Rätsel

Viele Könige als Kunden – und alle Kunden Könige!

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel geht es heute um Shopping für die High Society.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen.


1707 trat der junge William F. eine Stellung als Lakai am Hof Queen Annes an. Die gehobene Lebensart der High Society beeindruckte ihn zutiefst, weckte aber auch seinen Geschäftssinn. Zu seinen Aufgaben gehörte es, allabendlich die Kerzen in den königlichen Kandelabern auszuwechseln. Anstatt – wie vorher üblich – die Kerzenstummel wegzuwerfen, verscherbelte William die Wachsreste an andere Hofbedienstete. Angespornt vom Erfolg, weitete er seinen Nebenerwerb aus: Die nach dem königlichen Abendmahl verbliebenen Reste aus Wein- und Sherryflaschen erwiesen sich als echter Verkaufsschlager. William F. strebte nach Höherem und besprach die Sache mit Hugh M., seinem Vermieter, Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens im St. James Market.

Die Sozietät zwischen Lakai und Krämer begründete das aristokratischste Kaufhaus der Welt, spezialisiert auf exquisite Gaumenfreuden für den Hochadel. William konnte den Diener-Dienst quittieren und für sein Geschäft schon bald das Prädikat eines „Königlichen Hoflieferanten“ in Anspruch nehmen. Eine Institution wurde es dann während der Napoleonischen Kriege: Fern der Heimat mussten begüterte Offiziere nicht auf gewohnte Genüsse verzichten – auf Bestellung schickte der Nobelversand eingedoste Delikatessen an die Front. Das wusste während des Krimkrieges auch Queen Victoria. Als sie von Florence Nightingale einen Bittbrief erhielt, in dem die Krankenschwester eindringlich den Verpflegungsmangel vor Ort beschrieb, orderte die Queen umgehend im Kaufhaus eine Hilfsladung Eingemachtes.

Noch heute sind in dem Traditionsunternehmen am Piccadilly viele Könige Kunden und alle Kunden Könige. Hauseigene „salesman“, gediegen im Cut gewandet, sind den Damen der Gesellschaft beim Tragen der Einkäufe behilflich, erledigen für sie das Bezahlen und begleiten sie bis zum Wagen. In der unvergleichlichen Teeabteilung des Hauses bietet man den Service, eine vom Kunden mitgebrachte Wasserprobe zu analysieren, um dann nach einigen Tagen eine Teemischung zusammenzustellen, die eigens für dieses Wasser komponiert wird – optimale Voraussetzung für die gelungene Tea-time.


Wie heißt das nach den Familiennamen seiner Gründer benannte Kaufhaus am Piccadilly?

Die Antwort steht in der Wochenendausgabe des Abendblatts. In der Donnerstagausgabe suchten wir den Namen eines Mannes, der vor hundert Jahren einen Putschversuch unternahm. Es ist Wolfgang Kapp (1858-1922).

( jasch )

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