Denksport-Rätsel

Als Völker, die in Filzzelten lebten, ein Weltreich eroberten

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Im Denksport-Rätsel geht es um einen Herrscher und Krieger, dessen Name durch einen Schlager vor 40 Jahren in aller Munde war.

Auf den Steppen der Mongolei dauert der Sommer nur Wochen. Bereits der September bringt schneidende Kälte. Im Oktober ziehen Schneestürme über die Hochebenen, im November sind alle Flüsse zugefroren. Wilde Schneestürme jagen über die karge Landschaft, bis der spät einsetzende Frühling für Tauwetter sorgt. Wer hier lebt, ist Entbehrungen gewöhnt.

Vor 870 Jahren zogen Nomaden mit ihren Viehherden über die Steppe. In Clans organisiert, stritten sie miteinander um die besten Weidegründe oder rotteten sich zeitweise zusammen, um die Siedlungen sesshafter Nachbarn zu plündern.

In diese instabile Gesellschaft wurde anno 1155 ein Junge namens Temudschin als Sohn eines Stammesfürsten geboren. Rivalen ermordeten den Vater, und Temudschin musste mit seiner Mutter und sechs Geschwistern allein durchkommen. Das Grüppchen überlebte – schwierig genug in einer Gegend, in der man ohne den Schutz eines intakten Clans fast sicher zugrunde ging. Temudschin lernte schnell, sich Respekt zu verschaffen. Er gewann Anhänger, etablierte sich als Stammesfürst und wurde schließlich im Jahr 1206 bei einer Konferenz aller Stammesvertreter zum obersten Führer „der Völker, die in Filzzelten leben“ proklamiert.

Unter einem neuen Herrschaftsnamen sammelte der Regent seine Truppen und machte sich auf, ein Weltreich zu erobern. Wo immer sie einfielen, floss Blut in Strömen und blieben nur rauchende Trümmer zurück.

Für diese Vernichtungsfeldzüge hatte Temudschin eine höchst eigenwillige Begründung, die er nach der Zerstörung von Buchara in einer Ansprache an die überlebenden Einwohner der Stadt formulierte: „Wisst, dass Ihr große Sünden begangen habt? Wenn ihr mich nach dem Beweis für diese Feststellung fragt, so sage ich das, weil ich Gottes Strafe bin. Hättet ihr nicht große Sünden begangen, so hätte Gott nicht eine solche Strafe wie mich über euch gesandt.“

1227 starb der Herrscher während eines Feldzuges in China. Sein Leichnam wurde feierlich in die Mongolei überführt. Jedes Lebewesen, das den Weg der Prozession kreuzte, wurde umgehend getötet – begleitet von der Anweisung: „Gehe in die nächste Welt ein und diene dort deinem toten Herrn.“ Seine Nachfolger erweiterten Temudschins Eroberungen zum größten Landreich der Weltgeschichte.


Wie hieß Temudschin als Herrscher?

Die Antwort steht morgen Abendblatt. In der Dienstagausgabe wollten wissen, wie die clevere Witwe, die dem Champagner vor 200 Jahren zum Durchbruch verhalf, hieß. Es ist Barbe-Nicole Cliquot, die 1777 in Reims geboren wurde und 1866 in Boursault starb.