg errichtet die Baugenossenschaft Neue Lübecker 122 Wohnungen.

Norderstedt.  Der Wohnungsmarkt, in Norderstedt noch immer durch Mangel vor allem an bezahlbarem Wohnraum geprägt, wächst weiter. Die Baugenossenschaft Neue Lübecker baut am Friedrichsgaber Weg 122 Wohnungen und setzt damit die Sanierung des Quartiers fort. In den vergangenen Jahren hat die Baugenossenschaft einen Großteil der Gebäude, die inzwischen rund 60 Jahre alt sind, auf den aktuellen Stand gebracht.

Die Modernisierung traf anfangs auf Gegenwehr. Eine Mieterinitiative bildete sich. Die Bewohner befürchteten, dass die Mieten steigen und ihre grüne Oase im Wohnkomplex durch den zusätzlich vorgesehenen Neubau verschwindet. Doch nun steht ein neuer Block auf der Wiese, vom zwischenzeitlichen Widerstand ist nichts mehr zu hören.

„Wir sind im ständigen Austausch mit den Mietervertretern. Es ist sinnvoll, miteinander zu diskutieren. Wir haben für jeden eine Lösung gefunden. Die Kooperation ist bis heute gut gelungen“, sagte Uwe Heimbürge, Vorstand der Neuen Lübecker im Sommer 2018 beim Richtfest für das Starterhaus – das neue Gebäude war Auftakt für den letzten Abschnitt der Modernisierung, den Bau der 122 Wohnungen.

Baugenossenschaft investiert mehr als 32 Millionen Euro

Seit 2013 ist die Neue Lübecker dabei, dem Viertel ein modernes Gesicht zu geben. Die Wohnungen waren in die Jahre gekommen. In den 60er-Jahren ließ Jungheinrich sie als Werkswohnungen bauen, vor allem ausländische Arbeiter aus der Türkei, aus Griechenland, Italien und Jugoslawien lebten hier. In drei Abschnitten hat die Neue Lübecker, die mit 15.535 Wohnungen und mehr als 18.100 Mitgliedern zu den größten Wohnungsbaugenossenschaften Norddeutschlands zählt, den Komplex auf aktuellen Wohnstandard getrimmt. Die Kosten beziffert Marcel Sonntag, Vorstandschef der Genossenschaft, auf bisher 20,9 Millionen Euro.

„Das Ergebnis bringt viel für den Klimaschutz und eine neue Wohnqualität für unsere Mitglieder“, sagt er. Nun kommen nochmals 32,6 Millionen Euro hinzu, um die sieben Wohnblocks am Fried­richsgaber Weg 441-451 hochzuziehen. Nachdem zwei Häuser mit 60 Wohnungen abgerissen worden waren, wächst der Wohnstandort auf 183 Wohnungen. Vorgesehen sind zudem 173 Stellplätze in einer Tiefgarage.

Auf einer Fläche von 9130 Quadratmetern entsteht laut Bauherr ein ausgewogener Wohnungsmix von Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 54 und 95 Quadratmeter groß sind. „Sie sind barrierearm, zum Teil barrierefrei und bieten allen Altersklassen die idealen Voraussetzungen für ein Zuhause“, sagt Sonntag. Die Neubauwohnungen seien frei finanziert, die Miete beginnt bei 660 Euro zuzüglich Nebenkosten.

Die neue Wohnanlage soll 2023 fertiggestellt werden

Für die Auflage der Stadt, wonach 50 Prozent neuer Wohnungen als geförderter Wohnraum geschaffen werden müssen, hat der Bauherr eine andere Lösung gefunden: Die Neue Lübecker hat mit der Stadt im städtebaulichen Vertrag festgehalten, dass die 60 Bestandswohnungen in Norderstedt am Röntgengang, an der Helgolandstraße und Rathausallee in der Wohnraumförderung bleiben, und zwar teilweise noch bis zu 25 Jahre. Die Förderung dieser Wohnungen wäre sonst Ende 2018 ausgelaufen. „Wir haben uns demnach noch vor dem Beschluss der Stadtvertretung zur 50-Prozent-Klausel im vorigen Jahr zu einer Wohnraumförderung von knapp 50 Prozent entschieden“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Die neue Wohnanlage soll 2023 fertiggestellt werden, Nachhaltigkeit und Klimaschutz stünden ganz oben auf der Prioritätenliste. So will die Genossenschaft E-Ladesäulen installieren sowie Car-und Bikesharing zur Verfügung stellen. Mieter, die ihr Auto mit anderen teilen, schonen die Umwelt, denn die Fahrzeuge würden ausschließlich elektrisch angetrieben. Zudem wird die neue Wohnanlage an das Norderstedter Fernwärmenetz angebunden. „Dadurch erzielen wir eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um ca. 75 Prozent sowie einen geringeren Energieverbrauch beim Heizen“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

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