Norderstedt

Wenn Alkohol, Nikotin und Drogen zum Problem werden

Mit Plakaten wie diesem wirbt derzeit die Norderstedter Suchtberatung ATS für ihre Arbeit.

Mit Plakaten wie diesem wirbt derzeit die Norderstedter Suchtberatung ATS für ihre Arbeit.

Foto: ATS

Norderstedter Beratungsstelle ATS weist mit einer Plakataktion auf Hilfe für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien hin.

Norderstedt.  Mit einer Plakataktion unter dem Titel ,,Mission Possible“ wirbt die Fachstelle ,,Kleine Riesen“ der Drogen- und Suchtberatung ATS Norderstedt noch bis zum Jahresende für ihre Angebote für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und deren Eltern.

Alkohol, Nikotin und Drogen sind ein ernstes Thema, gerade jetzt in der Weihnachtszeit und zu Silvester. Wenn in einer Familie eine Suchterkrankung vorliegt, ist davon in der Regel jedes Familienmitglied in irgendeiner Weise betroffen. Typische Folgen sind körperliche und psychische Beeinträchtigungen bis hin zur eigenen Sucht: Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen aus belasteten Familien entwickelt später eine eigene Abhängigkeit. Damit wird das Problem über Generationen hinweg immer wieder zur neuen Belastung.

„In der Fachstelle ,Kleine Riesen’ nehmen wir uns Zeit für die Kinder und Jugendlichen. Ebenso für den suchtkranken Elternteil und dessen Angehörige“, sagt Astrid Mehrer, Projektleiterin der Fachstelle. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören in Ruhe zu – und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfen. ,,Viele Kinder und Jugendliche reden mit niemandem über ihre Situation. Gerade sie brauchen ein besonderes Unterstützungsangebot“, sagt Astrid Mehrer.

In der Gruppe können sich betroffene Kinder mit anderen Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien austauschen. Und merken so, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind. Die Gruppen treffen sich wöchentlich, es gibt sie in fünf Altersstufen. Über Gespräche, Spiele, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und Bewegung können die Kinder und Jugendlichen ihre Gefühle wie Wut, Aggressionen, Enttäuschung und Angst, aber auch Spaß und Freude besser verstehen lernen. In Einzelgesprächen gibt es zudem die Möglichkeit, über Probleme in der Schule, Familie oder mit Freunden und Freundinnen zu reden.

Auch junge Mütter greifen während der Schwangerschaft zu Alkohol und Drogen. „Du und dein ungeborenes Kind – alkoholfrei, rauchfrei, drogenfrei“ lautet deshalb der Slogan eines der Plakate. „Es zeigt, wie wichtig es ist, auf Alkohol- Drogen- und Nikotinkonsum in der Schwangerschaft zu verzichten, um den Kindern zu einem guten Start ins Leben zu verhelfen. Gleichzeitig macht es auf das kostenfreie Angebot der ATS Norderstedt aufmerksam“, sagt Ulrike Glüer von der Gleichstellungsstelle.